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Mainz 05 unterliegt Rekordmeister Bayern München 1:2. Dass das vermeintliche 1:1 von Jae-sung Lee zunächst gegeben und dann doch vom VAR einkassiert wurde, ärgerte die 05er immens.
Mainz. Als Schiedsrichter Robert Schröder in der 42. Minute auf den Mittelpunkt zeigt, ballen die 05er die Fäuste. Durch die Arena hallt zum zweiten Mal der Jubel, wie das in Zeiten des Videoschiedsrichters schon mal vorkommt. Die Bestätigung des Ausgleichtreffers sorgt für Erleichterung bei Mainz 05 , der Ball liegt zum Anstoß bereit – doch neben dem Tor, in das Jae-sung Lee vor wenigen Momenten den Ball mit einem Kopfball befördert hat, liegt Manuel Neuer und wird behandelt.
Und während sich die medizinische Abteilung um den am Fuß verletzten Bayern-Keeper kümmert, widmet sich der „Kölner Keller“ noch mal den Videobildern – was er wahrscheinlich nicht mehr getan hätte, wenn das Spiel ohne Unterbrechung fortgesetzt worden wäre. „Wenn der Schiedsrichter nach dem Check auf den Punkt zeigt“, sagt später Mainz-05-Coach Urs Fischer, „was soll ich dazu sagen? Er gibt ein Tor. Und dann war es doch keines. Gibt es treffende Worte dazu? Man muss es akzeptieren – so ist das Leben.“
4:10 Minuten nach der Torerzielung zeigt Robert Schröder mit seinen Fingern das VAR-Zeichen und vermeldet nun, dass „der Spieler mit der Nummer sieben im Abseits gestanden hat“. Das vermeintliche 1:1 von Jae-sung Lee wird einkassiert, die Bayern gehen mit einem 1:0-Vorsprung in die Pause und fliegen am Samstagabend mit einem 2:1-Auswärtsdreier im Gepäck zurück nach München. Dass der Erfolg des Rekordmeisters verdient ist, bestätigen später auch die Mainzer . Was sie niemals erfahren werden: Wie das Spiel weitergegangen wäre, wenn Robert Schröders erste Entscheidung gezählt hätte.
„Ich habe keine Ahnung, warum der Schiri das abgepfiffen hat“, sagte ein sichtlich angefressener 05-Verteidiger Fabio Gruber. „Für mich ist es ein klares 1:1. Dann gehst du mit einem guten Gefühl in die Pause. Da überwiegt ein bisschen der Ärger.“ Und weiter: „Der Schiedsrichter hat uns nichts erklärt. Wenn dann mit Sille (Silvan Widmer). Es war wohl irgendwas mit Abseits. Aber er hatte das Tor ja schon gegeben. Deshalb ist es für mich ein Skandal. Aber gut, Bayern München wahrscheinlich. Ich weiß nicht, ob das für Mainz 05 so entschieden worden wäre.“ Paul Nebel beobachtete die Szene noch als Ersatzspieler von der Seitenlinie: „Wir waren alle sehr überrascht. Das ist natürlich bitter, wenn da ein Spieler liegt und deshalb nicht angepfiffen wird. Das habe ich noch nie erlebt, dass dann doch noch etwas gecheckt wurde, was vorher noch nicht gesehen wurde.“
Für Niko Bungert, den Sportdirektor der 05er, passte es ins Bild der vergangenen Wochen: „Wir haben in letzter Zeit nicht gerade Glück, was diese Entscheidungen angeht. Es ist schon extrem bitter, wenn der Video-Check abgeschlossen ist, ein Tor gegeben wird, aufgrund einer Behandlungspause noch ein zweiter Video-Check stattfindet und das Ding zurückgenommen wird. Das hat extrem wehgetan.“ Mehr noch hätte er gerne erlebt, wie es mit einem 1:1 weitergegangen wäre. „Das Tor hätte in der Euphorie, das 1:1 erzielt zu haben, schon etwas bewirkt. Wir waren total im Spiel und haben uns nicht unterkriegen lassen. Es ist bitter, dieses Glück nicht zu haben und dann den Gegenwind zu spüren. So ist der Fußball, und es bringt nichts, im Nachhinein zu meckern. Trotzdem hätte ich gerne das Spiel erlebt mit einem 1:1 rund um die 40. Minute.“