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Der frühere Handball-Nationalspieler und Meistertrainer Martin Schwalb hat seine Prostatakrebserkrankung öffentlich gemacht. Die Diagnose erhielt der 63-Jährige nach eigenen Angaben im vergangenen Sommer. „Das war natürlich ein Schlag ins Kontor“, sagte Schwalb dem Portal „handball-world“ bezüglich der Nachricht.
Vor dreieinhalb Wochen wurde der frühere Trainer des HSV Hamburg operiert. Dabei entfernten die Ärzte seine Prostata vollständig. „Ich erhole mich gerade noch von der Operation. Aber mir geht es gut“, berichtete Schwalb. Eine anschließende Chemotherapie oder Bestrahlung sei derzeit nicht notwendig.
Warum soll man das nicht erzählen?
Martin Schwalb, Handballlegende
Auf seine Erkrankung aufmerksam geworden war Schwalb durch regelmäßige Kontrollen seines PSA-Wertes. PSA steht für prostataspezifisches Antigen. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das von der Prostata gebildet wird und dessen Konzentration im Blut unter anderem Hinweise auf Veränderungen des Organs geben kann.
Weitere Untersuchungen und eine Gewebeprobe brachten schließlich Gewissheit: Bei dem früheren Nationalspieler wurde ein Tumor entdeckt. Nach der erfolgreichen Operation stehen nun zunächst die Erholung und weitere Kontrolluntersuchungen im Mittelpunkt.
Schwalb hat sich bewusst dafür entschieden, seine Erkrankung öffentlich zu machen. Damit möchte er auch andere Männer dazu bewegen, sich mit dem Thema Prostatakrebs und Vorsorge auseinanderzusetzen.
„Warum soll man das nicht erzählen? Man muss den Menschen auch sagen, dass man so etwas durch Vorsorge erkennen und behandeln kann. Und dass es uns Männer wirklich betreffen kann“, erklärte der frühere Meistertrainer im Gespräch mit „handball-world“.
Unterstützung erhielt der gebürtige Stuttgarter während der vergangenen Monate vor allem von seiner Familie und langjährigen Freunden. Besonders geholfen hätten ihm demnach die ehemaligen Handballspieler Michael und Uli Roth. Beide waren ebenfalls an Prostatakrebs erkrankt und konnten ihre Erfahrungen mit Schwalb teilen.
Ich bin voll drin im Handball. Es ist der Sport, mit dem ich mein Leben verbringe. Ich liebe ihn ohne Ende
Martin Schwalb
Die Erfahrungen der vergangenen Monate hätten ihm zudem noch einmal vor Augen geführt, worauf es im Leben ankomme. „Das Schöne ist, dass mich das nur darin bestärkt, dass das Leben geil ist. Dass man lachen und sich mit guten Menschen umgeben soll“, sagte Schwalb. Familie und Freunde seien entscheidend. „Kein Streit ist es wert.“
Auch beruflich hat Schwalb seine Zukunft im Handball noch nicht abgeschrieben. Seine Begeisterung für den Sport sei ungebrochen. „Ich bin voll drin im Handball. Es ist der Sport, mit dem ich mein Leben verbringe. Ich liebe ihn ohne Ende“, sagte der 63-Jährige.
Zuletzt stand Schwalb bis Februar 2025 beim HC Erlangen als Trainer an der Seitenlinie. Nach eigenen Angaben hat er inzwischen mehrere Angebote und Anfragen erhalten – sowohl aus Deutschland als auch aus dem Ausland. Die passende Gelegenheit sei bislang allerdings nicht dabei gewesen. Auch die Übernahme einer Nationalmannschaft könne er sich vorstellen.
Martin Schwalb wurde am 4. Mai 1963 in Stuttgart geboren und gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Handballs. Als Spieler absolvierte er 428 Bundesliga-Partien und erzielte dabei 2272 Tore. Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann er 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Silbermedaille.
Auch als Trainer feierte Schwalb große Erfolge. Den HSV Hamburg führte er die Mannschaft 2011 zur deutschen Meisterschaft. 2013 folgte der bislang größte internationale Erfolg: der Gewinn der Champions League mit den Hamburgern durch einen Finalsieg gegen den FC Barcelona.
Weitere Stationen seiner Trainerkarriere waren unter anderem die SG Wallau/Massenheim und die Rhein-Neckar Löwen. Sein bislang letztes Engagement im Profisport endete im Februar 2025 beim HC Erlangen.