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Gabriel Bortoleto überquerte die Ziellinie beim Formel-1-Rennen in Mexiko auf der elften Position. Mal wieder ein undankbarer elfter Platz für Audi, der nichts Zählbares einbringt. Doch das änderte sich in den Stunden nach dem Rennen. Denn gleich drei verschiedene Fahrer erhielten Strafen, wodurch Bortoleto plötzlich dick Punkte kassierte.
Doch nicht nur der Audi-Fahrer rückte bis auf die achte Position nach vorne. Auch Isack Hadjar und vor allen Dingen Haas-Debütant Ryo Hirakawa konnten durch die nachträgliche Strafenflut noch Punkte abgreifen. Der Ocon-Ersatz überholte damit mit nur einem Rennen beide Cadillac-Piloten und Lance Stroll in der Fahrer-WM.
Die wohl offensichtlichste Strafe fasste Oscar Piastri aus. Der McLaren-Pilot wurde nach dem Rennen für den Unfall mit Arvid Lindblad um zehn Sekunden nach hinten versetzt. Piastri war in der 59. Runde mit dem Racing-Bulls-Piloten im Kampf um Platz 7 aneinandergeraten. Während der Australier weitermachen konnte, ging bei Lindblad spektakulär die Hinterrad-Aufhängung zu Bruch und er flog ab.
Die Stewards hielten in ihrer Begründung für die Strafe fest, dass Piastri außen einen Überholversuch unternahm, dabei aber nie vollständig neben Lindblad war und dem McLaren somit kein Recht auf die Kurve zustand. Das machte in ihren Augen Piastri zum Schuldigen für den Zusammenstoß, und warf ihn von P7 auf P15 zurück.
Die zwei weiteren Strafen betrafen jeweils die Alpine-Piloten und das auch noch für beinahe gleichzeitige Regelverletzungen. In Runde 44 wurde nach dem Unfall von Valtteri Bottas eine Gelbphase vor und rund um Kurve 1 ausgerufen, ehe ein Safety Car auf die Strecke geschickt und schließlich das Rennen unterbrochen wurde.
Sowohl Franco Colapinto als auch Pierre Gasly hatten nach Ansicht der Stewards in dieser Phase nicht ausreichend verlangsamt. Colapinto nahm unter einfachen gelben Flaggen nicht ausreichend Gas raus und kassierte dafür eine 10-Sekunden-Strafe sowie einen Strafpunkt – er steht damit bei bereits fünf Strafpunkten.
Sein Teamkollege Gasly hatte unter Doppel-Gelb nur leicht seine Geschwindigkeit reduziert. Die Regeln legen aber fest, dass man unter solchen Bedingungen so stark rausnehmen muss, dass man jederzeit in der Lage ist, anzuhalten. Für Gasly galt also ein höheres Strafmaß und er wurde neben zwei Strafpunkten mit einer nachträglichen Stop-and-Go-Strafe belegt. Diese wird automatisch in eine 30-Sekunden-Strafe umgewandelt.
Für das Punktekonto von Alpine ist das ein schwerer Schlag, denn sie waren in Mexiko das erfolgreichste Mittelfeld-Team gewesen. Nach der Piastri-Strafe hätten Colapinto (P7) und Gasly (P9) in Summe acht Punkte mitgenommen, die sie nun natürlich zur Gänze verlieren. Liam Lawson, der nach seiner Disqualifikation im Qualifying aus der Box losgefahren war, erbt damit P7. Dahinter reihten sich wie schon erwähnt Bortoleto, Hadjar und Hirakawa ein. Hier findet ihr das neue Ergebnis des Mexiko-GPs:
Unter dem Strich ist aber Audi der größte Nutznießer dieser Strafen. Denn während die Racing Bulls schon ziemlich souverän auf dem fünften Platz in der Konstrukteurs-Meisterschaft liegen, befindet sich Audi noch in einem direkten Kampf mit Haas. Anstelle einer Nullnummer beider Teams, die bei der Zieldurchfahrt bestand, macht die Werksmannschaft aus Hinwil und Neuburg nun drei Punkte auf das US-Team gut. Haas steht vier Rennen vor dem Ende der Saison bei 31 Zählern, Audi hat 27 auf dem Konto.