Zurück
Schalke hat eine Reaktion gezeigt. Anders als bei der 0:1-Niederlage gegen Mainz in der Vorwoche war die Handschrift von Trainer Miron Muslic beim torlosen Remis in Köln wieder erkennbar. Schalke stand defensiv stabil, gewann viele Zweikämpfe und hat es dank einer guten Kollektivleistung geschafft, einen Unterschiedsspieler wie Said El Mala auszuschalten.
Diese Erkenntnisse stellten die Profis und die Verantwortlichen der Königsblauen nach dem 0:0 in der Analyse heraus. In den Interviews überwogen bei der sportlichen Analyse die positiven Aspekte. Weil die Mannschaft trotz großer Personalsorgen – die durch die Verletzungen von Robin Gosens und Soufiane El-Faouzi sogar noch größer werden – einen Schritt nach vorn gemacht hat. Dass Schalke besser gespielt hat als gegen Mainz, ist Fakt. Zur Wahrheit gehört aber auch: Gut haben die Gelsenkirchener trotzdem nicht gespielt.
Trotz Nationalspieler El Mala ist der 1. FC Köln in dieser Form ein Abstiegskandidat. Bei allem Respekt: Viele schwächere Gegner gibt es in der Liga nicht. Und trotzdem bleibt Schalke zum vierten Mal in Serie sieglos. Warum? Weil die Offensive der Königsblauen komplett ideenlos war und ihre Bundesligatauglichkeit an den ersten sieben Spieltagen noch nicht nachgewiesen hat.
Den Schalkern fehlt bei all der Aufopferung in der Defensive die Spielidee mit dem Ball. Auf den ersten Blick erinnert das an die Hinrunde der zurückliegenden Aufstiegssaison – auch da war das Offensivspiel lange nicht gut genug. Das Problem: Gegen Bundesliga-Defensiven reichen die individuelle Qualität von Spielern wie Kenan Karaman oder Standardsituationen nicht mehr regelmäßig für drei Punkte.
Die Königsblauen müssen sich von dem Gedanken verabschieden, dass man vorn schon irgendwie zu Toren kommt, sofern die Defensive weiterhin so gut steht. Für Siege in der Bundesliga braucht es ein besseres Offensivspiel und auch bessere Standardsituationen – und zwar sofort. Denn das Programm in den kommenden Wochen ist hart. Nach dem DFB-Pokalspiel in Dresden am Mittwoch (18 Uhr/Sky) warten in der Liga vier Europapokal-Teilnehmer in den nächsten fünf Bundesligapartien.
Die Gefahr, bei diesem Programm schon früh in der Saison tief im Tabellenkeller stecken zu bleiben (aktuell Rang 16), ist groß und sollte ernst genommen werden. Sonst könnte das Bundesliga-Abenteuer schneller vorbei sein, als es den Schalkern lieb ist. Spätestens jetzt muss allen Schalkern klar sein: In dieser Saison geht es einzig und allein um den Klassenerhalt.