flag
back Zurück
FC Schalke 04 trauert um Waldemar Gerhardt

Traurige Nachricht für Königsblau: Waldemar Gerhardt ist in der Nacht auf Freitag (30.10.) mit 87 Jahren verstorben. Schon als Kind war der Angreifer für den S04 am Ball und zählte 1958 zum Kader, der die siebte Deutsche Meisterschaft errang.

Waldemar Gerhardt

Unweit der Glückauf-Kampfbahn kam Gerhardt am 6. Januar 1939 zur Welt und schloss sich bereits mit acht Jahren dem FC Schalke 04 an. „Wenn wir als Kinder zum Training kamen, ließ uns der Platzwart Leo Tibulsky zunächst jeder einen Meter Unkraut aus den Fugen zwischen den Steinplatten der Stehränge ziehen. Erst dann rückte er die Bälle raus“, erinnerte er sich bei einem Ortstermin mit dem Schalker Kreisel im legendären Stadion. Für ihn blieb das damals eine nachhaltige Lektion: „Du kannst nur Erfolg haben, wenn Du als Mannschaft an einem Strang ziehst. Als einzelnes Glied in der Kette bist Du nichts.“

Mit der A-Jugend errang das Offensivtalent die Westdeutsche Meisterschaft und schaffte im Sommer 1957 den Sprung in den Kader der Ersten Mannschaft, blieb aber in jener Saison ohne Einsatz, in der die Knappen 1958 mit einem 3:0-Finalsieg gegen den Hamburger SV zum siebten Mal Deutscher Meister wurden. Gerhardt zählte ab der Saison 1960/1961 zum Stamm. In den drei Spielzeiten bis zum Bundesliga-Start erzielte er in der Oberliga West 29 Tore in 74 Partien.

Schalkes zweites Bundesliga-Tor

In der Premieren-Saison des deutschen Oberhauses lief Gerhardt sogar in allen Partien auf. Seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielte er gleich am 1. Spieltag – das Tor zum 2:0-Endstand gegen den VfB Stuttgart. Auch im ersten Derby der neuen Liga am 7. September 1963 zählte er zu den Torschützen und besorgte das 2:1 beim 3:1-Sieg gegen Schwarz-Gelb.

Halblinks fütterte er den großen Berni Klodt mit Flanken. Die Anhänger schätzten ihn zudem für sein ausgezeichnetes Kopfballspiel sowie den Wumms im rechten Fuß, sahen aber auch gerne zu, wenn er mit Einsatz und Willen wühlte und voranging, nach Klodts Karriereende sogar als Kapitän.

Als zweites Standbein und eher feinmotorisch absolvierte er parallel eine Ausbildung als EDV-Programmierer und begann Mitte der 60er-Jahre ein Sportstudium in Köln. Konsequent zeigte sich „Waldi“ Gerhardt auch sonst neben dem Platz. Weil der Vorstand in seinen Augen eine Vereinbarung nicht einhielt, wechselte er 1965 nach 172 Schalker Spielen mit 75 Toren für vier Jahre zu Fortuna Düsseldorf.

Königsblau bis zum Schluss verbunden

Er zog in die Landeshauptstadt, beendete sein Studium und machte mit Hannes Löhr und Wolfgang Weber seinen Fußball-Lehrer bei Hennes Weisweiler in Köln. In Düsseldorf arbeitete er dann als Sportlehrer an einer Hauptschule und trainierte Seniorenmannschaften, etwa Schwarz-Weiß Essen und Marathon Remscheid, mit denen sich Gerhardt schließlich Niederrheinmeister und Deutscher Amateur-Vizemeister nennen durfte.

Das königsblaue Band ist indes nie gerissen. Viele Jahre trafen sich die ehemaligen Mannschaftskameraden bei „Bosch“ an der Kampfbahn, Waldemar Gerhardt saß als Dauerkartenbesitzer lange Zeit in der VELTINS-Arena und freute sich auf die Ehemaligentreffen. In den Geschichtsbüchern wird ihm sein Platz weiterhin sicher sein.

Könnte Ihnen gefallen

Schalke-Punktabzug: S04 fehlt noch eine sechsstellige Summe

RUHR24 vor 9 Stunden

Ladenhüter vor dem Absprung: Schalke will nicht mal mehr eine Ablöse

Der Westen vor 9 Stunden

Nach Pokal-Eklat: Muslic verkündet Entscheidung um Schalke-Star

Der Westen vor 5 Stunden

Schalke legt neue Finanzzahlen vor: 24 Millionen Euro in der Kasse, trotzdem riesige Lücke

dorstenerzeitung.de vor 9 Stunden

Triumphal: BVB schenkt Schalke in Gelsenkirchen 6 Tore ein

RUHR24 vor 1 Stunde

Schalke 04 gegen RB Leipzig: Das gab es in der Bundesliga noch nie

RUHR24 vor 5 Stunden