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Mainz/Bochum. Weiter geht’s im DFB-Pokal: Der FSV Mainz 05 tritt an gegen den VfL Bochum. Was die Rheinhessen im Ruhrstadion erwartet.
Ist es aktuell für die 05er von Vorteil, nicht im eigenen Stadion antreten zu müssen?
Sollten die Spieler in diese Richtung denken, dann kann man nur raten: Schluss mit diesem Unfug. Es gibt im Fußball immer wieder Phasen, in denen nicht alles erklärbar ist. Dass die 05er in Heimspielen aktuell keinen Erfolg haben, das ist erklärbar: Die Mannschaft spielt dort in hohem Maße unkonzentriert, undiszipliniert, schlampig – und erst in Rückstand liegend erwachen Widerstandsgeist, Aggressivität und strukturierter Fußball. Das Phänomen: Der Unterschied binnen 90 Minuten zwischen rabenschlecht-passiven Phasen sowie vernünftig-lebendigen Phasen ist extrem. Das kann binnen Minuten umschlagen vom einen Extrem ins andere. Das ist nicht gut. Es ist an der Zeit, mit zwei Fingern in der Wunde zu bohren. Schontaktik in der Analyse und Vermittlung von Wahrheiten ist jetzt nicht mehr gefragt. Denn die Erfahrung lehrt: Wer sich gegen diese Heimaussetzer nicht entschieden zur Wehr setzt, der wird schon bald erkennen müssen, dass sich diese Defizite auch in die Auswärtsleistungen einschleichen.
Mit welchem Selbstverständnis treten die 05er-Profis an diesem Dienstagabend in Bochum an, in einem anderen Wettbewerb und auswärts?
Nicht zu prognostizieren. Wer zu seinen Basics Defensivsicherheit zählt, und dann in drei Heimspielen drei Niederlagen einfährt und zehn Gegentreffer fängt, der bleibt davon nicht unbeeindruckt. Zu Hause hinfallen und auswärts immer wieder aufstehen, das ist auf Dauer kein belastbares Konzept. DFB-Pokal im Ruhrpott, gegen eine Arbeitermannschaft, die der Trainer Uwe Rösler emotional aufladen wird bis zum Anschlag, das ist eine Herausforderung. Die Spieler von Urs Fischer müssen sich entscheiden: Wollen wir konstant und kompromisslos das machen, was wir physisch, taktisch und spielerisch gut können – oder lassen wir uns nach Heim- und Auswärtslaune so lange treiben, bis der Gesamtfaden reißt? Dieser Entscheidungsprozess fängt in Bochum an. Geht am Freitagabend in Elversberg weiter. Und findet seinen Höhepunkt im nächsten Heimspiel – gegen den FC Bayern.
Was wird der VfL Bochum für ein Pokalgegner sein?
Die Bochumer haben zuletzt drei Spiele hintereinander verloren. Nun ist ihnen gegen den prinzipiell übermächtigen VfL Wolfsburg ein 1:1 gelungen. Taktisch leicht verändert, statt im 4-2-3-1 im 4-2-2-2. Enger gegen den Ball, vorn flexibler mit zwei Spitzen und zwei seitlichen Zehnern. Der VfL, tabellarisch einer von sechs Clubs, die mit acht Punkten am Tabellenende stehen, wird sehr viel rennen, sehr giftig Zweikämpfe führen, hoch intensiv um zweite Bälle kämpfen und in einem rasanten Tempo kontern. In einem Stadion, das beben wird vor Lärm.
Welcher Bochum-Profi kann an einem solchen Abend besonders in Erscheinung treten?
Gerrit Holtmann, einer der schnellsten Spieler im deutschen Fußball, ist gegen seinen Ex-Club Mainz 05 immer besonders gut gelaunt. Wenn der Stürmer heiß läuft, dann wird es gefährlich.
Was wird besonders wichtig sein für die 05er?
Glasklare Abläufe in der Defensivarbeit, auf die Bochumer Zeit- und Raumdruck ausüben, Kontrolle erarbeiten über sauberes, druckvolles und geradliniges Passspiel. Und zwar vom Anpfiff weg.