flag
back Zurück
Barça entblößt? 5 Erkenntnisse aus dem Real-Sieg im El Clasico

Der FC Barcelona verlor im zehnten La-Liga-Spiel die ersten Punkte – ausgerechnet gegen Real Madrid.

Kylian Mbappé lässt die Blancos jubeln | David Ramos/GettyImages

Mit zehn Siegen aus den ersten zehn La-Liga-Spielen hätte der FC Barcelona einen neuen Start-Rekord aufstellen können. Doch im heimischen Camp Nou kam es im ersten Clasico der Saison ganz aneders. Am Sonntagabend war es die Kylian-Mbappé-Show, die die Schlagzeilen schrieb. Der Franzose erzielte in seinem siebten Clasico die Tore sieben und acht.

Damit hat er im Duell der Erzrivalen nicht nur die Tor-Bestmarke im 21. Jahrhundert nach den ersten sieben Spielen aufgestellt (Lionel Messi traf in seinen ersten sieben Clasicos sechsmal) und im 116. Einsatz für die Blancos sein 100. Tor erzielt. Vor allem sorgte Mbappé am Tag vor der Ballon-d'Or-Wahl für ein echtes Ausrufezeichen.

Barça thront zwar weiter an der Spitze in La Liga, Real Madrid hat den Abstand aber auf drei Zähler verkürzen können. Ausschlaggabend für den Erfolg war aus Sicht der Königlichen auch die Taktik von Trainer José Mourinho.

Die Mourinho-Masterclass gehört entsprechend auch zu den 5 Erkenntnissen zum Clasico:

José Mourinho Masterclass

José Mourinho trug entscheidend zum Real-Sieg bei | Alex Caparros/GettyImages

Real Madrid hat die beste Leistung der Saison gezeigt. Mourinho verdient großes Lob dafür, wie er seine Mannschaft aufgestellt hat und wie unglaublich gut vorbereitet die Blancos wirkten.

Wer erwartet hatte, dass Mourinho zu seinen alten Gewohnheiten zurückkehren und im Camp Nou den Bus parken würde, sah sich getäuscht. Genau wie PSG beim 4:2-Sieg gegen Barça am vergangenen Dienstag spielte Real Madrid aggressiv, setzte die Hausherren oft in der eigenen Hälfte unter Druck und zwang den Gegner so zu Fehlern.

Zudem spielte Real gegen die Katalanen auf dem gesamten Spielfeld Manndeckung und war dabei aggressiv und intensiv bei der Sache. Wenn es den Gastgebern gelang, längere Ballbesitzphasen aufrechtzuerhalten, formierten sich die Königlichen in einem 4-1-4-1-Mittelfeldblock, wobei Jude Bellingham die Aufgabe hatte, Druck auf Rodri auszuüben, was es dem normalerweise brillanten Mittelfeldspieler erschwerte, das Spiel aus der Tiefe heraus zu lenken.

Dass Bernardo Silva im Mittelfeldzentrum den Vorzug erhielt, deutete zudem auf Madrids Bestreben hin, im Ballbesitz mehr Kontrolle zu erlangen. Der portugiesische Routinier hatte zeitweise Schwierigkeiten, wenn er nicht im Ballbesitz war, doch am Ball zeigte er eine hervorragende Leistung. Er entlastete Aurelien Tchouameni im Ballbesitz – der Franzose war ebenfalls sehr stark –, und war unverzichtbar für Madrids klaren Offensivplan: im Umschalten zuschlagen. Ein perfekter langer Pass von Silva leitete dann auch die Aktion zum Führungstreffer ein.

Mourinho findet Schlüssel gegen den Barça-Stil

Mourinho hatte offenbar einen klaren Plan, wie man Barças extrem hoch stehende Abwehrreihe knackt: Mit Läufen in die Tiefe aus dem Mittelfeld. Beim Siegtreffer kurz vor Schluss zeigte der eingewechselte Eduardo Camavinga, wie es geht.

"Cama sollte, wann immer möglich, in die Räume stoßen. Gegen Barcelona ist es für einen Stürmer oft schwer, in die Räume zu stoßen, denn in diesem Fall gerät er oft in die Abseitsfalle. Es ist für jeden Angreifer schwieirg, den Raum gegen Barça anzugreifen. Die einzige Lösung ist, es mit euren Mittelfeldspielern zu tun", erklärte Mourinho im Anschluss.

