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Arnaud Boisset kämpft derzeit um sein Weltcup-Ticket im Schweizer Team. Dabei muss sich der Speed-Spezialist auch mit Materialproblemen auseinandersetzen.
München – Rund 400 Gramm machen Ski-Star Arnaud Boisset derzeit das Leben schwer. Der Grund ist eine Regeländerung der FIS seit diesem Winter. Die Salomon-Abfahrtsski des Schweizers wiegen inklusive Bindung und Bindungsplatte nämlich etwa 11 Kilogramm, erlaubt sind seit diesem Winter aber nur 10,6 (10,4 kg bei Frauen). Dass Boisset die Regel als „richtig scheiße“ bezeichnet, überrascht daher kaum.
Erstmals gibt es im Weltcup in dieser Saison eine Gewichtsgrenze für Rennski. Bei Abfahrt und Riesenslalom gilt nun ein Höchstgewicht für das Paar, inklusive Bindung und Bindungsplatte. Die FIS begründet den Schritt mit der Sicherheit. Mehrere Ausrüster bezweifeln allerdings den Sicherheitsnutzen. Auch Olympiasiegerin Breezy Johnson kritisiert die Regel: Als Athletin über 80 Kilo brauche sie schwerere Ski für Stabilität im unebenen Gelände.
Boisset fährt seine Vorjahresski nun mit einer kürzeren Bindungsplatte. Trainer Vitus Lüönd sagt: „Auf Gletscherschnee hat das ganz gut funktioniert.“ Ob das auch in den Rennen klappt, zeigt sich erst in Nordamerika. Boisset hat zudem die Vermutung, dass Fahrer fehlendes Gewicht nun einfach mit schweren Schuheinlagen ausgleichen könnten, um so die neue Regel zu umgehen. Head-Rennleiter Rainer Salzgeber bestätigt, dass es solche Versuche schon gab, kennt aber deren Erfolg nicht.
Mit Marco Odermatt, Franjo von Allmen, Alexis Monney und Stefan Rogentin hat die Schweiz im Speed-Bereich eine starke Gruppe. Nach dem Sturz in Beaver Creek im Dezember 2024 holte Boisset nach seinem Comeback erst vier Weltcuppunkte in fünf Rennen. Jetzt muss er sich erst mal – trotz Skiproblematik – intern durchsetzen. „In Österreich oder Frankreich wäre ich wahrscheinlich fix dabei“, sagt er. Ein Selektionsrennen in Zermatt soll entscheiden.
Salzgeber sieht den größten Hebel im Thema Sicherheit nicht bei den Skiern, sondern bei der Kurssetzung. Kürzere Torabstände würden verhindern, dass Fahrer so viel in Hocke fahren, und das Tempo besser kontrollierbar machen. Gerade bei den Frauen sei das nötig, da zuletzt Super-G mit 60 Metern Torabstand gesteckt wurden.
Im März 2026 zeigte Boisset in Courchevel mit Rang 13, dass sein Niveau zurück ist. Einen fixen Startplatz brachte ihm das aber noch nicht. Nun muss er sich neben der Ski-Problematik auch noch mit der Qualifikation für das Schweizer Weltcup-Team auseinandersetzen: „Das ist mein Hauptziel.“ Ein Dauerplatz im Europacup ist für ihn keine Option: „Ich bin kein Europacup-Fahrer.“ Auch nicht mit neuen Ski… (kk)