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Deutschland Cup: DEB-Team lässt gegen Lettland zu viele Chancen liegen

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft lässt beim 1:3 (0:0, 1:2, 0:1) gegen Lettland die Effizienz in der Offensive vermissen und muss nach dem Auftaktsieg gegen Österreich die erste Niederlage beim Deutschland Cup ein Düsseldorf einstecken.

Für den neuen Bundestrainer André Rankel war es zwei Tage nach dem 3:0 gegen Österreich bei seiner Premiere die erste Niederlage im zweiten Spiel an der Bande der Nationalmannschaft.

Zum Abschluss am Sonntag (14.45 Uhr) gegen die Slowakei hat die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nur noch geringe Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung. Der Olympiavierte Slowakei, der im Februar in Mailand für das deutsche Aus gesorgt hatte, überzeugte mit einem 6:1 (0:0, 4:1, 2:0) gegen Österreich.

DEB-Team nutzt zahlreiche Chancen nicht

Vor 8107 Zuschauern reichte ein Tor des Nürnbergers Nikolaus Heigl (29.) Rankels Team nicht zum zweiten Sieg. Bruno Osmanis (21.), Kristaps Skrastins (32.) und Rodrigo Abols (59.), kurz nachdem Tobias Ancicka das deutsche Tor verlassen hatte, trafen für die Letten.

Rankels Team hatte mit hohem Tempo und viel Zug zum Tor begonnen. Doch die zahlreichen Chancen blieben ungenutzt, der Iserlohner Julian Napravnik verfehlte sogar das leere Tor (13.). Das rächte sich, als die Letten zu Beginn des zweiten Drittels schnell in Führung gingen. Auch nach dem Ausgleich waren die Gäste im Abschluss cleverer, gingen schnell wieder in Führung.

Im Schlussdrittel drängte das DEB-Team weiter, hatte am Ende ein klares Plus bei den Schüssen aufs gengerische Tor, ließ aber die nötige Effizienz im Abschluss, auch im Powerplay, vermissen.

Russland-Frage bei der WM - weiter viele Unsicherheiten

Der Deutschland-Cup dient als Standortbestimmung für das deutsche Eishockey-Team unter dem neuen Bundestrainer André Rankel, auch im Hinblick auf die Heim-WM im kommenden Jahr. Ob das Turnier im Mai wie geplant in Deutschland stattfinden wird, ist aber weiterhin ungewiss, nachdem der Internationale Sportgerichtshof CAS in einem Berufungsurteil die Rückkehr Russlands auf die WM-Bühne ermöglicht hatte. Mehrere europäische Verbände, darunter die Top-Nationen Finnland, Schweden und Tschechien hatten daraufhin erklärt, nicht gegen Russland anzutreten. Auch wichtige WM-Sponsoren drohten mit Rückzug.

Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte am Freitag auf der Bundespressekonferenz erklärt, dass die Durchführbarkeit einer Eishockey-WM mit Russland "sportlich und wirtschaftlich faktisch unmöglich" sei.

Eishockey-Weltverband setzt auf Diplomatie

Der Eishockey-Weltverband IIHF unter dem deutschen Präsidenten Franz Reindl, dessen erste Beratungen nach dem CAS-Urteil ohne Ergebnis blieb, veröffentlichte am Samstag eine Erklärung, die jedoch auch nicht für mehr Klarheit sorgen konnte. Der IIHF sei "weiterhin nicht mit der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) zur Teilnahme Russlands an Weltmeisterschaften einverstanden", man werde nun aber die "notwendigen Schritte ergreifen, die das Urteil verlangt", hieß es in der Mitteilung des Weltverbands.

Es gelte nun zu prüfen, "welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um unsere Weltmeisterschaften zu schützen, die finanzielle Stabilität der Organisation zu wahren und die langfristige Zukunft des internationalen Eishockeys zu sichern". Der Verband werde daher alle verfügbaren Optionen abwägen, "einschließlich der Aufnahme von Gesprächen mit allen betroffenen Nationalverbänden, darunter auch der russische, um einen konstruktiven Weg nach vorn zu finden".

DEB-Vorsitzender Lutz: "Wir wollen die WM in Deutschland"

Frank Lutz, der Vorsitzende des Deutschen Eishockey-Bundes, äußerte sich zuversichtlich, dass man auf dem Weg der Sportdiplomatie "in naher Zukunft eine Lösung hinbekommen" werde, trotz der "komplizierten Situation" wie Lutz am Rande des Lettland-Spiels sagte. "Wir wollen die Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Deutschland abhalten. Und ich bin auch sehr optimistisch, dass wir das schaffen werden."

DEB-Vorstandsvorsitzender Frank Lutz

Dass die Bundesregierung dem russischen Team und Offiziellen für die WM in Deutschland keine Visa ausstellt, so wie es Gastgeber Kanada für die anstehende Junioren-WM angekündigt hat, sei "selbstverständlich" eine Möglichkeit, sagte DEB-Chef Lutz. Dies sei aber das letzte Mittel: "Wir reden immer darüber, dass wir die Autonomie des Sport haben und dass wir unsere Probleme selbst lösen wollen."

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