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FC-Bayern-Patron Uli Hoeneß kündigt ein ernstes Gespräch mit dem 18-Jährigen an. Sportdirektor Freund verteidigt Karl – wo liegt die Wahrheit? Eein Kommentar.
Aus gegebenem Anlass sah sich der Münchner Sportdirektor Christoph Freund am Freitag dazu veranlasst, eine Laudatio auf den jungen Profifußballer Lennart Karl zu halten. Der Ausnahmespieler des FC Bayern hat ja jüngst für ein paar Irritationen an der Säbener Straße gesorgt. Und das lag nicht an einem Ganzkörperanzug in Pink.
Lenny hier, Lenny dort. Lenny in der Kritik, Lenny verteidigt von Berater Michael Ballack (ja, der Michael Ballack), Lenny mit der Antwort auf dem Platz: keckes Lupfertor gegen Atletico samt provokantem Jubel, einer Blabla-Geste. Schließlich: Lenny in Gnaden aufgenommen bei Vadder Klopp. Die Nationalmannschaft als Wohlfühloase für einen jungen Burschen, geboren im hessischen Gelnhausen, ausgebildet bei Eintracht Frankfurt, von den Bayern als neuen Stern am Firmament in die Umlaufbahn geschossen. Und jetzt legen sich Schatten über den Leuchtenden.
Der seelenruhige Österreicher Christoph Freund sagt über die Hysterie rund um den guten Kerl Karl: „Lenny ist ein anderer Typ als andere junge Spieler. Er ist frech, mutig. Er scheißt sich nichts. Er macht Tore, die andere nicht machen.“ Und: „Auch außerhalb des Platzes ist er anders als andere.“ Außerhalb heißt: Ein Leben in der TikTok-Blase mit Influencer-Freundin Zoe Käppele, Follower: 561.547. Likes: 33,9 Millionen. Glamour als Lifestyle. Die Bayern stört das gewaltig.
„Ich werde ein ernstes Gespräch mit ihm führen“, kräht FCB-Patron Uli Hoeneß: „Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut.“
Tja, und wo liegt nun die Wahrheit? Wie immer in der Mitte? Sehr wahrscheinlich. Fakt ist: Lennart Karl ist ein spezieller Typ, nicht angepasst, er macht, was er für richtig hält. Nicht alles davon ist richtig. Aber so ist das im Leben.
Der Bursche ist zarte 18, schon ganz früh reingeworfen worden in die Funkelwelt Bundesliga. Er wird lernen, er wird älter, reifer, erwachsener. Und er wird dann wissen, was gut und was zu vermeiden ist. Und eines sollte im grenzwertigen Lennart-Karl-Social-Media-Gebashe der bajuwarischen Großkopferten nicht untergehen: Lenny K. ist ein fleißiger, wissbegieriger Spieler, der für sein Glück hart schuftet, und vor allem eines ist: ein mit Begabung gesegneter, begnadeter Fußballspieler. Gibt es nicht mehr so viele, gerade nicht in Deutschland.