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Nach dem 2:2 des FC Bayern gegen Arsenal in der Champions League sieht TV-Experte Dietmar Hamann nicht nur Verbesserungsbedarf auf dem Platz, sondern stellt auch die Kaderplanung der Münchner infrage.
Vor allem mit Blick auf die kommenden Wochen könnte sich die personelle Situation als problematisch erweisen.
„Wir haben jetzt Mitte Oktober, es sind noch zwei Monate bis Jahresende und du hast noch acht, neun, zehn Spiele, die unheimlich wichtig sind, auch in der Champions League“, warnte Hamann bei Sky. Der ehemalige Bayern-Profi befürchtet, dass der Rekordmeister für das anstehende Programm nicht breit genug aufgestellt sein könnte.
Ein besonderes Augenmerk legte Hamann auf die Spieler, die gegen Arsenal in die Mannschaft rückten. Durch die Ausfälle von Joshua Kimmich, Michael Olise und Jamal Musiala starteten unter anderem Tom Bischof, Ismael Saibari und Lennart Karl. Über Letzteren fand Hamann deutliche Worte: „Er ist momentan nicht wirklich auf der Höhe.“
Bayern-Trainer Vincent Kompany sieht die Situation gelassener. „Der Rhythmus und die Leistungen werden schon noch kommen. Er spielt noch nicht auf dem Niveau der letzten Saison, aber das ist auch in Ordnung“, erklärte der Belgier. Und weiter:
„Er weiß, dass so etwas vorkommt, und er weiß, dass wir Geduld mit ihm haben. Irgendwann wird er uns den Lennart Karl zeigen, den wir alle kennen. Er ist noch jung, er hatte ein paar Verletzungen. Es wird schon wieder klappen – ich mache mir keine Sorgen.“
Neben Karl konnte Hamann auch Neuzugang Ismael Saibari nicht vollständig überzeugen. Der Marokkaner habe sich zwar „bemüht, war aber auch glücklos“. Saibari und Bischof hätten ihre Aufgaben gegen Arsenal durchaus „ordentlich“ erledigt. Die fehlenden Stammkräfte könnten sie jedoch nicht gleichwertig ersetzen, befand Hamann.
Grundsätzlich sei entscheidend, dass auch die Ersatzspieler ihren Beitrag leisten, wenn wichtige Leistungsträger ausfallen. „Du willst deine besten Spieler auf dem Feld haben, aber die, die reinkommen, müssen dann schon auch funktionieren“, betonte der 53-Jährige.
Seine Bedenken begründet Hamann auch mit den Veränderungen im Kader. Im Sommer verpflichtete der FC Bayern unter anderem Saibari und Nathaniel Brown. Gleichzeitig ließ der deutsche Rekordmeister allerdings Leon Goretzka, Raphael Guerreiro und den ausgeliehenen Nicolas Jackson ziehen.
Hamann verwies darauf, dass die drei Spieler zusammengerechnet auf mehr als 100 Einsätze gekommen seien. „Die drei könnten dem FC Bayern schon über kurz oder lang abgehen“, warnte er. Aus seiner Sicht könnte sich der Verlust dieser Alternativen im weiteren Saisonverlauf bemerkbar machen.
Das Unentschieden gegen Arsenal war für die Münchner das zweite sieglose Champions-League-Spiel in Folge. Zuvor hatte der deutsche Rekordmeister bei Viking Stavanger ein 3:3 erreicht. In der Bundesliga und im Europapokal stehen nun weitere wichtige Aufgaben an.
Von Lukas Neth