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Das Leben eines professionellen Tennisspielers bringt zahlreiche Schwierigkeiten und Fallstricke mit sich, die Fans vor dem Bildschirm oder während der Matches naturgemäß kaum wahrnehmen.
Auch über eine gesamte Saison hinweg konstant zu bleiben, ist keineswegs selbstverständlich. Vielleicht lassen es die Leistungen der „Big Three“ in der Tennisgeschichte oder aktuell von Spielern wie Jannik Sinner, Carlos Alcaraz und Alexander Zverev leichter erscheinen, als es tatsächlich ist.
In einem ausführlichen Interview mit L’Équipe sprach Casper Ruud über dieses Thema. Der Norweger versucht, die Saison beim Masters 1000 in Paris bestmöglich abzuschließen, bei dem er das Viertelfinale erreicht hat. Über das Leben als Tennisspieler sagte Ruud: „Das Schwierigste ist, dass es ein sehr eintöniges und sich ständig wiederholendes Leben ist. Das Training kann Spaß machen, aber es kann auch anstrengend werden. Die Matches sind natürlich aufregend, mental aber ebenfalls sehr ermüdend. Wir haben so viele Pflichtturniere, dass uns lange Trainingsphasen fehlen – genau die Phasen, in denen man sich wirklich verbessern kann.“
Mit Blick auf den äußerst vollen Turnierkalender berichtete der Spieler aus Oslo, dass er 2025 mit erheblichen Belastungen zu kämpfen hatte: „Man hat keine Zeit zum Durchatmen, kann nicht ein oder zwei Monate nach Hause fahren und richtig trainieren. Die einzige Möglichkeit dazu gibt es in der Pause zwischen den Spielzeiten. Und selbst dann: Wenn man bei den ATP Finals spielt, endet die Saison Ende November, und Anfang Januar muss man in Australien schon wieder bereit sein. All das hatte im vergangenen Jahr dazu geführt, dass ich morgens beim Klingeln des Weckers keine Lust mehr hatte aufzustehen und zum Training zu gehen.“
Im Gespräch mit dem Tennis Channel äußerte sich Ruud nach seinem starken Sieg gegen Jan-Lennard Struff zudem zum aktuellen Zustand des Tennissports: „Im modernen Tennis wird es nicht mehr so viele großartige Ballwechsel geben, weil jeder gut aufschlägt, gut returniert und jedes Mal angreift, sobald sich eine Gelegenheit bietet. Ich hatte nicht immer den Mut, große Schläge zu versuchen, wenn ich eine echte Chance gesehen habe. Ich war etwas passiv, weil mein Spiel eher darauf ausgerichtet war, den Gegner nach und nach unter Druck zu setzen und vielleicht auf seinen Fehler zu warten. Wenn man die anderen Spieler sieht und beobachtet, wie sie heutzutage den Ball schlagen, versucht man, mit seinem eigenen Tennis etwas mehr zu bewirken. Das bleibt eine ständige Herausforderung – wahrscheinlich für den Rest meiner Karriere.“