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Die nackten Zahlen sind auf den ersten Blick ernüchternd. Im zurückliegenden Geschäftsjahr bis zum 30. Juni 2026 hat die Fördergenossenschaft des FC Schalke 04 lediglich 779 neue Mitglieder hinzugewonnen. Genossenschaftsanteile im Wert von rund 1,2 Millionen Euro wurden gezeichnet. Rund zwei Jahre nach dem Start des Prestigeprojekts der Gelsenkirchener wurden 8,84 Millionen Euro eingesammelt
Komplett zufrieden ist der Vorstand der „Auf Schalke eG“ damit nicht, wie auf der 2. Generalversammlung vor 223 anwesenden Fördergenossen am Montagabend deutlich wurde. Selbst eine deutschlandweite Promo-Tour nach dem Aufstieg im Sommer 2026 hat nur bedingt geholfen, Schalke-Vereinsmitglieder für die Geno zu begeistern. „Wir haben gedacht, die Fans laufen uns die Bude ein – komischerweise war es aber nicht so“, sagte Vorstandschef Jürgen Gerdes. „Es war eine überschaubare Anzahl für die Größe des Vereins.“
Gerdes erklärte weiter: „Die zentralste Aufgabe der Geno besteht darin, neue Mitglieder zu gewinnen – auf eine möglichst kostengünstige Art und Weise.“ Darüber denke er „rund um die Uhr“ nach. Unter seiner Führung (Gerdes ersetzte Matthias Tillmann im März 2026 an der Spitze) tritt die Auf Schalke eG allerdings auf der Stelle. Konkrete Lösungsansätze für diese Problematik konnte Gerdes am Montagabend nicht präsentieren.
Zur Wahrheit gehört dennoch: Obwohl die Fördergenossenschaft auf Schalke weiterhin keinen großen Hype auslöst, hat sie dem Verein in den zurückliegenden Monaten in wichtigen Momenten geholfen. In erster Linie durch den Kauf von 5,4 Prozent der Anteile an der Stadiongesellschaft für 7,5 Millionen Euro, die im Februar 2026 direkt in den Verein geflossen sind.
„Ohne Geno wären wir nicht aufgestiegen“, sagte Vorstandsmitglied Michael Kalthoff und beschrieb anschließend eine Art finanzielle Kettenreaktion. Was er damit meint: „Durch den Kauf der Anteile haben wir dafür gesorgt, dass die stillen Reserven des Vereins angestiegen sind und, dass sich das Eigenkapital verbessert hat.“
Das wiederum hat dazu beigetragen, dass die Schalker die Eigenkapital-Auflage der Bundesliga GmbH (vormals DFL) erfüllen, was einen Punktabzug abgewendet hat. Der finanzielle Handlungsspielraum dank der Geno-Einnahmen habe zusätzlich dazu geführt, dass die Gelsenkirchener auf dem Winter-Transfermarkt im Januar 2026 handlungsfähig waren und Spieler wie Adil Aouchiche, Dejan Ljubicic, Moussa N’Diaye und Edin Dzeko unter Vertrag nehmen konnten. Kalthoff stellte klar: „Ohne die Geno wären diese Transfers nicht möglich gewesen.“
Nach dem Anteilskauf im Februar steht der Fördergenossenschaft aktuell noch ein Bankguthaben von rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. „Dieses Geld liegt für die nächsten Schritte bereit, an denen wir bereits arbeiten“, erklärte Michael Kalthoff.
Das Geld soll mittelfristig vor allem in das „Schalke-Erlebnis“ investiert werden, wie Christina Rühl-Hamers erklärte, die sowohl im Vorstand des Vereins als auch im Vorstand der Auf Schalke eG sitzt. „Es geht um die Arena der Zukunft und die Entwicklung des gesamten Vereinsgeländes am Berger Feld“, so Rühl-Hamers. „Die Geno kann gemeinsam mit dem Verein etwas erschaffen, wovon Fans und Mitglieder sehr profitieren können.“