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Ein gebrochenes Wort des Trainers – so schildert es Ronaldo selbst –, verweigerte Einsatzzeiten trotz vorheriger Absprachen und letzlich das Aufwärmen ohne Einwechslung im Spiel gegen Norwegen. Man mag nachvollziehen, dass ein Spieler mit dem Status eines CR7 solche Abläufe als brüskierend empfindet.
Die Reaktion offenbart aber einmal mehr jenes Muster, das seine Spätphase im Nationalteam prägte: Wenn es nicht nach seinem Kopf geht, weicht die Loyalität zur Mannschaft dem eigenen Geltungsbedürfnis.
Zwar schien der Sturm danach zunächst abgeflacht: Nach einer späteren Aussprache gab es wieder Einigkeit, und Ronaldo betonte ausdrücklich, dass er grundsätzlich weiterhin für die Nationalmannschaft zur Verfügung stehe. Doch zu diesem Comeback wird es nun nicht mehr kommen. Der überraschende Rücktritt vor der anstehenden Kaderbekanntgabe macht dies endgültig.
Dabei hätte dieser Spieler einen Abgang im grellen Scheinwerferlicht der weltweiten Anerkennung verdient. Portugal hat ihm unendlich viel zu verdanken. Der Triumph von Paris 2016 – selbst als er nach 25 Minuten verletzt vom Platz musste – überstrahlt als historischer Meilenstein des portugiesischen Fußballs unter der Führung des Superstars.
In den letzten Jahren schlug die Bewunderung jedoch zunehmend in ein schmerzhaftes Ringen um die eigene Unverzichtbarkeit um. Ronaldo konnte oder wollte nicht akzeptieren, dass die Uhr auch für ihn tickt.
Statt sich in der Spätphase bedingungslos in den Dienst des Kollektivs zu stellen, dominierte zu oft das eigene Ego und sein Wille weiterzumachen. Am Ende steht nun sein unrühmlicher Abgang während der letzten Nations-League-Spiel zu Buche.
Ob es noch ein offizielles, würdiges Abschiedsspiel geben wird, steht in den Sternen – und ob sich Ronaldo unter Jorge Jesus dafür noch einmal auf die Bühne begibt, ist fraglich. Sonst bleibt als letztes sportliches Bild eine noch bittere Pointe für den Superstar: 90 Minuten als Bankdrücker gegen Norwegen.
Cristiano Ronaldo prägte den Weltfußball über zwei Jahrzehnte wie kaum ein anderer. Seine Karriere in der Seleção ist ein Monument. Nun aber überwiegt die schale Erkenntnis, dass er selbst dafür gesorgt hat, dass dieses Kapitel nicht laut und glorreich endet, sondern leise, verbittert und mit einem Makel, den die Zeit nicht mehr abwaschen wird.