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Frank Schmidt verlässt Fußball-Zweitligist 1. FC Heidenheim nach fast 20 Jahren, um eine Pause einzulegen. Warum er damit mehr bewegt als jede Debatte über Trainergesundheit.
Eigentlich ist es ein Armutszeugnis für den Profifußball, dass dieser Satz so aufhorchen lässt: Ein Trainer will „einfach eine Pause machen“. Kein Skandal, kein Zerwürfnis, keine Entlassung. Nur ein Mann, der nach fast 20 Jahren beim 1. FC Heidenheim merkt, dass er Luft braucht. Und das ausspricht.
Wie selten das ist, zeigt die Debatte der vergangenen Tage. Nach dem Zusammenbruch von Bayern-Coach Vincent Kompany wurde viel über Druck, Schlafmangel und den 24/7-Job an der Seitenlinie geredet. Viel Anteilnahme, viele kluge Sätze. Doch das System, das Trainer verschleißt, ändert sich nicht durch Betroffenheit. Es ändert sich, wenn Einzelne sich ihm verweigern.
Frank Schmidt tut genau das. Ohne großes Pathos, auf seine schwäbisch-pragmatische Art. Er wartet nicht, bis andere für ihn entscheiden oder der Körper ihn ausbremst. Er handelt vorsorglich, gibt dem Club Planungssicherheit und geht so, wie es einem wie ihm gebührt – erhobenen Hauptes.
Das sollte kein Einzelfall bleiben, sondern zum Normalfall werden. Wer zwei Jahrzehnte alles gegeben hat, schuldet niemandem eine detaillierte Begründung. Am wenigsten der Branche, die ihm nie eine Pause gegönnt hätte.