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Niclas Füllkrug hat keine Lust mehr auf Fragen zur Nationalelf. Der Werder-Stürmer bricht ein ZDF-Interview nach dem 0:1 in Stuttgart ab. Dabei geht es um seine Rückkehr unter Bundestrainer Klopp.
Stuttgart/Bremen - Irgendwann wurde es Niclas Füllkrug zu viel. Seit Wochen schon wird der Stürmer des SV Werder Bremen mit Fragen zum DFB-Team und zu Bundestrainer Jürgen Klopp gelöchert – stets machte der 33-Jährige schnell deutlich, dass er nicht mehr als nötig zum Thema sagen wolle. Das war auch am Samstagabend im Nachgang des Auswärtsspiels beim VfB Stuttgart so. Da stand für Füllkrug ohnehin die enttäuschende 0:1-Niederlage gegen die Schwaben im Vordergrund. Bevor es für ihn in die Kabine ging, stand aber noch ein Termin mit dem ZDF an, wo für das „Aktuelle Sportstudio“ ein Interview aufgezeichnet wurde. Doch das Gespräch endete früher als geplant – weil der Werder-Angreifer es genervt abbrach.
Was war passiert? Reporter Florian Zschiedrich hatte zunächst ausführlich mit Füllkrug über die zurückliegenden 90 Minuten gesprochen, in denen sich die Bremer letztlich nicht mehr mit dem mehr als verdienten Ausgleichstreffer belohnen konnten. Schließlich sollte es aber auch noch um die bevorstehende Nationalmannschaftsrückkehr des Torjägers gehen. „Niclas, als Sie das letzte Mal im Sportstudio waren, hat Sie danach der Bundestrainer Jürgen Klopp kontaktiert“, leitete der Journalist ein, „jetzt können Sie ihm, falls der Bundestrainer wieder zuguckt, sagen, welchen Stellenwert das für Sie hat, dass Sie nach über einem Jahr wieder nominiert sind.“ Füllkrug reagierte jedoch wie schon kurz zuvor im Live-Interview bei „Sky“ recht schmallippig auf dieses Thema. „Das werde ich nach einem mit 0:1 verlorenen Spiel nicht tun. Bitte, ein bisschen Respekt. Wir haben gerade ein Spiel verloren. Das ist gerade nicht in meinem Kopf“, sagte er deutlich.
Lars Blancke Wolfgang Wittig
Zschiedrich hakte daraufhin noch einmal nach: „Ist gar nicht in Ihrem Kopf, aber dennoch muss ich es nochmal probieren. Es ist ja ein besonderes Ereignis, dass Sie nach über einem Jahr zurückkehren. Da ist doch auch ein bisschen Vorfreude da auf das, was da kommt, oder?“ Doch Füllkrug reagierte abermals kühl, blockte ab. „Da denke ich jetzt nicht dran. Und es interessiert mich gerade auch nicht. Also, ich will nicht unhöflich sein, aber wir haben gerade ein Spiel 0:1 gegen Stuttgart verloren, obwohl wir ein gutes Spiel gemacht haben, und da denke ich jetzt bestimmt nicht dran, was nächste Woche ist.“
Carmen Böhling Christian Zeiss
Damit hätte die Angelegenheit beendet sein können – war sie aber nicht. Weil der ZDF-Reporter noch einen dritten Versuch wagte. Doch gerade, als er Niclas Füllkrug mit einem Klopp-Zitat konfrontieren wollte, brach der Bremer Angreifer höflich, aber bestimmt das Interview ab. „Nee, danke, ciao“ sagte der 33-Jährige noch und legte das Mikrofon auf den Tisch, ehe er seinem verdutzten Gesprächspartner freundlich die Hand schüttelte und die Szenerie verließ.
Nach mehr als einjähriger Nichtberücksichtigung wird Füllkrug in der neuen Woche erstmals wieder zum DFB-Tross gehören, für den zwei Nations-League-Spiele gegen Serbien (13. November) und die Niederlande anstehen (16. November). Vorausgegangen waren wochenlange Spekulationen, ob es tatsächlich zu einer Rückkehr kommen würde, weil der Bundestrainer für den Neuaufbau des Nationalteams eigentlich auf wesentlich jüngere Akteure setzen wollte. Niclas Füllkrug überzeugte in dieser Saison allerdings bislang mit zwölf Treffern in elf Pflichtspielen. In Stuttgart war er erstmals nach sieben Partien in Folge mit mindestens einem erzielten Tor wieder leer ausgegangen.
Dieser Text stammt von unserem Kooperationspartner „Deichstube“.