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Technische Defekte bremsen Enduro-Fahrer Marco Bucher immer wieder aus. Doch der 21-Jährige aus Bartholomä gibt nicht auf und erreicht bei der Weltmeisterschaft sein großes Ziel.
Bartholomä. Fünf Weltcups, zahlreiche technische Defekte und am Ende der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere: Enduro-Mountainbiker Marco Bucher aus Bartholomä blickt auf eine turbulente Saison zurück. Bei der Weltmeisterschaft im italienischen Finale Ligure gelingt dem 21-Jährigen ein bemerkenswerter Abschluss.Es ist ein Moment, der für vieles entschädigt. Rund 1000 Zuschauer stehen am Streckenrand, als Marco Bucher bei der Enduro-Weltmeisterschaft in Finale Ligure den letzten Trail in Richtung Mittelmeer hinunterfährt. Der 21-Jährige aus Bartholomä trägt das deutsche Nationaltrikot und misst sich mit den besten Fahrern der Welt. Am Ende steht Platz 56 unter 120 Teilnehmern – und damit das bislang größte Erfolgserlebnis seiner Karriere.
Dabei hatte die Saison für Bucher alles andere als optimal begonnen. Der Enduro-Fahrer konzentrierte sich auf die internationale Weltcupserie und bestritt fünf der sechs Rennen. Unter anderem war er in den französischen Pyrenäen, in Südtirol, in der Schweiz und im österreichischen Leogang unterwegs. Sportlich machte er deutliche Fortschritte. „Was die Fahrtechnik angeht, habe ich auf jeden Fall einen richtigen Sprung nach vorne gemacht“, sagt Bucher.
Doch immer wieder warfen ihn technische Probleme zurück. Kettenprobleme, Reifenpannen und beschädigte Felgen kosteten wertvolle Zeit. Bei den ersten vier Weltcups kam er kein einziges Mal ohne Defekt ins Ziel. Dabei zeigte er in einzelnen Wertungsprüfungen immer wieder sein Potenzial.Besonders bitter verlief die Deutsche Meisterschaft. Bucher lag aussichtsreich auf Rang sechs oder sieben, ehe ihn ein Felgenschaden rund zweieinhalb Minuten kostete.Die Wende gelang schließlich beim Weltcup im französischen Morillon. Bucher hatte zuvor sein Material überarbeitet. Trotz zweier Stürze fuhr er auf Platz 66 und erzielte mit Rang 44 in einer einzelnen Wertungsprüfung seine bis dahin beste internationale Leistung.
Damit rückte auch sein großes Saisonziel näher: die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Für Fahrer, die sich nicht direkt qualifiziert hatten, standen acht Nominierungsplätze zur Verfügung. Über deren Vergabe entschied der zuständige Bundestrainer beziehungsweise Verband. Nach seinem starken Auftritt in Frankreich rechnete sich Bucher erstmals realistische Chancen aus. Eine Garantie gab es allerdings nicht, schließlich kämpften zahlreiche Fahrer um die begehrten Startplätze.Die rund zwei Monate bis zur WM nutzte der Bartholomäer deshalb intensiv zur Vorbereitung. Rund 15 Trainingsstunden pro Woche standen auf dem Programm, mehrfach zog es ihn dafür in die Berge. Schließlich erhielt Bucher tatsächlich die erhoffte Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft.In Finale Ligure warteten lange, kräftezehrende Wertungsprüfungen. Gerade dort spielte Bucher seine körperlichen Stärken aus.
Auf der ersten Wertungsprüfung belegte er Rang 59, auf der fünften gelang ihm mit Platz 38 sogar eine neue persönliche Bestleistung. In der Gesamtwertung bedeutete das Rang 56. von 120 Teilnehmern. Unter den zwölf deutschen Teilnehmern wurde er Sechster. „Ich habe eigentlich alles erfüllt, was ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe“, sagt Bucher zufrieden. Schließlich hatte er sich neben der WM-Teilnahme auch eine Platzierung unter den besten 60 bei einem internationalen Rennen zum Ziel gesetzt.Besonders beeindruckt zeigte sich der Bartholomäer von der Atmosphäre in Finale Ligure. Für ihn ist der italienische Küstenort das Mekka des Enduro-Sports. Die zahlreichen Zuschauer, darunter viele deutsche Fans, machten die Weltmeisterschaft zu einem besonderen Erlebnis.
So endet eine Saison voller Rückschläge mit einem sportlichen Höhepunkt. Bucher hat nicht nur sein großes Ziel erreicht, sondern auch bewiesen, dass er international konkurrenzfähig ist.