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Sportlich bewies die Mannschaft einmal mehr eine beeindruckende Moral: Durch den späten Ausgleichstreffer von Abwehrspieler Styopa Mkrtchyan, der in der 79. Minute nach siebenmonatiger Verletzungspause ausgerechnet bei seinem Comeback traf, rettete der 1. FC Nürnberg am Freitagabend ein 1:1-Unentschieden bei Energie Cottbus. Damit bleibt die Elf von Cheftrainer Miroslav Klose auch am achten Spieltag der 2. Bundesliga ungeschlagen und behauptet ihren Platz in der absoluten Spitzengruppe.
Doch von Partystimmung war nach dem Abpfiff im Stadion der Freundschaft nichts zu spüren. Statt über den geretteten Zähler sprachen alle Beteiligten nur über die dramatischen Szenen der ersten Halbzeit: Ausgerechnet Nürnbergs unumstrittener Unterschiedsspieler und 20-Millionen-Euro-Juwel Mohamed Ali Zoma verletzte sich schwer und droht den Franken nun lange zu fehlen.
Das Drama nahm bereits in der sechsten Spielminute seinen Lauf. Nach einem robusten Zweikampf mit dem Cottbuser Rechtsverteidiger Henry Rorig prallte der pfeilschnelle Angreifer unglücklich auf den Rasen und hielt sich sofort schmerzverzerrt den linken Arm. Zwar biss der 22-Jährige nach einer kurzen Behandlungspause zunächst auf die Zähne und hatte in der 25. Minute sogar noch die Führung auf dem Fuß, doch nach gut einer halben Stunde ging nichts mehr. Zoma sank erneut zu Boden, lehnte die herbeigeeilte Trage der Sanitäter ab und trat in der 33. Minute unter bitteren Tränen zu Fuß den Gang in die Kabine an – begleitet vom sportlich fairen Applaus der Cottbuser Heimfans. Für ihn kam William Boving in die Partie.
Noch am Abend herrschte traurige Gewissheit über die Art der Verletzung: Der Angreifer hat sich bei dem Sturz die linke Schulter ausgekugelt. Besonders bitter: Bereits im vergangenen März hatte sich der Offensiv-Wirbler im Duell bei Hertha BSC an derselben Schulter verletzt. Wie lange der Toptorjäger der 2. Bundesliga (sieben Saisontore in acht Spielen) diesmal ausfällt, sollen nun eingehende MRT-Untersuchungen zeigen.
Bei FCN-Coach Miroslav Klose schrillen angesichts der Bilder sämtliche Alarmglocken – auch aus eigener leidvoller Erfahrung. "Ich habe mir selbst schon mal die Schulter ausgekugelt und musste deswegen sogar operiert werden", erklärte der Weltmeister von 2014 laut BILD und Sky sichtlich bedient. "Wir müssen die Untersuchung abwarten und jetzt schauen, wer ihn ersetzen kann, wie wir ihn ersetzen und welche Qualität wir auf den Platz bringen. Eines ist auch klar: Eins zu eins wirst du ihn nicht ersetzen."
Ein längerer Ausfall käme für den Club zur Unzeit. Seit seinem Wechsel im Sommer 2025 vom damaligen italienischen Drittligisten UC AlbinoLeffe für knapp eine Million Euro hat Zoma am Valznerweiher eine kometenhafte Entwicklung hingelegt, traf in 38 Pflichtspielen satte 21 Mal und schrieb erst im September als erster Zweitliga-Profi in der Geschichte der italienischen A-Nationalmannschaft Historie.