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Mit diesen fünf Stars sollte der VfB verlängern – mit diesen drei aber nicht

Acht wichtige Verträge laufen 2028 aus, doch Stuttgart sollte nur einen Teil dieser Spieler langfristig binden und bei den anderen einen Abschied vorbereiten.

Erfolgreiche Mannschaften zusammenzuhalten, gehört zu den schwierigsten Aufgaben im Profifußball. Wer sich entwickelt, wird für andere Vereine interessant und erwartet bessere Konditionen. Gleichzeitig darf ein Klub nicht allein deshalb verlängern, weil ein Spieler in der Vergangenheit wichtig war.

Genau vor dieser Abwägung steht der VfB Stuttgart. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth muss entscheiden, welche Teile der Mannschaft auch künftig das Fundament bilden sollen. Die bisherige Erfolgsgeschichte darf dabei nicht den Blick auf die kommenden Jahre verstellen.

Wie 90min bereits berichtete, laufen im Sommer 2028 die Verträge von acht wichtigen Spielern gleichzeitig aus. Bei möglichen Verkäufen wird deshalb schon der Sommer 2027 entscheidend.

1. Ermedin Demirovic: Tore sind das stärkste Argument

Ermedin Demirović gehört mit seinen Toren zu den Spielern, die Stuttgart langfristig halten sollte | DeFodi Images/GettyImages

Demirović gehört an die Spitze der Verlängerungsliste und das, obwohl es im Sommer noch zahlreiche Gerüchte um einen vorzeitigen Abgang gab. Gegen Gladbach gelang ihm ein Doppelpack, eine Woche später traf er beim 4:2 in Leverkusen erneut zweimal. Es waren bereits seine Saisontore acht und neun.

Solche Leistungen sind ein starkes Argument, ihn langfristig zu halten. Einen funktionierenden Torjäger zu verkaufen, bedeutet schließlich mehr als den Verlust seiner Treffer: Stuttgart müsste einen Ersatz finden, bezahlen und integrieren, der anschließend ebenfalls zuverlässig liefert.

Gerade bei Veränderungen in anderen Mannschaftsteilen braucht der VfB einen verlässlichen Fixpunkt im Angriff. Demirović erfüllt diese Rolle, in einer Schwächephase von Kapitän Deniz Undav, derzeit perfekt.

2. Maximilian Mittelstädt: Die linke Seite nicht unnötig aufreißen

Maximilian Mittelstädt sollte dem VfB auf der linken Seite auch über 2028 hinaus Stabilität geben | BSR Agency/GettyImages

Mittelstädt verbindet Erfahrung mit einer klaren Rolle im Stuttgarter Spiel. Er kennt die Anforderungen von Sebastian Hoeneß und kann auf der linken Seite defensive Aufgaben mit offensiven Impulsen verbinden. Schon seine frühzeitige Vertragsverlängerung bis 2028 war ein Bekenntnis zu seiner Entwicklung.

Stuttgart sollte diese Zusammenarbeit fortsetzen. Wenn im Mittelfeld und möglicherweise auf der rechten Abwehrseite Veränderungen anstehen, wäre ein zusätzlicher Wechsel links ein vermeidbares Risiko.

Da Mittelstädt bei seinem bisherigen Vertragsende 31 Jahre alt sein wird, sollte der Anschlussvertrag überschaubar bleiben. Das spricht gegen eine überlange Laufzeit, aber nicht gegen die Verlängerung an sich.

3. Ramon Hendriks: Eine Investition in die Zukunft

Ramon Hendriks bringt Vielseitigkeit und Entwicklungspotenzial mit – gute Gründe für eine frühzeitige Verlängerung | Xinhua News Agency/GettyImages

Bei Hendriks sprechen sportliche und wirtschaftliche Überlegungen für einen neuen Vertrag. Der Niederländer kann innen verteidigen und links aushelfen. Als Mittelstädt zuletzt fehlte, übernahm er dessen Position und gab Hoeneß damit eine zusätzliche Lösung innerhalb des bestehenden Kaders.

Diese Vielseitigkeit ist besonders wertvoll, wenn Stuttgart den Kader verändern muss. Hendriks kann mehrere Aufgaben übernehmen und hat zugleich noch Entwicklungspotenzial.

Eine Verlängerung würde außerdem verhindern, dass der VfB bei einem späteren Transferinteresse durch eine kurze Restlaufzeit unter Druck gerät. Stuttgart sollte ihn deshalb nicht nur als Ergänzung betrachten, sondern als langfristigen Bestandteil seiner Defensive.

4. Jeff Chabot: Nicht die gesamte Erfahrung abgeben

Jeff Chabots Erfahrung wäre ein wichtiger Rückhalt für eine veränderte Stuttgarter Defensive | DeFodi Images/GettyImages

Ein Umbruch benötigt Spieler, die auch schwierige Phasen auffangen können. Chabot bringt dafür Erfahrung und körperliche Präsenz mit. Beim 2:0 in Paderborn war er ein Garanten für das Spiel ohne Gegentor; zusätzlich erzielte er einen Treffer.

Neben jüngeren Verteidigern wie Finn Jeltsch - bei dem ein Abgang im Sommer sicher nicht ausgeschlossen ist - wäre ein solcher Anker enorm wichtig. Stuttgart sollte nicht sämtliche Verantwortung gleichzeitig an die nächste Generation weiterreichen.

