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"Weltmeisterliche" Formel-1-Fabelfahrt von Kimi Antonelli hat kleinen Schönheitsfehler
Kimi Antonelli überragte in Austin wieder einmal die gesamte Formel 1, Weltmeister ist er aber noch nicht, Foto: IMAGO / PsnewZ

Wenn dieses Grand-Prix-Wochenende von Kimi Antonelli einen Makel hat, dann ist es der Umstand, dass er offiziell noch immer nicht Formel-1-Weltmeister ist. Denn eigentlich wäre seine Vorstellung in Austin die perfekte Art gewesen, um seinen dominanten Titel endgültig einzutüten. So muss er noch mindestens eine Woche warten.

Teamchef Toto Wolff bejubelte die Leistung des Mercedes-Wunderkinds nach dem Rennen geradezu ekstatisch im Interview bei ServusTV: "Das war heute wirklich die Fahrt eines Champions, auch wenn er noch kein Champion ist." In seiner Medienrunde legte Wolff kurze Zeit später nach: "Für mich ist es das beste Rennen, das er bisher geliefert hat." Nach der Aufholjagd von Monza, als Antonelli von P19 zum Sieg fuhr, ist das eine sehr hohe Messlatte. Doch der Österreicher blieb dabei: "Beide waren ziemlich gut, aber wir können die Überschrift behalten, dass [Austin] das Beste war."

Kimi Antonelli in eigener Liga: So dominant war seine Fahrt zum Sieg

Denn den USA-GP hätte der Italiener nach seiner Pole Position am Samstag kaum besser exekutieren können. Schon am Start ließ er einen eigentlichen Reifennachteil (Medium vs. Soft) vergessen und kam so gut weg, dass er in Kurve 1 nicht einmal verteidigen musste. Danach hatte Antonelli alles im Griff. "Wie er am Start mit dem schlechteren Reifen so gut weggekommen ist, und es dann jederzeit kontrolliert hat, das war außergewöhnlich", merkte auch Wolff an.

Spätestens am Ende seines ersten Stints, als Antonelli nach wie vor starke Zeiten setzen konnte, wurde klar, dass ihm der Rennsieg kaum mehr zu nehmen sein würde. Da hatten die direkten Konkurrenten schon alle auf eine 2-Stopp-Strategie umgesattelt. Antonelli meinte: "Ich war zunächst ein bisschen besorgt [als Verstappen an die Box kam]. Aber die Pace auf den Mediums kam zurück und wir konnten unseren Stint verlängern, ohne viel Zeit zu verlieren. Da wusste ich, dass wir auf eine 1-Stopp gehen würden."

Nach seinem Stopp geriet Antonelli nie wirklich in Bedrängnis, auch weil der harte Reifen an seinem Mercedes der bessere war. "Der Hard war heute der beste Reifen, einfach weil er der widerstandsfähigste Reifen war", analysierte der WM-Führende. Während sich Leclerc, Verstappen und Norris im Kampf um Platz 2 aufrieben, enteilte Antonelli ihnen um bis zu 15 Sekunden.

Für Mercedes war der Sieg des Youngsters auch der perfekte Beweis, dass ihr neues Update-Paket gut aussortiert einen klaren Schritt nach vorne liefern kann. Zumindest in den Händen von Antonelli, denn George Russell auf der anderen Garagenseite fand in keinen guten Rhythmus und fuhr nach eigener Aussage nur sechs gute Runden gegenüber 50 schlechten. Hier könnt ihr alle Aussagen des Briten nachlesen:

Zwei Punkte trennen Antonelli noch von der Formel-1-Krone

Für Antonelli war der Gewinn der Formel-1-WM schon vor dem Rennen nur noch eine Formalität, nach Austin ist er das erst recht. Denn der Italiener steht bei mittlerweile 365 Punkten, gegenüber 242 bzw. 241, die Russell und Lewis Hamilton auf ihrem Konto haben. Bei noch 125 zu vergebenden Punkten und einem uneinholbaren Vorsprung bei der Anzahl an Siegen bedeutet das, dass ihm zwei Zähler unabhängig von den Vorstellungen der Konkurrenz reichen, um den Titel zu fixieren.

In Mexiko oder im Notfall in Brasilien wird es so weit sein, ist Wolff überzeugt: "Entweder wird es dann eine große Tequila-Party oder sonst eine Caipirinha-Party am Wochenende danach." Einen Vorteil hat es für Antonelli also, dass er den Titel noch nicht in den USA einfahren konnte, wo man erst im Alter von 21 Jahren Alkohol trinken darf, so stehen ihm bei der Getränkewahl für die Feierlichkeiten mehr Möglichkeiten offen.

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