flag
back Zurück
Merkel über Kompany: »So ist es ja auch bei mir gewesen«
Frau in blauem Blazer spricht mit Mikrofon vor einem pinken gestreiften Hintergrund.
© Getty Images

Nach Kompanys Zusammenbruch meldet sich auch Angela Merkel zu Wort. Die Altkanzlerin erinnert an ihre Zitteranfälle und spricht über Bayerns Trainer.

Der Zusammenbruch von Bayern-Trainer Vincent Kompany beschäftigt längst nicht mehr nur die Fußballwelt. Auch Deutschlands frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (72) meldet sich zu Wort. Im Gespräch mit Johannes B. Kerner für das MagentaTV-Format "Bestbesetzung" wünscht sie dem 40-jährigen Belgier gute Besserung – und zieht eine überraschend persönliche Parallele zu ihren eigenen Zitteranfällen im Jahr 2019.

Auch interessant

Merkel erinnert an ihre Zitteranfälle

"Erstmal hat es mir unheimlich leidgetan. Ich wünsche ihm natürlich die schnellste Besserung. Aber auch ein Umfeld, wo er sich wirklich Zeit nehmen kann", sagte Merkel über Kompany.

Der Bayern-Trainer war am vergangenen Freitag auf dem Trainingsgelände des deutschen Rekordmeisters zusammengebrochen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Inzwischen ist der Belgier wieder zu Hause, seine Rückkehr auf die Trainerbank bleibt offen.

Merkel sieht in der unfreiwilligen Pause des 40-Jährigen eine Erfahrung, die sie aus ihrer eigenen Zeit als Bundeskanzlerin kennt.

"Ich sag es mal so: Freiwillig ist Vincent Kompany ja nun nicht zu Hause geblieben. Es musste erst einmal ein Ereignis eintreten, wo dann der Körper gesagt hat: Stopp!"

Dann wurde sie persönlich: "So ist es ja auch bei mir gewesen."

Angela Merkel und Johannes B. Kerner sitzen in einem eleganten Raum auf türkisfarbenen Sesseln.
Bestbestzung Johannes B. Kerner Angela Merkel MagentaTV © MagentaTV/Markus Hertrich

Im Sommer 2019 hatte Merkel bei mehreren öffentlichen Terminen stark gezittert. Besonders die Aufnahmen während militärischer Ehrenempfänge lösten damals Fragen zu ihrem Gesundheitszustand aus.

Nun erklärte sie, wie sie die Vorfälle rückblickend einordnet. "Als ich damals 2019 gezittert habe, bei militärischen Ehren, wo sich auch so Spannung entladen hat, wahrscheinlich durch den Tod meiner Mutter oder auch die Tatsache, dass ich wusste, ich werde aufhören, da setzt der Körper dann einfach Zeichen und das ist ja menschlich etwas sehr, sehr Gutes."

Merkels Mutter Herlind Kasner war im April 2019 gestorben. Die frühere Kanzlerin hatte später auch in ihren Memoiren über die Zitteranfälle geschrieben. Medizinische Untersuchungen hätten damals keine entsprechenden Auffälligkeiten ergeben.

Ihre Aussagen über mögliche Ursachen sind eine persönliche Einschätzung. Einen medizinischen Zusammenhang zwischen ihren damaligen Beschwerden und Kompanys Erkrankung stellte Merkel nicht her.

Merkel lobt Kompanys Haltung

Die frühere Kanzlerin nutzte das Gespräch auch, um ihre Wertschätzung für den Bayern-Trainer auszudrücken.

"Ich schätze die Arbeit von Vincent Kompany unglaublich. Auch seine klare Haltung, was Diskriminierung und vieles anbelangt", erklärte sie.

Besonders dessen Auftreten und Umgang mit gesellschaftlichen Fragen scheinen Merkel zu beeindrucken. Sie ging sogar so weit, sich selbst in die Rolle einer Spielerin zu versetzen.

"Ich kann mir vorstellen, wenn ich Fußballspieler oder -spielerin wäre, so eine Art Trainer möchte man gerne haben."

Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern München, blickt nach oben im Stadion vor vielen Fans.
Bayern-Trainer Vincent Kompany brach vor einer Woche beim Training zusammen. © IMAGO/Ulrich Wagner

Kompany nach Klinikaufenthalt wieder zu Hause

Der 40-jährige Belgier war nach seinem Zusammenbruch medizinisch untersucht worden. Nach Angaben von Bayern-Sportvorstand Max Eberl wurde eine Hirnhautreizung festgestellt.

Kompany konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen und erholt sich zu Hause. Seine Behandlung umfasst nach den bisher veröffentlichten Angaben vor allem Ruhe und Medikamente.

Die Spiele gegen Freiburg und Magdeburg verpasste er bereits. Einen verbindlichen Termin für seine Rückkehr hat der FC Bayern nicht genannt.

Bayern-Fans halten im Stadion ein Banner mit Genesungswünschen für Vincent Kompany hoch.
Die Bayern-Fans widmeten Kompany ein Transparent. © IMAGO/STEINSIEK.CH

Danks übernimmt auch gegen Dortmund

Bis dahin trägt Co-Trainer Aaron Danks die Verantwortung an der Seitenlinie. Auch beim Bundesliga-Klassiker gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr) soll der Engländer die Mannschaft betreuen.

Danks hatte zuletzt berichtet, dass es Kompany besser gehe und die medizinischen Untersuchungen positiv verlaufen seien. Gleichzeitig betonte er, dass die Gesundheit des Cheftrainers Vorrang habe.

Der Assistent hält deshalb sportliche Fragen bewusst von Kompany fern. Die Vorbereitung auf das Dortmund-Spiel läuft ohne dessen unmittelbare Beteiligung.

Merkels Wunsch an den Bayern-Trainer richtet sich vor allem auf die Zeit der Genesung: Er solle ein Umfeld haben, in dem er sich tatsächlich die nötige Ruhe nehmen könne.

Könnte Ihnen gefallen

Wie geht es Kompany? „Wir reden nicht mit ihm über Fußball“

fcbinside.de vor 6 Stunden

Danks anders als Bayern-Trainer Kompany? „Gibt natürlich Unterschiede“

fcbinside.de vor 3 Stunden