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(Motorsport-Total.com) - Lediglich 18 von 22 MotoGP-Piloten werden den umstrittenen Grand Prix von Katar an diesem Wochenende bestreiten. Das heißt, genau genommen werden es maximal 18 sein. Denn Stand Donnerstag haben noch nicht alle die ärztliche Freigabe für das komplette Rennwochenende vorliegen.
Jorge Martin will den WM-Kampf über das Katar-Wochenende hinaus offenhalten Zoom
Jorge Martin, in der aktuellen MotoGP-Gesamtwertung 2026 mit 44 Punkten Rückstand Tabellenzweiter hinter Marc Marquez, ist wenige Tage nach seiner vorzeitigen Aufgabe des Malaysia-Wochenendes zwar nach Katar gereist. Ob er über das erste Freie Training hinaus fahren wird, entscheidet sich aber erst nach eben diesem FT1. Sein Termin bei MotoGP-Arzt Dr. Angel Charte ist für Freitag um 12:15 Uhr Ortszeit (14:15 Uhr MEZ) angesetzt.
Grund für die aktuelle Situation um Martin ist die Handverletzung, die er sich vor knapp zwei Wochen bei seinem Sturz im Sprint des Australien-Wochenendes auf Phillip Island zugezogen hat. Daraufhin nahm er das Malaysia-Wochenende in Sepang zwar in Angriff, musste es aber am Samstagvormittag vorzeitig beenden, weil die Kraft im rechten Handgelenk noch nicht ausreichend war, um die RS-GP26 jederzeit im Griff zu haben.
Auf die Frage, wie es ihm derzeit gehe, antwortet Martin nun am Donnerstag in Lusail: "Gut. Ich fühle mich viel besser. Die Situation ist wie sie ist. Der Knochen ist noch immer gebrochen, aber das Gefühl ist schon deutlich besser. Unter diesen Voraussetzungen werde ich versuchen zu fahren und versuchen, mir das Wochenende so gut es geht einzuteilen."
"Wir müssen aber abwarten. Im Moment kann ich noch nicht sagen, wo mein Limit beim Fahren liegen wird. Was ich sagen kann ist, dass es mir deutlich besser geht als in Malaysia", so Martin. Dass er das Malaysia-Wochenende vorzeitig aufgegeben hat, das bezeichnet der noch im WM-Kampf befindliche Aprilia-Werkspilot aus Spanien rückblickend als "absolut intelligent".
Warum? "In Malaysia war ich mit Schmerzmitteln vollgepumpt, so sehr, dass mir sogar schwindlig wurde. Mental war ich einfach nicht bereit. Hier werde ich jetzt versuchen, die Schmerzen besser in den Griff zu kriegen. Und ich hoffe, dass ich auch mehr Kraft haben werde."
Angesprochen auf seine 44 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Marc Marquez, entgegnet Martin: "Ich bin hier, um zu versuchen, was geht. Marc ist mit Sicherheit derjenige, der den WM-Titel verlieren oder gewinnen kann. Ich selber bin nicht in der Situation, das kontrollieren zu können. Ich werde versuchen, so viele Punkte wie möglich einzufahren. Wichtig für mich ist, die WM-Entscheidung zu vertagen."
Marc Marquez hat an diesem Wochenende in Katar bereits seinen ersten Matchball zum MotoGP-Titelgewinn. Um diesen ersten Matchball zu verwandeln, müsste es für den Ducati-Werkspiloten in Lusail nahezu perfekt laufen.
Marc Marquez kann bereits in Katar MotoGP-Weltmeister 2026 werden Zoom
Genau das will Martin unbedingt verhindern. "Mein Ziel ist es, seine WM-Feier zu verschieben. Ich will diesen WM-Kampf bis zum letzten Saisonrennen offenhalten. Genau deshalb bin ich hier", sagt der Tabellenzweite, der Aprilia nach Saisonende in Richtung Yamaha verlassen wird.
Während sich Jorge Martin am Freitag am Lusail International Circuit in Katar erst noch einmal ärztlich durchchecken lassen muss, bevor er überhaupt für das weitere Rennwochenende für fit erklärt werden kann, haben Raul Fernandez und Fermin Aldeguer diesen zusätzlich ärztlichen Check nicht mehr nötig.
Sowohl Trackhouse-Pilot Fernandez als auch Gresini-Pilot Aldeguer, die beide nach Verletzung zurückkehren, haben von MotoGP-Arzt Dr. Angel Charte die Freigabe für das komplette Katar-Wochenende bereits vorliegen.
Raul Fernandez ist wie Martin nach Sepang-Aufgabe nach Lusail gereist Zoom
Raul Fernandez hatte sich beim Startunfall mit Marco Bezzecchi im Sprint des Indonesien-Wochenendes in Mandalika zwei Finger der rechten Hand gebrochen, woraufhin er am Australien-Wochenende stark eingeschränkt war und das Malaysia-Wochenende sogar vorzeitig aufgeben musste. Jetzt, knapp vier Wochen nach Mandalika, ist Fernandez wieder soweit fit, um fahren zu können.
"Ja, der Knochen ist soweit bereit, aber das Problem sind die Bänder", erklärt Fernandez am Donnerstag in Lusail. "Ich fühle mich aber soweit bereit, sonst wäre ich nicht hier. Der Knochen ist ohnehin das, was für mich zählt. Er ist noch nicht wieder perfekt, aber keine Gefahr mehr beim Fahrern. Sollte ich stürzen, würde es die Verletzung nicht schlimmer machen. Das ist das Wichtigste."
Fermin Aldeguer hatte sich ebenfalls am Indonesien-Wochenende in Mandalika an der rechten Hand verletzt. In seinem Fall war aber nicht der Sturz der Grund.
Der Ärger des Gresini-Piloten über den frühen Ausfall war so groß, dass er sich nicht beim Sturz an sich verletzt hat, sondern beim Fluchen. Voller Wut schlug er mit der Faust auf den Asphalt und hat sich dabei die Hand gebrochen. In Katar ist nun auch er wieder fahrbereit, wenn auch nicht bei 100 Prozent Fitness, wie er zugibt.
Fermin Aldeguer hat sich in Mandalika verletzt, aber nicht bei seinem Sturz Zoom
"Die 100 Prozent werde ich in diesem Jahr mit Sicherheit nicht mehr erreichen, aber es ist gut, wieder da zu sein", sagt Aldeguer am Donnerstag in Lusail. "Meinem Bein geht es nach der vorherigen Pause wieder besser. Und was die Hand betrifft, wissen wir, dass es nur eine Frage der Zeit ist. Ich fühle mich von Tag zu Tag besser."
Dass es trotzdem nur maximal 18 Fahrer sind, die an diesem drittletzten Rennwochenende der MotoGP-Saison 2026 antreten, das liegt am kompletten Katar-Boykott von Yamaha. Das Werksteam mit Fabio Quartararo und Alex Rins und auch das Satellitenteam Pramac mit Jack Miller und Augusto Fernandez, dem Ersatz für den verletzten Toprak Razgatlioglu, haben die Reise in den Nahen Osten aufgrund firmeninterner Vorsichtsmaßnahmen gar nicht erst angetreten.