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Sandro Wagner kann durchatmen: Nach einem schwachen Start holt Hannover den ersten Sieg unter dem neuen Trainer. Gegen Dresden sieht es aber lange gar nicht danach aus. Auch Nürnberg gewinnt.
Hannover 96 hat dank des Premierensieges von Trainer Sandro Wagner den ersten Schritt aus der Krise gemacht. Einen Tag nach der Trennung von Kurzzeit-Sportchef Jonas Boldt gewannen die Niedersachsen trotz eines zwischenzeitlichen Rückstands am 10. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga 2:1 (0:1) gegen Dynamo Dresden. Wagner sicherte sich im fünften Pflichtspiel unter seiner Regie den ersten Dreier gegen dezimierte Gäste.
Husseyn Chakroun (54.) und Marcel Hartel (61.) per Foulelfmeter trafen für Hannover. Nicolai Rapp (11.) hatte Dynamo in Führung gebracht, der Dresdner Friedrich Müller sah die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels (65.). Die Sachsen sind vier Tage nach dem Pokalerfolg gegen Schalke 04 durch die Niederlage auf den letzten Tabellenplatz abgestürzt.
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„Es ist immer scheiße, wenn jemand aus der Gruppe gehen muss“, kommentierte Wagner kurz vor dem Anpfiff bei Sky das Boldt-Aus: „Ich bin ein Kämpfer und habe Bock, mit den Jungs zu arbeiten. Es geht in dieser Saison nur darum, in ruhige Fahrwasser zu kommen.“ Klubpatron Martin Kind habe ihm das Vertrauen ausgesprochen, erklärte der Coach.
Gegen Dresden wurde Wagners Team früh geschockt. Die Gäste gingen als Folge einer guten Anfangsphase in Führung. Nach einer halben Stunde hatten die 96-Fans immer noch keine Chance ihrer verunsichert wirkenden Mannschaft gesehen. Erst am Ende der ersten Hälfte wurde Hannover etwas besser.
Im zweiten Durchgang agierten die Gastgeber mutiger, der Ausgleichstreffer war verdient. Danach fiel Dresden auseinander. Hartel traf vom Punkt. Müller, der den Strafstoß verursacht hatte, musste kurz darauf nach einem erneuten Foul vom Platz.
Der 1. FC Nürnberg untermauerte beim FC St. Pauli derweil erneut seine Ambitionen auf einen Aufstieg. Durch das 3:1 (1:0) am Millerntor sprang die junge und äußerst defensivstarke Mannschaft von Trainer Miroslav Klose zurück auf den zweiten Tabellenplatz.
Sigurd Haugen mit einem Treffer aus schier unmöglichem Winkel (71.) und der eingewechselte Marc Kornwachs Barjuan (90.) sorgten für den Sieg, der allerdings ein wenig schmeichelhaft und auch das Resultat von St. Paulis Unvermögen war. Eric Smith unterlief ein Eigentor (7.). Beim stürmischen Bemühen, das richtige Tor zu treffen, vergaben die Gastgeber beste Chancen. Dem stets gefährlichen Abdoulie Ceesay gelang nur der zwischenzeitliche Ausgleich (58.). In der Tabelle fiel der Absteiger auf Platz acht zurück, sieben Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsrang.
Tatsächlich wäre der dritte Saisonsieg für St. Pauli mehr als möglich gewesen. Nach dem Missgeschick von Smith, der eine Hereingabe von Julian Justvan ins eigene Netz lenkte, stand den Gastgebern aber nicht zuletzt der einmal mehr herausragende Nürnberger Torhüter und Kapitän Jan Reichert im Weg. Reichert parierte mehrfach großartig, unter anderem kurz vor der Pause, als Ceesay frei vor ihm auftauchte (45.+1).
Trotz der phasenweise drückenden Überlegenheit von St. Pauli und auch nach dem Ausgleich verloren die Nürnberger nie den Kopf. Kloses Mannschaft bewies auch ohne den fehlenden Torjäger Mohamed Ali Zoma Geistesgegenwart und maximale Effizienz: Der eingewechselte Haugen nutzte einen völlig verunglückten Rückpass von Louis Oppie. Der erst 17-jährige Kornwachs Barjuan machte alles klar.
Die SpVgg Greuther Fürth verschafft sich im Abstiegskampf derweil Luft. Gegen den direkten Konkurrenten Holstein Kiel gewannen die Franken mit 1:0 (0:0). Durch den zweiten Erfolg in den vergangenen drei Spielen macht Fürth einen deutlichen Sprung auf Platz neun.
Aaron Keller (87.) traf spät für die Gastgeber, die nun bei zwölf Punkten stehen und die Kieler distanzierten. Die „Störche“ hatten erst am vergangenen Wochenende beim 3:0 gegen Dynamo Dresden ihren ersten Saisonsieg gefeiert, stecken mit acht Punkten aber wieder ganz unten drin.
Im Ronhof begegneten sich beide Teams zunächst auf Augenhöhe, ohne jedoch allzu gefährlich zu werden. Jannik Dehm (18.) prüfte Holstein-Torwart Timon Weiner per Volley aus 20 Metern, ehe Kiels Hiroki Sekine sieben Minuten später völlig frei über das Tor köpfte. Ansonsten waren Großchancen bis zur Halbzeit Mangelware.
Nach der Pause begann die zweite Hälfte mit etwas mehr Schwung. Fürths Felix Klaus (50.) zielte aus der Distanz nur knapp drüber, Holsteins Adrian Kapralik (53.) scheiterte wenig später im Zuge eines Konters am fränkischen Keeper Florian Hellstern. Kiel erspielte sich in der Folge ein Übergewicht an Möglichkeiten, Hellstern parierte gegen Phil Harres (66.). Trotz allem schlug Fürth kurz vor Schluss zu, Keller vollstreckte aus spitzem Winkel.