Zurück
Borussia Mönchengladbach hat vergangenes Wochenende den Bundesliga-Negativrekord von sechs Niederlagen zum Saisonstart eingestellt. Zwei Klubs schafften mit diesem Fehlstart trotzdem noch den Klassenerhalt.
Borussia Mönchengladbach steht vor einem Negativ-Rekord in der Bundesliga-Geschichte. Sollte auch das nächste Spiel am Freitag (23.10.2026) beim VfB Stuttgart (20.30 Uhr, live im Audiostream bei sportschau.de) verloren gehen, wären die Fohlen der erste Erstligist in 63 Jahren Bundesliga, der zum Start sieben Niederlagen einstecken musste.
Mit sechs Schlappen haben aber schon drei weitere Klubs in der Vergangenheit losgelegt: Fortuna Düsseldorf (Saison 1991/1992), der 1. FSV Mainz 05 (2020/21) und der VfL Bochum (2022/23). Wie erging es diesen drei Klubs nach ihren Fehlstarts?
Damals, vor etwas mehr als 35 Jahren, startete die Bundesliga in ihre erste komplette Spielzeit nach der Wiedervereinigung und zwar mit 20 Klubs. Das gab es vorher und nachher nie wieder. Fortuna Düsseldorf ging mit Josef Hickersberger als Trainer in dieses Mammut-Spieljahr.
Nach dem Fehlstart war für den Österreicher früh Schluss, und Rolf Schafstall übernahm das Fortuna-Team Ende August. Feuerwehrmann Schafstall hatte nach kurzen Anlaufschwierigkeiten auch schnell Erfolg, denn nach den sechs Niederlagen zu Beginn, ging er mit den Düsseldorfern fünfmal hintereinander nicht als Verlierer vom Platz. Darunter war ein 4:3-Erfolg gegen Wattenscheid 09 und ein 5:1-Sieg beim Karlsruher SC.
Trainer Rolf Schafstall
Doch so richtig bog Fortuna auch mit Schafstall nicht auf den Erfolgsweg, Ende Januar war für ihn Schluss, und Hans-Jürgen Gede löste ihn ab. Allerdings ebenfalls ohne Fortune: Auch Gede räumte seinen Stuhl schnell. Schließlich stieg die Fortuna mit Horst Köppel ab, der vierte Trainer in dieser Katastrophen-Saison. Köppel holte nur einen Sieg in 16 Spielen. Für die Fortuna ging es mit einem Punktekonto von 24:52 (damals noch Zwei-Punkte-Regel) hinunter in die 2. Liga.
Nach Köppel übernahm übrigens der legendäre Aleksandar Ristic in Düsseldorf und führte die Fortuna 1995 wieder zurück ins Oberhaus.
0 Punkte, 5:18 Tore lautete die erschreckende Bilanz für die Mainzer zu Beginn des Spieljahres 2020/21. Mit Achim Beierlorzer als Trainer waren sie damals gestartet. Als es zu Beginn nicht lief, sollte es Jan-Moritz Lichte schon nach dem 2. Spieltag besser machen. Doch auch der vormalige Co-Trainer brachte keine Ruhe rein. Sechs Punkte holte Lichte bis zum 13. Spieltag. Zu wenig, auch er musste seinen Platz freimachen.
Manager Christian Heidel entschied sich für Bo Svensson als neuen Coach. Es wurde zunächst nicht besser. Svensson und Mainz 05 schlossen die Hinrunde mit sieben Punkten bei nur einem Sieg auf dem vorletzten Tabellenplatz ab. Bis dato hatte in der Geschichte der Bundesliga noch nie eine Mannschaft mit dieser Punktzahl nach der Hinrunde noch den Klassenerhalt geschafft.
Trainer Bo Svensson (m.) von Mainz
Doch Svensson schaffte das Mainzer Wunder. Er holte in der Rückrunde neun Siege und 32 Punkte. Die Mainzer beendeten die Spielzeit auf dem 13. Tabellenplatz und hatten die nicht mehr für möglich gehaltene Rettung gepackt.
Nach den Mainzern gelang auch dem VfL Bochum zwei Jahre später noch der Klassenerhalt nach desaströsem Saisonbeginn. Die Bochumer mussten bei ihrem Null-Punkte-Start unter anderem eine 0:7-Packung gegen den FC Bayern wegstecken.
Sie waren damals mit Thomas Reis als Trainer in die Saison gegangen, der allerdings dem schwachen Start zum Opfer fiel und Ende September von Thomas Letsch abgelöst wurde. Letsch führte die Bochumer aus dem Tal.
Bochums Phillipp Hofmann jubelt.
Allerdings machten es die Bochumer im Kampf um den Klassenerhalt sehr spannend. Erst ein furioser Schlussspurt mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen führte die Bochumer über die Ziellinie. Entscheidend war schließlich ein 3:0-Heimsieg am letzten Spieltag über Bayer Leverkusen. Takuma Asano, Philipp Förster und Kevin Stöger sicherten mit ihren Toren den wichtigen Sieg.
Der VfL Bochum beendete die Saison mit 35 Punkten als 14. und lag damit zwei Punkte vor dem VfB Stuttgart, der in die Relegation musste.
Fans halten Bochum-Schals in die Höhe und feiern den Klassenerhalt.