Schiedsrichter Martin Wilke musste am Samstag in der Schauinslandreisen-Arena ein Pfeifkonzert ertragen. Die Fans des MSV Duisburg machten das ärgerliche 3:3 des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg gegen den VfB Stuttgart II nach einer 3:0-Führung auch an dem Mann aus Merzhausen fest. „Schieber-Rufe“ schallten durch das Stadion. MSV-Trainer Dietmar Hirsch holte nach der Partie nicht zu einer pauschalen Schiri-Schelte aus, schlug aber kritische Töne an.
Es gab am Samstag mehrere Schlüsselszenen. Dazu zählten der Platzverweis gegen MSV-Abwehrspieler Tobias Fleckstein in der 39. Minute nach einer Notbremse gegen den Stuttgarter Oliver Rölke und der Elfmeter in der 72. Minute, den Rasim Bulic verschuldet hatte, indem er Tim van der Leij umgerissen hatte. Die Elfer-Entscheidung war unstrittig. Beim Platzverweis gegen Fleckstein sah MSV-Trainer Dietmar Hirsch Diskussionsansätze. Der 54-Jährige sagte zwar: „Den kann man, glaube ich, geben.“ Allerdings mutmaßte der Coach, dass in dieser Situation zuerst Fleckstein etwas abbekommen haben könnte. Außerdem merkte Hirsch an, dass Stuttgarter Spieler beim Freistoß, der zum 1:3-Anschluss des VfB geführt hatte, die MSV-Mauer irregulär irritiert hätten.
Die Leine war mal länger, mal kürzer, mal ein bisschen komisch.
Nico Willig, VfB-Trainer
Ein weiterer Kritikpunkt von Dietmar Hirsch: VfB-Torwart Jerik von der Felsen war in der ersten Halbzeit aus dem Stadion herausgelaufen und habe im Fallen den Ball mit dem Arm berührt. Das hätte nach Ansicht des Duisburgers eine Rote Karte nach sich ziehen müssen. Und letztlich merkte Hirsch an, dass Einwechselstürmer Peter Remmert in der zweiten Halbzeit an der Seitenlinie „über den Haufen gelaufen“ worden sei.
VfB-Trainer Nico Willig schätzte Rote Karte und Elfmeter so ein, dass die Entscheidungen richtig gewesen seien. Der Coach beklagte, dass ein frühes Foul an Nicolas Sessa, das wenig später die verletzungsbedingte Auswechslung des Mittelfeldspielers nach sich gezogen hatte, nicht mit einer Karte bestraft worden sei. Der Gästecoach vermisste insgesamt eine klare Linie bei Martin Wilke: „Die Leine war mal länger, mal kürzer, mal ein bisschen komisch.“