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Stuttgart. Werder-Stürmer Niclas Füllkrug hat in der Bundesliga gerade einen Lauf, Deniz Undav dagegen wartet beim VfB Stuttgart noch immer auf seinen ersten Saisontreffer. Am Donnerstag wurde der Bremer Angreifer von Bundestrainer Jürgen Klopp für die Nationalmannschaft nominiert, der Stuttgarter blieb erneut außen vor. Es ist ein Nebenaspekt vor dem direkten Duell am Samstag. Aber sie erzählt auch etwas über die gegenwärtige Lage am Wasen: Die Möglichkeiten sind da, nur fehlt zu oft noch das letzte Bisschen.
VfB Stuttgart
Es ist ein merkwürdiger Zustand, in dem sich die Stuttgarter vor ihrem Flutlicht-Heimspiel gegen Werder Bremen befinden. Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen nicht immer schlecht gespielt, aber viel zu selten entsprechend geerntet. Neun Partien in den letzten Wochen, zahlreiche Reisen, Belastungssteuerung, Verletzungen und eine Mannschaft, die Sebastian Hoeneß immer wieder umbauen musste: Der VfB hat eine anstrengende Etappe hinter sich. Und er hat dabei einige Punkte liegen lassen, die durchaus zu holen gewesen wären.
„Es ist bei ihm wie bei uns generell: Das letzte Bisschen fehlt gerade“, sagte Hoeneß über Undav. Der Angreifer sei wieder besser in Schwung, strahle Torgefahr aus. In Istanbul hätten auch zwei oder drei Vorlagen zu Assists werden können. Nur wurden die Möglichkeiten nicht verwertet. Das ist inzwischen mehr als eine individuelle Geschichte des Stürmers. Es ist ein Problem, das sich durch die Mannschaft zieht.
Während Füllkrug derzeit mit neun Treffern aus den ersten sieben Bundesliga-Spielen glänzt und sich damit auch für die Rückkehr in die Nationalmannschaft empfohlen hat, wartet Undav noch auf sein erstes Ligator. Bundestrainer Jürgen Klopp erklärte seine Entscheidung mit der Form und dem Einfluss des Bremer Angreifers. Füllkrug habe nicht nur spektakuläre Tore geschossen, sondern auch einen „unglaublichen Einfluss auf das Spiel“ von Werder. Für den VfB wird er am Samstag damit zu einem besonders prominenten Prüfstein. Doch Hoeneß dürfte weniger beschäftigen, was der Bremer vorne macht, als das, was seine eigene Mannschaft aus ihren Möglichkeiten macht.
VfB Stuttgart
Die 0:2-Niederlage in der Champions League bei Galatasaray hat den Trainer jedenfalls nicht ratlos zurückgelassen. Natürlich sei das Ergebnis bitter und tue weh. Aber seine Mannschaft habe in Istanbul eine gute Balance gefunden, obwohl die Gefahr, „komplett baden zu gehen“, angesichts der Kulisse und des frühen Zwei-Tore-Rückstands immer bestanden habe. „Das nötigt mir Respekt ab“, sagte Hoeneß. Es war ein bemerkenswerter Unterschied zur Niederlage gegen Gladbach. Damals habe es andere, tiefer liegende Themen gegeben. In Istanbul dagegen habe der VfB vieles richtig gemacht, ohne sich dafür zu belohnen. „Wenn es so läuft wie gegen Istanbul, dann werden sich die Dinge drehen“, glaubt der Trainer.
Das ist die Hoffnung der Schwaben: Nicht alles muss neu erfunden werden, aber manches muss endlich zu Ende gespielt werden. Die Chancen müssen rein, die guten Phasen müssen länger tragen, die ordentlichen Leistungen müssen sich in Punkten niederschlagen. Hoeneß will deshalb auch nicht in Aktionismus verfallen. „Wir müssen jetzt ruhig bleiben“, sagte er. Der Weg seit dem DFB-Pokalspiel in Paderborn, wo dem VfB dank Matchwinner Undav spätder Sieg gelang, sei der richtige. Nun gehe es darum, nachzulegen.
Doch es kommt ein unangenehmer Gegner nach Bad Cannstatt. Hoeneß bezeichnete Werder als „Mannschaft der Stunde“ und lobte die Arbeit von Trainer Daniel Thioune. Die Bremer hätten eine bemerkenswerte Konstanz entwickelt, müssten kaum wechseln und hätten acht Spieler, die bislang in jeder Partie in der Startelf standen. Das helfe, Automatismen zu etablieren. „Mit und ohne Ball ist eine klare Spielidee zu sehen“, sagte Hoeneß. Werder kommt also als eingespielte Mannschaft nach Stuttgart, während der VfB erneut an seiner personellen Zusammensetzung basteln muss.
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Angelo Stiller fällt aus, hinter Atakan Karazor und Grischa Prömel stehen Fragezeichen. Damit könnte Yanik Spalt erneut in den Fokus rücken. Der 19-Jährige hatte bei seinem Einsatz in Istanbul einen abgeklärten Eindruck hinterlassen. Hoeneß lobte sein gutes Timing in den defensiven Zweikämpfen und seine Ruhe. Spalt sei eine Option für die Startelf. Im Tor wird am Samstag auf jeden Fall Dennis Seimen stehen. Dass sich der junge Keeper und Fabian Bredlow derzeit abwechseln, ist Teil der angekündigten Planung und keine offene Konkurrenz um die Position. „Dennis ist die Nummer eins, da haben wir nie einen Zweifel dran gelesen“, stellte Hoeneß klar.
Für den VfB ist es das letzte Spiel vor der Länderspielpause. Ein Erfolg wäre deshalb mehr als nur ein angenehmer Abschluss einer strapaziösen Etappe. Er könnte auch das Gefühl bestätigen, dass die Mannschaft tatsächlich auf dem richtigen Weg ist.