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In einem spannenden Spiel ging Borussia Dortmund durch Jobe Bellingham (34.) in Führung, das Tor wurde aber aufgrund einer Abseitsposition anschließend zurückgenommen. Der Treffer zeigte aber, dass der BVB durchaus mit dem Bundesligaprimus aus München mithalten kann. Das Endergebnis von 2:2 unterstreicht dies These fett.
Auch im restlichen Verlauf der Partie präsentierten sich die Gäste in der Allianz Arena deutlich gefährlicher, als es in der Vergangenheit oft der Fall war, wenn es zu hohen Niederlagen kam. Vor allem nach den Rückständen brach das Team nicht zusammen und geriet keineswegs unter die Räder.
Die Kontinuität mit Niko Kovac an der Seitenlinie macht sich bezahlt. Dortmund ist in der Lage, über einen längeren Zeitraum gute Ergebnisse einzufahren. Auch wenn es bei der spielerischen Attraktivität noch Luft nach oben gibt.
Erkenntnis: Schafft es die Borussia, die Konstanz in den Ergebnissen zu halten und hat auf dem Transfermarkt ein gutes Händchen, könnten auch wieder Titel fällig werden. Hierfür müsste die Mannschaft aber wohl durch Unterschiedsspieler ergänzt werden, wie sie in der Vergangenheit in Dortmund spielten.
Dabei denkt man an Namen wie Erling Haaland, Jude Bellingham, Robert Lewandowski oder Ousmane Dembélé. Das Fehlen solcher Kaliber in der Aufstellung der Dortmunder macht aber noch den entscheidenden Unterschied zu Bayern aus.
In der ersten Halbzeit musste der FC Bayern verletzungsbedingt wechseln. Und das gleich zwei Mal. Zuerst verabschiedete sich Ismael Saibari (29.) nach einem Zusammenprall mit Gregor Kobel, kurz darauf saß Serge Gnabry (31.) auf dem Rasen und bat um seine vorzeitige Auswechslung.
Zehn Minuten vor Ende der Partie traf es dann ausgerechnet auch noch Michael Olise, der vom Platz humpelte. Für den angeschlagenen Franzosen kam Lennart Karl (84.) ins Spiel. Der junge Flügelstürmer war quasi der letzte Angreifer, den Trainer Aaron Danks noch bringen konnte.
Hinzu kommt der Ausfall von Luis Díaz, der sich gegen RB Leipzig (6:1) vor zwei Wochen einen Muskelbündelriss zuzog und bis zu sechs Wochen ausfallen könnte. Die Münchner sind in der Offensive stark dezimiert und müssen so bis Jahresende noch neun Spiele in der Champions League und in der Bundesliga absolvieren.
Erkenntnis: Momentan wirkt der Kader der Bayern trotz zahlreicher Stars in der Breite zu dünn besetzt. Eigentlich wurde von den Verantwortlichen ein ruhiges Winter-Transferfenster prognostiziert. Angesichts der vielen Verletzten sollten jetzt doch Überlegungen angestrengt werden, zumindest für die Díaz-Position eine hochwertige Alternative zu verpflichten.
Der Ballon d’Or-Gewinn von Harry Kane hat dem Ruf der Bundesliga durchaus geholfen. Dass sieben der ersten zehn Profis in der Champions League-Torjägerliste aktuelle oder ehemalige Bundesliga-Spieler sind, zeigt auch, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Liga gewährleistet ist. Trotzdem hängt der hiesigen Liga das Image an, eine One-Club-Show zu sein.
Erkenntnis: Die heutige Begegnung zwischen Bayern und Dortmund hat gezeigt, dass das nicht sein muss. Obwohl der FCB international zu den Spitzenvereinen zählt, ist der derzeitige Kovac-BVB in der Lage, auf Augenhöhe dagegenzuhalten.
Spiegelt sich das künftig auch in der Königsklasse wider, kann die Bundesliga vielleicht auch irgendwann die zahlreichen Farmers-League-Anschuldigungen entkräften und an Attraktivität und Prestige hinzugewinnen. Davon würden dann auch Vereine profitieren, die allgemein hinter dem Rekordmeister und dem BVB anzusiedeln sind.