"Die Lösung ist, Mittelfeldspieler wie Camavinga und Bellingham zu nutzen, um diese Linie zu durchbrechen, und es hat funktioniert. Wenn ein Spieler aus der zweiten Reihe in die Tiefe startet, ist das für den Gegner schwieriger zu verteidigen. Und es ist alles gut gelaufen, weil am Ende die Mannschaft gewonnen hat, die es mehr verdient hatte", betonte Mourinho.

Kylian Mbappé dominiert im Camp Nou

Kylian Mbappé bejubel seinen Doppelpack | David Ramos/GettyImages

Es führt kein Weg daran vorbei: Mbappé hat Barça im Griff. Im Camp Nou ist der Franzose ein Garant für Tore.

Sein 1:0 mag zwar ein Glückstreffer gewesen sein, weil Barça-Verteidiger Gerard Martin bei seiner Klärungsaktion den Franzosen anschoss und der Ball von ihm ins Tor prallte. Und auch beim 2:1-Siegtreffer brauchte Mbappé nur noch einschieben.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Mbappé auf der großen Clasico-Bühne immer da ist. Wie oben erwähnt: Nach den ersten sieben Clasicos hatte seit dem Jahr 2000 noch kein Spieler so viele Tore auf dem Konto (8) wie Mbappé.

In seiner gesamten Laufbahn hat der 27-Jährige nun schon 14 Tore gegen Barça erzielt. Elf davon im Camp Nou.

Noch eine Statistik: Der Franzose hat nun zwei Doppelpacks in fünf Clasico-Einsätzen in La Liga erzielt – bereits mehr, als Cristiano Ronaldo und Karim Benzema in ihrer gesamten Karriere geschafft haben.

Cucurella & Co. lassen Lamine Yamal frustriert zurück

Marc Cucurella (l.) war im Duell mit Lamine Yamal Punktsieger | JOSEP LAGO/GettyImages

"Ich werde ihn lebendig auffressen", tönte Lamine Yamal vor dem Duell über Marc Cucurella. Am Ende war es der Real-Linksverteidiger bei seinem Clasico-Debüt, der den Barça-Jungstar auffraß.

In einem der spannendsten Zweikämpfe auf dem Platz setzte sich Cucurella gegen Yamal durch, wie es nur wenige Linksverteidiger bisher geschafft haben. Von Beginn an klebte der Real-Neuzugang an Yamal und ging körperbetont in die Zweikämpfe, nervte ihn ständig und behalf sich ab und an auch mal mit Foulspielen.

Yamal wirkte von Beginn an frustriert und sichtlich unwohl. Cucurella hatte während des gesamten Spiels die Oberhand. Negativer Höhepunkt für Yamal: Kurz vor der Pause vergab er eine Großchance kläglich. Im zweiten Durchgang wich er dann häufiger in die Mitte aus, um Cucurella zu entkommen. Dort hatte er auch ein paar gute Momente, alles in allem verlief der Clasico für den 19-Jährigen aber äußerst enttäuschend.

Cucurella hingegen beendete das Spiel mit beeindruckenden zwölf defensiven Aktionen und wurde nur ein einziges Mal im Dribbling ausgespielt.

In der vergangenen Saison hatte Cucurella Yamal bereits aus dem Spiel genommen, als Chelsea Barça mit 3:0 schlug. Fast genau elf Monate später gelang dem Linksverteidiger dies erneut und hielt Barças größte Gefahr eindrucksvoll in Schach.

Barça braucht dringend Abwehr-Verstärkung

Gerard Martin hatte große Probleme | Soccrates Images/GettyImages

Man kann viele Dinge anführen, die bei Barça bei dieser zweifellos schlechtesten Saison-Leistung schiefgelaufen sind. Der Spielaufbau war träge, die Stürmer wurden größtenteils in Schach gehalten, vergaben aber auch Chancen, die gesamte Mannschaft agierte unkonstant und verlor den Ball immer wieder in gefährlichen Bereichen. Trainer Hansi Flick bemängelte vor allem die fehlende Frische.

