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Für Titelverteidiger Marc Marquez ist der achte MotoGP-Triumph zum Greifen nah. Gelingt ihm dieser, überholt er Valentino Rossi in der ewigen Bestenliste und zieht mit Giacomo Agostini gleich. Aus eigener Kraft kann es der Spanier am kommenden Sonntag in Katar, am drittletzten Rennwochenende der Saison, nicht schaffen, es bedarf schlechter Ergebnisse des Aprilia-Duos Jorge Martin und Marco Bezzecchi. Bei maximal 37 Punkten (12 im Sprint plus 25 im Grand Prix) muss Marquez 30 Zähler mehr holen als Martin und zudem sieben mehr als Bezzecchi.
Dass Bezzecchi die Weltmeisterschaft über Katar hinaus offenhält, ist vorstellbar. Dass Martin in der arabischen Wüste eine starke Leistung zeigt, darf hingegen bezweifelt werden. Stand heute ist unklar, ob der Champion von 2024 die Rennen dort überhaupt bestreiten kann.
In Malaysia hat Aprilia-Werksfahrer Martin seinen Kampfgeist unter Beweis gestellt: Mit einer sechs Tage alten Fraktur der Speiche im rechten Unterarm, knapp oberhalb des Handgelenks, nahm er ohne Operation, Gips oder Schiene das FP1 in Angriff. Der WM-Zweite, der mit Blick auf den Gesamtstand nichts unversucht lassen wollte, landete auf dem letzten Platz mit rund 2,5 sec Rückstand auf die Bestzeit von Marc Marquez. Im Zeittraining gab er am Freitagnachmittag nach drei Runden auf, nach acht Runden im FP2 am Samstagmorgen war endgültig Schluss .
Willkommen zum Rennen in Sepang
© Gold & Goose
Seither schont der «Martinator» seinen rechten Arm und trägt eine stabilisierende Plastikschiene. Doch in einer weiteren knappen Woche wächst sein Knochen nicht zusammen und auch die Kraft kehrt nicht vollständig zurück. Gleichzeitig versichert der 28-Jährige, dass er bis zum letzten Moment um den Titel kämpfen werde.
«Ich habe mein Bestes gegeben, um zu fahren», sagte er zu seinem Strohhalmgriff in Sepang. «Die Heilung verläuft zwar sehr schnell, reicht aber noch nicht aus, um auf dem Motorrad leistungsfähig zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass ich vielleicht eine Runde lang fast schmerzfrei fahren konnte. Danach bekam ich wieder starke Schmerzen. Ich konnte keine konstante Leistung zeigen. Nachdem wir uns die Rundenzeiten und meine Leistung angesehen hatten, beschlossen wir, aufzuhören und abzuwarten.»
Martin weiß: «Ich muss nicht viel über die Meisterschaft nachdenken. Vielleicht kann ich sie gewinnen, aber für mich ist sie bereits verloren. Sicherlich werde ich bis zum Schluss kämpfen. Nicht nur für mich, denn letztendlich bin ich bereits ein Champion. Aber für mein Team, für meine Leute – ich werde es in Katar erneut versuchen.»