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WM-Bilanz des ASV Mainz 88: Zwei Medaillen, ein Verletzter

© Jose Tabares/ZUMA Press Wire/imago

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Michael Heinze

Astana. Zweimal Bronze und ein Verletzungsschock: So lautet die Bilanz der Athleten des Bundesligisten ASV Mainz 88 bei der Ringer-WM in Astana.

Der 88-Vorstand um Baris Baglan, Stefan Löhner und Karani Kutlu ist stolz auf seine Asse. „Wir haben mit unseren Athleten in Kontakt gestanden und aus der Ferne mitgefiebert“, sagt Baglan. „Gerade bei Athleten, die über Jahre hinweg das Gesicht des ASV geprägt haben, entsteht eine enge Verbindung. Besonders getroffen hat uns die Verletzung von Ulvi Ganizade.“ Als amtierender Weltmeister gehörte der Aserbaidschaner auch in Astana zu den Favoriten. Allein: Ihn stoppte eine schwere Knieverletzung im Viertelfinale. „Danach haben wir uns direkt ausgetauscht“, berichtet der ASV-Chef. „Die Enttäuschung bei ihm ist sehr groß, weil die WM abrupt beendet wurde und er wohl auch uns auf unbestimmte Zeit fehlen wird.“

Ulvi Ganizade fehlt nun auch in der Bundesliga

Ganizade war im 72-Kilo-Greco bärenstark ins Turnier gestartet. Im Achtelfinale hatte er Rintaro Sogabe (Japan) 9:4 besiegt. Im Viertelfinale hieß sein Kontrahent Mingiian Goriaev. In einem dramatischen Fight führte Ganizade kurz vor Ende nach einer Viererwertung 6:5 – verletzte sich dabei jedoch schwer am rechten Knie. Der 27-Jährige konnte kaum noch weiterkämpfen, gab unmittelbar danach Punkte ab und verlor schließlich, so Baglan, „6:7 durch verletzungsbedingten Abbruch“. Der 88-Boss ordnet ein: „Sein Ausscheiden war nicht sportlich bedingt. Ulvi war auf Medaillenkurs. Ohne die Verletzung wäre eine weitere Titelverteidigung absolut realistisch gewesen. Das Turnier ist für ihn äußerst unglücklich geendet und seine Verletzung trifft auch uns hart – weil er nach der WM für uns zum Einsatz kommen sollte. Sportlich freuen wir uns gleichzeitig über die starken Leistungen unserer Athleten.“

Im 86 Kilo-Freistil schnappte sich Malik Shavaev Bronze. Im Kampf um Platz drei besiegte der Kirgise den Russen Ibragim Kadiev. Shavaev lag im Bronzekampf zwischenzeitlich hinten. Doch in den Schlussekunden drehte er das Ding durch eine einzige Aktion zu seinen Gunsten. Zuvor hatte der 88er bereits den zweimaligen Weltmeister Kamran Ghasempour aus dem Iran geschultert.

Für Aufsehen sorgte auch Giorgi Meshvildishvili, der Bronze im 125-Kilo-Freistil gewann. Der gebürtige Tifliser, der seit 2023 die aserbaidschanische Staatsbürgerschaft besitzt, setzte sich im kleinen Finale gegen den für Ungarn startenden Vladislav Bajcaev durch. Durch die Disqualifikation des Magyaren sicherte sich der 34-Jährige mit dem prägnanten Vollbart vorzeitig den Sieg. Nach Olympia-Bronze 2024 und WM-Silber 2025 krallte sich Meshvildishvili erneut Edelmetall bei einem internationalen Großereignis.

88er bedauern Nichtnominierung von André Clarke

„Neben den Medaillenerfolgen unserer internationalen Athleten hätten wir uns gewünscht, mit André Clarke auch einen ASV-Athleten im deutschen WM-Team vertreten zu sehen“, resümierte Baglan. „Seine Leistungen sprechen für sich. Aus unserer Sicht hätte er sich diese Chance mehr als verdient gehabt.“ Als amtierender Deutscher Meister und mit einer bislang ungeschlagenen Saison in der Bundesliga habe der gebürtige Wiesbadener seine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Doch Baglan weiß: „Die Nominierungsentscheidung liegt letztlich beim Bundestrainerteam und ist zu respektieren. Dennoch hätten wir es André von Herzen gegönnt, Deutschland auf dieser großen Bühne zu vertreten.“

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