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Der ERC Ingolstadt hat gegen die Schwenninger Wild Wings eine 3:0-Führung aus der Hand gegeben und am Ende nur mit Mühe einen 4:3 (3:0, 0:1, 0:2, 1:0)-Sieg nach Verlängerung erzielt. Nach einem starken ersten Drittel ließen die Panther das Tabellenschlusslicht der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zurückkommen; Peter Abbandonato sicherte am Ende immerhin den Zusatzpunkt und verhinderte den ersten Heimsieg der Wild Wings in dieser Saison.
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Riley Sheen mit einem Doppelpack, Alex Breton mit seinem ersten Saisontor sowie Riley Barber, der alle drei Treffer vorbereitete, hatten die vermeintlich sichere Führung im ersten Drittel herausgeschossen und die schwierige Situation im Panther-Sturm wettgemacht. Denn die Mannschaft von Trainer Mark French musste im Schwarzwald den nächsten Ausfall verkraften: Nach Nathan Burns, Jakin Smallwood und Daniel Schmölz fiel am Freitagabend auch Abbott Girduckis verletzt aus. So kam der 18 Jahre alte Nachwuchsspieler Andreas Grin aus der U 20-Mannschaft des ERC zu seinem DEL-Debüt.
Dennoch wurde den Panthern einmal mehr ein schwaches letztes Drittel zum Verhängnis. „Das war eine Achterbahnfahrt“, meinte Siegtorschütze Abbandonato. „Wir haben so stark angefangen, aber wurden im zweiten Drittel zu nachlässig und haben ihnen immer mehr Schwung gegeben.“
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Dabei stand es für die Panther bereits 1:0, noch ehe die Gastgeber in die Partie gefunden hatten. Breton erkämpfte sich den Puck bei einem verunglückten Pass der Wild Wings an der Bande und erzielte nach einem Doppelpass von Myles Powell überlegt mit der Rückhand sein lange ersehntes erstes Saisontor (6.).
Und Breton ebnete gegen die schwache Defensive des Tabellenletzten auch den Weg zum zweiten Treffer: Im ersten Powerplay setzte sich der offensivstarke Verteidiger im eigenen Drittel gegen Mirko Höfflin durch. Barber leitete die Scheibe weiter auf Sheen, der zum 0:2 vollendete (8.). Die Panther zeigten sich auf der kleineren Eisfläche in der Helios-Arena zweikampfstark, zudem zahlte sich das Überzahltraining in der vergangenen Woche aus, denn auch im zweiten Powerplay schlugen sie eiskalt zu. Wieder traf Sheen, der nach einem Pass von Barber aus kurzer Distanz das 0:3 erzielte (15.).
Die Wild Wings mussten nicht nur die drei Gegentreffer, sondern auch eine bittere Verletzung verkraften. Nach einer guten Viertelstunde Spielzeit krachte Stürmer Vadim Schreiner nach einem Zweikampf mit Leon Hüttl in die Bande, verdrehte sich dabei das Knie und musste vom Eis geführt werden (16.). Während der anschließenden Strafzeit Hüttls machten die Gastgeber erstmals richtig Druck auf das ERC-Tor, doch Goalie Jonas Stettmer hielt die scheinbar beruhigende Führung seines Teams vor der ersten Pause mit starken Paraden gegen die Wild Wings um Kapitän Kyle Platzer (19.) fest.
„Wir fangen ein bisschen schlampig an, werden zweimal in Unterzahl betraft, haben dann am Ende unser Herz gefunden und Zug zum Tor gebracht“, analysierte Höfflin bei Magenta Sport. „Hinterherlaufen wird schwierig, aber wir sind bekannt dafür, nicht vorschnell aufzugeben.“ Der Ex-Panther nahm sich diesen Vorsatz selbst zu Herzen und zog gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts gefährlich vor das Tor der Gäste (21.). Indem die Ingolstädter offensiv deutlich weniger forsch agierten und auch in Überzahl ziemlich harmlos auftraten, ließen sie die Schwarzwälder stärker in die Partie kommen.
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Platzer und Austin Ortega (34.) verzeichneten die dicksten Chancen der Wild Wings und zwangen Stettmer zu starken Rettungsaktionen (34.). Vier Sekunden vor Drittelende war der Goalie schließlich erstmals bezwungen, als Höfflin einen Querpass von Ortega zum 1:3 nutzte (40.). „Es war bisher ziemlich perfekt – bis auf diese letzten Sekunden. Jetzt müssen wir uns im dritten Drittel auf einiges gefasst machen“, meinte Breton.
Tatsächlich setzten die Schwenninger ihre Aufholjagd nur drei Minuten nach Wiederbeginn fort, als Stettmer einen harmlosen Schuss von Philip Feist zum 2:3-Anschlusstreffer durchrutschen ließ (44.). Das Publikum peitschte die Mannschaft von Trainer Steve Walker nach vorne, die Führung der Panther wackelte immer mehr. Zunächst verhinderte der Pfosten den Ausgleich, kurz darauf musste Morgan Ellis in höchster Not klären (45.). Doch ausgerechnet in Überzahl gelang dem schwächsten Powerplay-Team der Liga nach einer unnötigen Strafe für Austen Keating der 3:3-Ausgleich durch Höfflin 52.).
Der ERC konnte in einer spannenden Schlussphase zwei Überzahlsituationen in Folge trotz einer Top-Chance für Sheen (57.) nicht zur erneuten Führung nutzen. Auf der anderen Seite musste Stettmer nach einer Strafe für Hüttl gegen Alexander Karachun retten (58.). So ging es in die Verlängerung, in der Abbandonato immerhin zwei Punkte für die Panther sicherte. D
Schwenninger Wild Wings: Eriksson – Schemitsch, Martinsson; Trivellato, Peters; Dziambor, Weber; Wilde – Uvira, Platzer, Karachun; Feist, Höfflin, Hänelt; Ortega, Valk, Bassen; Schreiner, Cornel, Hübner. – ERC Ingolstadt: Stettmer – Hüttl, Breton; Ellis, Wasenden; Tropmann, Ruopp – Barber, Abbandonato, Agostino – Vinzens, Powell, Sheen; Keating, Pietta, Pul; Grin, Schindler, Appendino. – Schiedsrichter: Schrader/Polaczek. – Zuschauer: 4320. – Tore: 0:1 Breton (6.), 0:2 Sheen (8./PP1), 0:3 Sheen (15./PP1), 1:3 Höfflin (40.), 2:3 Feist (44.), 3:3 Höfflin (52./PP1), 3:4 Abbandonato (OT). – Strafminuten: 12/12.
DK