Zurück
Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
In der Landesliga West hat sich Union Peuerbach am Samstag nach Rückstand noch mit 2:1 gegen SPG ASV St. Marienkirchen/Wallern 1b durchgesetzt. Zur Pause lagen die Gastgeber nach dem Treffer von Elias Zaki verdient hinten, nach dem Seitenwechsel drehte Peuerbach die Partie aber mit mehr Zugriff, höherem Anlaufen und deutlich mehr Präsenz in den Zweikämpfen. Trainer Harun Sulimani sprach danach vor allem von einer Frage der Mentalität.
Peuerbach brauchte in diese Partie lange hinein, und Sulimani machte nach dem Schlusspfiff auch keinen Versuch, die erste Hälfte schöner zu reden, als sie war. „Zu Beginn war es sehr schwierig für uns. St. Marienkirchen hat das im Ballbesitz wirklich gut gemacht“, sagte der Trainer. Genau das war auch der Hauptgrund dafür, dass die Gastgeber nie so recht in ihren Rhythmus fanden. Im Anlaufen fehlte der Zugriff, in den Zweikämpfen war Peuerbach zu selten präsent, und auch die zweiten Bälle landeten oft beim Gegner. In diese Phase hinein fiel nach 15 Minuten das 0:1 durch Elias Zaki, das laut Sulimani mit einem „sehr schönen Tor“ zustande kam. Zwar hatte Peuerbach selbst ebenfalls die ein oder andere Möglichkeit, doch unterm Strich war die Pausenführung der Gäste aus seiner Sicht verdient. „Wir haben zwar selber auch die ein oder andere Chance gehabt, aber zur Halbzeit hat St. Marienkirchen verdient geführt“, so der Coach.
Was Peuerbach nach der Pause zeigte, war dann ein ganz anderes Bild. Sulimani sprach davon, dass man sich in der Halbzeit „ein bissl anders eingestellt“ habe und den Gegner danach hoch anlief. Dieser Wechsel griff rasch. „Relativ bald in der zweiten Halbzeit, nach zehn Minuten, hat man das Gefühl gehabt: Jetzt sind wir da, jetzt sind wir in den Zweikämpfen präsent“, erklärte der Trainer. Genau diese Veränderung merkte man auch am Spielverlauf. Peuerbach ließ St. Marienkirchen nicht mehr sauber herausspielen, zwang die Gäste zu hohen Bällen und kam so selbst immer besser in die Partie. Der Ausgleich fiel dann in der 59. Minute nach einem Eckball, als Gabriel Badegruber zum 1:1 traf. Für Sulimani war das der verdiente Lohn für eine Phase, in der seine Mannschaft deutlich aktiver war und das Kommando langsam an sich zog.
Nach dem 1:1 ging die Partie aus Sicht der Gastgeber noch klarer in eine Richtung. Sulimani nannte dabei zwei Momente ausdrücklich: die Gelb-Rote Karte gegen Gabriel Litzlbauer von St. Marienkirchen und die Elfmeterentscheidung in der Schlussphase. „Von da an haben wir nach der Gelb-Rote Karte das Kommando komplett übernommen, waren ständig gefährlich und haben durch einen Elfmeter das 2:1 erzielt“, sagte er. Den entscheidenden Treffer besorgte in der 76. Minute Marcel Lenzbauer. Bemerkenswert offen ordnete der Peuerbach-Trainer die Szene selbst ein. „Der Elfmeter war wahrscheinlich sehr hart, den gibt nicht jeder“, meinte Sulimani, schob aber auch nach: „Fünf Minuten später hätten wir einen ganz klaren Elfmeter kriegen müssen.“ Gerade diese Offenheit passte zu seiner Gesamteinschätzung, denn für ihn stand weniger eine einzelne Szene als vielmehr die starke zweite Halbzeit im Mittelpunkt. „Ausschlaggebend waren grundsätzlich die zweite Halbzeit, die Gelb-Rote Karte und auch der Elfmeter“, fasste er zusammen.
Am meisten gefiel Sulimani am Ende nicht nur das Ergebnis, sondern die Reaktion seiner Mannschaft auf eine schwache erste Hälfte. „Ich glaube, die größte Stärke war heute die Mentalität“, sagte er. Diese Aussage zog sich durch seine gesamte Analyse. Peuerbach war vor der Pause nicht gut im Spiel, hatte Probleme im Anlaufen, gewann kaum Zweikämpfe und bekam zu wenige zweite Bälle. Umso höher bewertete der Trainer die Antwort nach dem Seitenwechsel. „In der Halbzeit haben wir das klar angesprochen und dann auch umgesetzt. Da muss man der Mannschaft gratulieren, dass man den Schalter so umlegt und dann so eine zweite Halbzeit abliefert“, sagte Sulimani. Ganz ohne Mahnung kam der 2:1-Heimsieg aber nicht aus. Für die kommenden Wochen wünscht sich der Coach vor allem einen besseren Start in die Partien und mehr Ruhe mit dem Ball. Gleichzeitig verteilte er auch ein Lob an den Gegner: St. Marienkirchen sei „eine sehr junge, aber sehr talentierte und gute Mannschaft“. Genau deshalb hatte Peuerbach vor der Pause so viele Probleme. „Wenn man unter Druck kommt, muss man im Ballbesitz Ruhe bewahren. An dem werden wir arbeiten, aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns da weiterhin steigern werden“, sagte Sulimani.
76
Marcel Lenzbauer 2:1
Gabriel Badegruber 1:1
Elias Zaki 0:1