Zurück
Der SV Heimstetten kommt gegen den abstiegsbedrohten TSV 1860 Rosenheim nicht über ein Remis hinaus. Trainerin Sarah Romert rätselt, warum ihre Elf nach 35 Minuten komplett einbricht.
Heimstetten – Der SV Heimstetten ist ein liebenswürdiger Verein, in dem viel Wert gelegt wird auf einen höflichen Umgang und ein freundschaftliches Miteinander – und dennoch hat der Club in einem Punkt etwas mit Donald Trump gemein. Denn ebenso erratisch und schnell wie der US-Präsident seine Meinung zur Ukraine und Putin, zu Europa, Zöllen, Elon Musk und etlichem mehr ändert, so wankelmütig präsentiert sich auch der SVH in dieser Bayernligasaison. Und das oftmals während eines einzigen Spiels.
Genau das bekommen die 150 Zuschauer im ATS-Sportpark im Duell mit dem abstiegsbedrohten TSV 1860 Rosenheim geboten. Denn beim 1:1-Remis zeigen die heimischen SVH-Kicker mitreißenden Fußball – aber nur 35 Minuten lang. Was danach folgt, ist eher grottig denn glänzend und stellt Sarah Romert vor Rätsel.
„Es ist frustrierend, dass wir es nicht schaffen, unser Spiel länger durchzubringen“, ärgert sich Heimstettens Trainerin. „Wir kommen super rein, sind absolut dominant und gehen in Führung, doch dann machen wir den Gegner stark.“ Und am Ende, so Romert, „haben wir sogar Glück, dass wir das Spiel nicht noch verlieren“. Wobei die Trainerin mit Blick auf die Punkteteilung gegen den Tabellendrittletzten klarstellt: „Wir sind nicht zufrieden mit uns.“
Dabei beginnt diese Partie ganz nach dem Geschmack der zuvor seit zwei Spielen sieglosen Heimstettner. Denn sie übernehmen gegen tief stehende Gäste vom Start weg die Kontrolle und belohnen sich in der 19. Minute für ihr Engagement durch den ersten Treffer der Partie. Dabei stürmt Co-Spielertrainer Lukas Riglewski nach einem Konter beherzt auf die Abwehrkette zu, ehe er die Kugel im richtigen Moment zu Robin Penski durchsteckt. Dieser überwindet frei vor dem Gehäuse den Keeper und erzielt mit seinem dritten Saisontor die 1:0-Führung.
Auch danach bleibt der SVH überlegen – aber nur bis zur 35. Minute, in der die Platzherren aus unerklärlichen Gründen einbrechen. „Wir haben plötzlich zu viele Fehlpässe gemacht und waren zu ungeduldig“, bemängelt Sarah Romert. Dennoch rettet ihre Elf den Vorsprung in die Pause, in der sie eindringlich auf das Team eingeredet habe, so die Trainerin.
Allein ihre Worte verhallen scheinbar ungehört. Denn im zweiten Durchgang wirkt Heimstetten weiter saft-, kraft- und bisweilen planlos, während die Gäste immer stärker aufkommen. „Völlig zu recht“, so Romert, gelingt Rosenheim nach knapp einer Stunde der Ausgleich. Und in der Folge kann sich Heimstetten bei Torwart Fabian Scherger bedanken, der sein Team in zwei Szenen durch Glanzparaden vor der Niederlage bewahrt. Zu allem Überfluss aus SVH-Sicht sieht Ikenna Ezeala nach seiner Auswechslung wegen Meckerns noch die Ampelkarte, sodass der Verteidiger im nächsten Spiel beim TSV Kottern gesperrt ist.
SV Heimstetten –
TSV 1860 Rosenheim 1:1 (1:0)
SVH: Scherger, Ildas, Ezeala (76. Weng), Rüther, Steimel, Polat, Vochatzer, Müller, Penski, Riglewski, Leitl (58. Goebl)
Tore: 1:0 Penski (19.), 1:1 Tutic (59.)
Gelb-Rot: Ezeala (79.)
Schiedsrichter: Saif Fekih (TV Oberndorf)
Zuschauer: 150