Doch der Hauptgrund für Barças Niederlage war einmal mehr eine anfällige Abwehr. Selbst als Barça nach dem Ausgleichstreffer die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen schien, hatte man stets das Gefühl, dass Real Madrid jeden Moment zuschlagen könnte.

Eduardo Camavinga offenbarte vor seinem Assist zum Siegtreffer einmal mehr die schwächelnde Barça-Defensive. Vor allem Jungstar Pau Cubarsi sah – wie schon in Paris – nicht gut aus. Noch eklatanter war es aber bei seinem Innenverteidiger-Partner Gerard Martin. Der Linksfuß legte Mbappé die 1:0-Führung auf.

Die defensiven Sorgen allein an der Innenverteidigung auszumachen, wäre aber zu kurz gegriffen. Insgesamt wirkt Barças Abwehr zu wackelig und lässt gegnerische Chancen zu leicht zu. Eine Problematik, die man schon aus den vergangenen Flick-Spielzeiten kennt. Unter dem deutschen Trainer steht Barça extrem hoch und geht defensiv ins enorme Risiko.

Damit diese riskante Taktik noch erfolgreicher Früchte tragen kann, könnte es die ein oder andere Verstärkung gebrauchen. Zumal Martin vom Links- zum Innenverteidiger umgeschult werden musste, weil dem Kader ein zentraler Abwehrspieler mit starkem linken Fuß fehlte.

Ein neuer Innenverteidiger – im Idealfall schnell und Linksfuß – würde dem Flick-Kader extrem guttun. Die Barça-Bosse wären im Winter gut beraten, hier nachzulegen. Vor allem, wenn es endlich mal wieder mit dem Henkelpott klappen soll.

Das Titelrennen in La Liga ist wieder hochspannend

Real Madrid hängt Barça wieder an den Fersen | LLUIS GENE/GettyImages

Hätte Barça den Clasico für sich entschieden, wären die Katalanen dem Erzrivalen bereits neun Punkte enteilt. So aber ist es wieder extrem spannend an der La-Liga-Spitze. Nach zehn Spieltagen bleibt Barça mit 27 Zählern zwar Tabellenführer, Real Madrid hat als Dritter aber nur noch drei Punkte Rückstand. Dazwischen lauert auch noch Atletico mit nur zwei Punkten Rückstand auf Barça.

Der Trend, der vor der Länderspielpause noch klar für Barça sprach, wurde von Real Madrid nun deutlich umgekehrt. Die Königlichen haben seither alle fünf Spiele gewonnen. Barça kassierte nun zwei Pleiten in Folge. In zwei Wochen geht es für die Flick-Truppe übrigens ins Metropolitano zu Atleti...

Der La-Liga-Spielplan von Barça, Atleti & Real bis Ende November

Spieltag

Barca

Atleti

Real

11

Alaves (H)

Levante (A)

Santander (A)

12

Atleti (A)

Barça (H)

Valencia (A)

13

Villarreal (H)

Getafe (A)

Celta Vigo (H)

Dep. A Coruna (A)

Elche (A)

Alaves (H)

Füg uns bei Google als bevorzugte Quelle hinzu

Könnte Ihnen gefallen

Champions League und Europa League: Ligaphase läuft - Hier sehen Sie die Spiele im TV oder Stream

Westfalenpost Hagen vor 1 Stunde

Flick-Liebling wochenlang raus

Fussball Transfers vor 1 Stunde

Transfer-Gerücht um Karl | Yamals Albtraum kehrt zurück

Fussball Transfers vor 2 Tage

Marcelo-Sohn vor großem Karrieresprung

Fussball Transfers vor 2 Tage

Verletzter Barça-Star bis zur Winterpause raus

90min vor 1 Stunde

Auf diesen Mourinho-Clou fand Flick keine Antwort

SPORT1 vor 4 Stunden

"Clasico alla Mbappe": Real Madrids "echte Männer" holen Lamine Yamal und den FC Barcelona auf de...

SPOX.com vor 7 Stunden

Clásico: Bitterer Ausfall für Real

Fussball Transfers vor 1 Tag

Verletzungsschock für Barca im Clásico

SPORT1 vor 17 Stunden