Chabot langfristig zu halten, bedeutet dabei keine unveränderliche Stammplatzgarantie. Er kann die Abwehr stabilisieren und zugleich einen Übergang begleiten, in dem andere Spieler schrittweise mehr Verantwortung übernehmen.

5. Chris Führich: Kreative Qualität bewahren

Chris Führich gewinnt wieder an Einfluss und sollte ein kreativer Fixpunkt im VfB-Kader bleiben | PS Images/MB Media/GettyImages

Führichs Saison war bislang nicht durchgehend überzeugend. Zuletzt gewann er allerdings wieder an Einfluss. Beim Sieg in Leverkusen bereitete er das wichtige 3:1 von Bilal El Khannouss vor und half damit, die Partie nach der Pause erneut in Richtung VfB zu lenken. Auch in den beiden Spielen gegen Paderborn war er jeweils entscheidend am Sieg beteiligt.

Seine Fähigkeit, auf dem Flügel Gegner zu binden und durch Dribblings Räume zu öffnen, bleibt wertvoll. Sollte Stiller gehen, dürfte Stuttgart nicht gleichzeitig zu viel weitere kreative Qualität verlieren. Führich ist deshalb ein Spieler, den der VfB halten sollte.

6. Angelo Stiller: Der schmerzhafte, aber sinnvolle Verkauf

Angelo Stiller ist sportlich schwer zu ersetzen – ein Verkauf 2027 wäre dennoch eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung | DeFodi Images/GettyImages

Stiller steht auf dieser Seite der Liste ausdrücklich nicht wegen mangelnder Qualität. Im Gegenteil: Er strukturiert den Spielaufbau und ist sportlich schwer zu ersetzen. Beim 2:0 in Paderborn bereitete er beispielsweise beide Treffer vor.

Genau diese Qualität macht ihn aber auch zum naheliegenden Kandidaten für einen größeren Verkauf. Eine zeitnahe Verlängerung zeichnete sich nach jüngsten Medienberichten zuletzt nicht ab. Eine endgültige Entscheidung war damit allerdings nicht verbunden.

Die Empfehlung wäre daher, den Schwerpunkt nun auf einen gut vorbereiteten Verkauf im Sommer 2027 zu legen. Stuttgart sollte nicht versuchen, Stiller durch ein finanziell immer anspruchsvolleres Angebot unbedingt zu halten. Ein angemessener Transfererlös könnte helfen, die Mannschaft an mehreren Stellen weiterzuentwickeln.

Dafür braucht der VfB frühzeitig einen Nachfolgeplan. Stillers Abgang wäre ein sportlicher Verlust – ihn bewusst zu gestalten, wäre dennoch vernünftiger, als erst im letzten Vertragsjahr reagieren zu müssen.

7. Atakan Karazor: Verdienste rechtfertigen keinen neuen Vertrag

Bei Atakan Karazor spricht die veränderte Rolle gegen einen neuen Vertrag über 2028 hinaus | PS Images/MB Media/GettyImages

Karazors Stellung hat sich verändert. Deniz Undav übernahm im Sommer das Kapitänsamt, das der Mittelfeldspieler zuvor zwei Jahre ausgeübt hatte. Gleichzeitig fällt seine sportliche Beteiligung bislang geringer aus als die von Stiller oder Grischa Prömel.

Der Verlust der Binde allein wäre kein Argument gegen eine Verlängerung. Zusammen mit der veränderten Rolle zeigt er aber, dass die Mannschaft bereits andere Schwerpunkte entwickelt.

Mit Yanik Spalt drängt zudem ein jüngerer Mittelfeldspieler nach, den Stuttgart nach seinem Auftritt in Istanbul langfristig halten möchte. Diese Entwicklung sollte der VfB fördern, statt Karazor frühzeitig erneut zu binden.

Seine aktuelle Verletzung ist dabei nicht ausschlaggebend. Entscheidend ist die Perspektive: Ein neuer Vertrag müsste mit einer klaren sportlichen Aufgabe begründet werden. Dafür sprechen derzeit zu wenige Argumente.

8. Josha Vagnoman: Verfügbarkeit stärker gewichten als Potenzial

Josha Vagnoman liefert offensive Impulse, doch seine wiederkehrenden Ausfälle erschweren die langfristige Planung | DeFodi Images/GettyImages

Vagnoman besitzt Qualitäten, die ihn für Hoeneß wertvoll machen. Seine Dynamik und seine Offensivbeiträge sprechen gegen die Vorstellung, er sei sportlich leicht zu ersetzen. Trotzdem muss Stuttgart bei einem neuen Vertrag die langfristige Planbarkeit stärker gewichten.

Aktuell fehlt der Rechtsverteidiger erneut wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel. Seine wiederkehrenden Ausfälle erschweren es, eine dauerhaft eingespielte rechte Seite aufzubauen.

Eine einzelne Verletzung rechtfertigt selbstverständlich keine Trennung. Für die Vertragsplanung zählt jedoch das Gesamtbild aus Qualität und Verfügbarkeit. Der VfB sollte auf dieser Position eine verlässlichere Lösung aufbauen, statt sich erneut langfristig an dieselbe Unsicherheit zu binden.

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