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Daniil Medvedev hat in Almaty gezeigt, dass ein verlorener erster Satz nicht zwangsläufig eine falsche Richtung vorgibt. Beim 6:7, 6:1, 6:3 gegen Nikoloz Basilashvili verteidigte er seinen Titel, nachdem ihm zunächst nur wenige Punkte zum besseren Start gefehlt hatten. Die Reaktion auf diesen Rückschlag entschied das Endspiel deutlicher als der knappe Auftakt.
„Es war nicht einfach, aber ich hatte meine Chancen im ersten Satz“, sagte Medvedev. Seine Einschätzung erklärt, warum der Satzverlust nicht automatisch einen grundsätzlichen Zweifel am eigenen Spiel auslösen musste. Wer bereits Möglichkeiten findet, braucht nicht zwingend einen völlig neuen Plan, sondern zunächst die Überzeugung, weitere Chancen nutzen zu können.
Medvedev betonte auch seinen Zustand: „Ich fühlte mich frisch, körperlich gut.“ Die verletzungsbedingte Aufgabe von Alexander Bublik im Halbfinale habe ihm zusätzlich geholfen. Im Endspiel konnte er nach dem engen Beginn weiter zulegen, statt den Rückstand mit einer langen körperlichen Vorgeschichte verbinden zu müssen.
Das Ergebnis der folgenden Sätze macht den Unterschied sichtbar. Basilashvili hatte den ersten Durchgang gewonnen, konnte daraus jedoch keine anhaltende Kontrolle entwickeln. Medvedev wiederum ließ aus dem verlorenen Tiebreak keinen weiteren engen Satz entstehen. Er verschaffte sich danach deutlich mehr Abstand auf der Anzeigetafel und musste den Titel nicht noch einmal in einem Tiebreak entscheiden.
Für den Sieger ist das ein Erfolg mit zusätzlicher Bedeutung: Erstmals gewann er dasselbe ATP-Turnier ein zweites Mal. Der ungewöhnliche persönliche Meilenstein ist allerdings weniger wichtig als die aktuelle Verlässlichkeit, die ein vierter Titel in dieser Saison erkennen lässt. Alle vier Erfolge gelangen auf Hartplatz.
Mit 3.660 Punkten steht Medvedev im Jahresrennen auf Rang fünf. Der Titel verbessert seine Ausgangslage im Kampf um die ATP Finals, auch wenn aus einem Vorsprung noch keine abgeschlossene Qualifikation wird. Für die folgenden Turniere zählt vor allem, dass er selbst Punkte hinzugefügt hat, statt ausschließlich auf Ergebnisse der Konkurrenz angewiesen zu sein.
Basilashvili verpasste seinen ersten Titel seit Mai 2021, kehrte durch den Finaleinzug aber in die Top 100 der Live-Weltrangliste zurück. Das verleiht seiner Woche auch ohne Pokal einen greifbaren Ertrag.
So endet Almaty für beide mit Fortschritt, jedoch auf unterschiedlichen Ebenen. Basilashvili verbessert seine Position, Medvedev verbindet den Titel mit einer stärkeren Ausgangslage für den Saisonabschluss und einer überzeugenden Antwort auf den schwierigen Beginn.