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Wer an das Stadion von Borussia Dortmund denkt, dem schießt unweigerlich sofort der Anblick der imposanten Südtribüne in den Kopf. Hier sind die BVB-Ultras um die beiden Gruppen „The Unity“ und „Desperados“ zu Hause und sorgen für Stimmung. Bei jedem Heimspiel ist die Südtribüne in ein Meer von tausenden schwarz-gelben Trikots, Schals und Fahnen getaucht.
Wer genau hinschaut, kann allerdings hin und wieder auch Fahnen anderer Klubs auf der Südtribüne entdecken. Ein ungewöhnlicher Anblick. Der Grund dafür sind einige Freundschaften und Verbindungen, die die BVB-Ultras zu Fanszenen anderer Vereine pflegen. Welche das sind, haben wir hier für dich zusammengefasst.
Die bekannteste Verbindung der Dortmunder Fanszene führt nach Köln. Erste Kontakte gehen Berichten zufolge bereits auf die Vor-Klopp-Zeit beim BVB zurück, als ein erster Austausch zwischen den Desperados und der mittlerweile aufgelösten Kölner Gruppe „Boyz“ entstand.
In den Jahren danach weiteten sich die Kontakte der Ultra-Gruppierungen auch über Desperados und Boyz hinweg aus. Köln-Trikots oder gemeinsame Schals sind auf der Südtribüne heute keine Seltenheit. Auch aufgrund der geografischen Nähe gibt es zahlreiche gegenseitige Besuche. Dass Fanlieblinge wie Kevin Großkreutz und Neven Subotic für beide Vereine spielten, verstärkte die Verbundenheit letztlich auch unter den „Normalo“-Fans.
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Dennoch hält der Kontakt der Fanszenen bis heute, wobei insbesondere die Desperados diesen nach Essen pflegen. Essen selbst pflegt daneben eine weitere Freundschaft mit dem 1. FC Köln, wodurch sich die Dortmunder und die Essener Fanszene über die Kölner Verbindung gleich doppelt nahestehen.
Mit der griechischen Gruppe Super 3 von Aris Thessaloniki verbindet The Unity eine langjährige internationale Freundschaft. Die ersten Kontakte entstanden einst zu Super-3-Mitgliedern aus Deutschland, wie The Unity einmal selbst im Stadionheft „Vorspiel“ berichtete. Daraus entwickelten sich erste Besuche bei Spielen von Aris im Kleanthis-Vikelidis-Stadion in Griechenland. Über die Jahre wuchs und festigte sich diese Freundschaft.
Zu einer heiklen Auswärtsreise wurde diese Freundschaft im Oktober 2015. Damals trat Borussia Dortmund bei Aris‘ Stadt- und Erzrivalen PAOK Thessaloniki in der Europa League an. Insbesondere PAOKs Fangruppierung „Gate 4“ gehört zu den berüchtigtsten und extremsten Fanszenen in Europa. Der BVB warnte seine Fans damals vor möglichen gewalttätigen Übergriffen, wie „Focus“ berichtete, und rief dazu auf, sich nicht in Fankleidung in der Stadt aufzuhalten, keine Hotels in der Nähe des PAOK-Stadions zu buchen und nicht laut in Gruppen durch die Stadt zu ziehen.
Zur dänischen Gruppe Alpha von Bröndby IF pflegt The Unity seit 2009 intensivere Beziehungen. Die ersten Kontakte entstanden damals nach einem Kongress der Football-Supporters-Europe, wo es zu einer ersten Annäherung kam. Durch regen Austausch und gegenseitige Stadionbesuche entwickelte sich eine gefestigte Freundschaft, die noch immer hält und bei Anwesenheit von Bröndby-Fans auf der Südtribüne durch eine entsprechende Fahne zelebriert wird.
In der Folge verhängte die UEFA Geldstrafen. Zudem ordnete die Polizei in Dänemark aus Sorge vor weiteren Ausschreitungen beim Rückspiel in Kopenhagen den Verkauf von personalisierten Tickets an. Für die aktive Fanszene ein rotes Tuch, die die Reise in die dänische Hauptstadt daraufhin boykottierte. Auch 2025 trat Borussia Dortmund beim FC Kopenhagen an. Wieder gab es nur personalisierte Tickets, wieder gab es keinen organisierten Auswärtssupport seitens der BVB-Fans.
Die Freundschaft zur Ultra-Szene von Catania wird vor allem von den Desperados Dortmund getragen und besteht vor allem zu der Gruppierung Irriducibili 1991 Catania. Immer wieder sind deutsche Anhänger im Stadion Angelo Massimino in Catania oder bei Auswärtsspielen der Sizilianer anzutreffen, ebenso besuchen Catania-Fans Spiele im Signal Iduna Park.
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Die Verbindung beider Fanlager führte auch schon zur Anfeindung anderer Klubs. Als Borussia Dortmund 2015 auf Juventus Turin traf, entrollten die Turiner Fans ein Transparent mit der Aufschrift „Der Freund meines Feindes ist mein Feind. Dortmund Scheiße, Catania Merda, Napoli Colera.“ Hintergrund war damals auch eine inzwiwschen wieder abgeflachte Nähe zu Fans aus Neapel, einem der Rivalen von Juventus.