Zurück
Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim schießt sich am Sonntag gegen die Memmingen Indians den Frust von der Seele
Endlich! Der erste „Dreier“! Der EC Bad Nauheim hat am zehnten Hauptrunden-Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 seine Negativ-Serie (nur ein Zwei-Punkte-Erfolg, acht Niederlagen) beenden können. Vor 2189 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion feierten die Roten Teufel einen 5:0 (1:0, 3:0, 1:0) gegen Aufsteiger Memmingen Indians. Richtungsweisend: der Ketchup-Flaschen-Effekt Mitte des zweiten Abschnitts. Da erzielte die Mannschaft von Kevin Gaudet drei Treffer binnen neun Minuten, traf zweimal im Powerplay, nachdem zuvor vier Überzahl-Situationen ungenutzt geblieben waren.
„Diesen Sieg haben wir einfach mal gebraucht“, freute sich Kevin Gaudet, der Trainer der Hessen. Er sprach von einem „nervösen Beginn“ und „Jerry Kuhn als Schlüssel“. Ex-Teufel Daniel Huhn als Coach der Gäste entschuldigte sich bei den Indians-Fans: „Das war einfach schlecht - von der ersten bis zur letzten Minute.“
Zunächst hatte sich das gewohnte Bild geboten: Vorne waren die Teufel engagiert, aber harm- oder glücklos und vor dem eigenen Tor aber immer wieder für einen Lapsus gut. Jerry Kuhn zwischen den Pfosten war aber gegen Niklas Maul (9.) und Matteo Gennaro (11.) zur Stelle. Etwas kurios traf Marc El-Sayed zur Führung - er traf den Puck beim Abschluss nämlich nicht richtig und überraschte Michael Bitzer im Tor der Süddeutschen (14.). Bad Nauheim kam zwar zu Abschlüssen, allerdings von außen oder bei freier Sicht.
Im zweiten Durchgang spielen den Gastgebern vier Powerplay-Situationen in die Karten. Bad Nauheim wirkte mit einem Spieler mehr allerdings zu statisch, Stephen Harper hatte die besten Möglichkeiten der Teufel. Nach El-Sayed war‘s dann mit Verteidiger Garret Pruden ein weiterer Spieler, den man als Torschützen gewöhnlich nicht auf der Rechnung hat. Er verwandelte einen Rebound, nachdem Bitzer zunächst gegen Pierre Preto gehalten hatte (30.). Und plötzlich lief‘s. Ein Schuss von Joel Keussen flipperte im Powerplay zum 3:0 in die Maschen (35.), und schließlich nutzte Marco Pfleger das insgesamt sechste Powerplay zum 4:0 (39.). Vor dem Tor fand er noch ausreichend Zeit, sich um die eigene Achse zu drehen.
Damit war die Vorentscheidung gefallen. Ins Bild des gelungenen Abends passen die Unterzahl-Situationen vier und fünf, die die Gastgeber noch überstanden haben, sowie der erste Shutout von Kuhn. Ach ja, einen fünften Treffer erzielten die Roten Teufel auch noch: Quasi eine Kopie des Vorwochen-Ausgleichs gegen Kassel. Nach butterweichem Pfleger-Pass traf McPherson (45.).
EC Bad Nauheim: Kuhn - Maginiot, Tiffels, Erk, Keussen, Lemke, Pruden - Pfleger, McPherson, Harper, Marcinew, Sarault, Preto, Bußmann, Kornelli, Schiemenz, El-Sayed, Jakovlev.
Memmingen Indians: Bitzer - Kolb, Fern, Svedlund, Watson, van der Linde, Peukert - Krymskiy, Homjakovs, Maul, Wall, Gennaro, Brassard, Lillich, Schmid Thiel, Rust, Meier.
Im Stenogramm / Tore: 1:0 (14.) El-Sayed (Kornelli, Preto), 2:0 (31.) Pruden (Preto, Sarault), 3:0 (35.) Keussen (PP1), 4:0 (40.) Pfleger (Harper - PP1), 5:0 (45.) McPherson (Pfleger, Preto). - Schiedsrichter: Steingroß/Singer. - Strafminuten: Bad Nauheim 10, Crimmitschau 12. - Zuschauer: 2189.