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Mit dem Ball präsentierte sich die Austria im zweiten Spiel unter Max Uhlig dominant und spielfreudig, dennoch gab es beim 0:2 im Derby die vierte Niederlage am Stück. Schon wieder hielt die Abwehr nicht stand.
"Wir waren von Minute 15 bis zum ersten Gegentor die klar dominantere und bessere Mannschaft. Leider konnten wir aus vielen Möglichkeiten kein Kapital schlagen, auch weil die letzte Überzeugung im Abschluss gefehlt hat", war das Resümee vom Austria-Interimscoach.
Und tatsächlich, genügend Situationen in und rund um den Strafraum erspielten sich die Veilchen. 1,11 xG, 16 Schüsse gesamt und 36 Ballkontakte im Rapid-Strafraum brachten keinen eigenen Torerfolg, auch zu oft wurde nicht der Abschluss gesucht.
Doch dieser Umstand wäre verkraftbar, würden sie am anderen Ende bombenfest stehen. Doch zum zehnten Mal in elf Bundesliga-Spielen wurde die Null nicht gehalten. Stattdessen holte ausgerechnet Routinier Aleksandar Dragovic einen zu dem Zeitpunkt harmlosen Gegner per dummem Elferfoul in die Partie zurück.
"Wenn du eh schon hinten drinnen bist, frisst dich das natürlich", erklärte Samuel Sahin-Radlinger. Der Torhüter hielt sein Team mit guten Paraden im Spiel, nur um dann in einer Slapstick-Aktion Tae-sok Lee zum Eigentor zu zwingen.
Es war auch diese defensive Unfähigkeit, die Stephan Helm den Job kostete. Gegen Altach (1:2) und Ried (2:3) gingen die Wiener jeweils verdient in Führung, nur um beide Spiele herzuschenken.
Der mittlerweile 35-jährige Dragovic kämpft in dieser Saison mit seinen Leistungen, ebenso wie Nebenmann Joe Handl. Neuzugang Ibrahim Buhari startete gut, nur um dann umso stärker abzubauen. Philipp Wiesinger scheint hinten enorm zu fehlen, stand im Derby nach Patellasehnenproblemen immerhin erstmals seit 19 Partien wieder im Kader.
Es zeigt auch von den violetten Problemen, wenn mit Wilhelm Vorsager ein Innenverteidiger von der zweiten Mannschaft nach oben stößt und sofort die besten Leistungen zeigt.
Auch der letzte Saison so starke Lee hat auf der linken Außenbahn massive Probleme, sein Landsmann Kang-hee Lee flog nach zahlreichen Patzern zurecht aus dem Team.
Natürlich muss sich die Austria auch für ihre Chancen belohnen, um Spiele zu gewinnen. Die fehlende Qualität aufgrund des fehlenden Geldes wird ganz vorne aber immer für Schwankungen sorgen. Umso wichtiger ist es für den 33-jährigen Coach, die Defensive wieder in den Griff zu bekommen.
"Es ist ganz wichtig, dass wir jetzt viel Trainingszeit haben und der Mannschaft klar vermitteln können, wie wir spielen wollen. Über die Trainingszeit werden die Abläufe besser werden. Heute war schon viel sichtbar, es gibt aber noch viele Themen, die wir angehen wollen", so Uhlig.
Die Halbzeit vor der Liga-Teilung ist erreicht, in den verbleibenden elf Runden muss der Abstand zum oberen Playoff von neun Punkten aufgeholt werden. Uhlig meinte: "Ich glaube, man hat heute auch gesehen, dass wir da unten nicht hingehören."
Nun gilt es, das zu beweisen. Am besten gleich am Sonntag gegen die WSG Tirol, denn die Aufgaben werden danach mit Salzburg und WAC daheim, gefolgt von Sturm und LASK auswärts, alles andere als einfacher.