Zurück
In Europa hui, in der Liga pfui? VfB und die Top-Team-Frage
Bei Stuttgarts überraschend starkem Auftritt gegen Atlético fehlt nur die Krönung. Sind die Schwaben nun eine Spitzenmannschaft oder nicht? Effizienz bleibt ein Thema - auch vor dem Gladbach-Spiel.
Maximilian Mittelstädt wollte keine Zweifel aufkommen lassen. "Wir sind gut, keine Frage", sagte der Nationalspieler des VfB Stuttgart. "Wenn du gegen Atlético Madrid so spielst in der Champions League, dann bist du gut." Wie gut, da scheiden sich bei den Schwaben derzeit die Geister - auch nach dem 1:1 gegen den spanischen Topclub in der Fußball-Königsklasse.
In Europa hui, in der Liga pfui? Könnte man meinen. Doch zur Wahrheit gehört auch: Sechs ihrer nun sieben Punkte in der Champions League, in der sie klar auf K.o.-Phasen-Kurs liegen, holten die Stuttgarter gegen die internationalen Außenseiter Viking Stavanger (3:1) und Slovan Bratislava (3:0).
Zwei ihrer schon vier Niederlagen in der Bundesliga, in der sie hinterherhinken, kassierten sie gegen die nationalen Schwergewichte Bayern München (1:5) und Borussia Dortmund (0:1). Ein zweiter Blick lohnt also bei der Analyse.
Und auch ein dritter. Denn: Effizienz ist das Thema der Woche beim VfB. Gegen Atlético zeigten die Stuttgarter am Dienstagabend einen starken, mitunter famosen Auftritt. Laut Sportvorstand Fabian Wohlgemuth war es ihr "bestes Spiel" in der bisherigen Saison. Doch wie schon drei Tage zuvor bei der 0:1-Niederlage beim Hamburger SV ließen sie etliche Gelegenheiten aus.
"Wir waren klar besser, haben viele Chancen gehabt", sagte Kapitän Deniz Undav. "Das ist etwas, was uns gerade verfolgt: Dass wir daraus ein bisschen bis gar nix machen." Und was am Freitag (20.30 Uhr/Sky), wenn Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach zu Gast ist, wieder anders laufen soll.
"Beide Wettbewerbe sind wichtig für uns. Wir heben uns in keinem Spiel eine Idee für das nächste auf", erklärte Wohlgemuth. Ein Verdacht, dass sich die Stuttgarter für die glanzvollen Europapokal-Abende womöglich noch ein Stück weit mehr motivieren könnten, soll gar nicht erst aufkommen. Die "100 Prozent" und die "Energie" aus dem Atlético-Spiel nun auch gegen Gladbach wieder auf den Platz zu bekommen - das müsse das große Ziel sein, meinte Mittelstädt.
"Wenn wir diese Energie haben, sind wir eine Topmannschaft", sagte der 29-Jährige. Das klang schon anders als bei Teamkollege Undav vor wenigen Tagen. "Wir müssen anfangen, im Kopf zu haben, dass wir keine Spitzenmannschaft gerade sind", hatte der nach dem Dämpfer beim HSV noch gesagt.