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Mercedes jubelt über Antonelli-Pole: "Game over für alle anderen!"
Mercedes jubelt über Antonelli-Pole: "Game over für alle anderen!"

Kimi Antonelli hat sich die Poleposition für den Großen Preis der USA (hier live im Ticker verfolgen) gesichert damit die beste Ausgangsposition, um schon am Sonntag erstmals Formel-1-Weltmeister zu werden. Der Mercedes-Pilot fuhr auf dem Circuit of The Americas in 1:34.035 Minuten die schnellste Runde und war 0,179 Sekunden schneller als Max Verstappen im Red Bull.

Die Poleposition sicherte sich Antonelli mit seinem ersten schnellen Versuch im Q3. Bei der zweiten Runde verlor er durch eine Windböe im zweiten Sektor die Kontrolle über das Auto und konnte seine Zeit nicht mehr verbessern.

"Der Wind frischte auf und kam ziemlich böig, und Q3 war etwas knifflig, weil der Wind schwer vorhersehbar war", sagt der Italiener. "Er legte auch noch zu, besonders auf der letzten Runde. Da fühlte es sich etwas schlechter an, aber insgesamt bin ich glücklich."

Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte nicht damit gerechnet, dass die erste Runde für die Pole reichen würde - auch weil man besonders im Schlussabschnitt zuvor immer Probleme gehabt hatte.

"Wir waren im ersten und zweiten Sektor, vor allem im zweiten Sektor, immer gut. Wir sind auf der Geraden sehr viel Speed. Aber im letzten Sektor hat der Reifen einfach immer überhitzt", sagt Wolff bei ServusTV.

"Und wir haben dort so viel verloren, dass es einfach nicht realistisch war, Verstappen oder die Ferraris zu schlagen. Und dann am Ende legt er dann diese erste Runde hin und das war's dann. Game over für alle anderen."

Ähnlich sieht es auch Antonelli, der sich vor allem in schnellen und mittelschnellen Kurven sehr wohl im Auto gefühlt habe. "In den langsamen Abschnitten tun wir uns immer noch ein bisschen schwer, aber insgesamt war das Auto im ersten und zweiten Sektor sehr gut, besonders durch die Kurven 8 und 9. Dort spüren wir den größten Gewinn durch das Paket", sagt er.

Vorsicht vor den Tracklimits

Neben dem Wind waren in Austin vor allem die Tracklimits ein Thema, nachdem am Freitag mehr als 200 Runden gestrichen wurden - auch einige von Antonelli, der in dieser Saison bereits häufiger durch Tracklimit-Verstöße aufgefallen war. Nicht aber im Qualifying von Austin.

"Einer der Schlüssel war, keine Tracklimit-Verstöße zu begehen, was sehr gut für mich war. Ich hatte nämlich ein paar Rennen, bei denen ich in entscheidenden Momenten über die Streckenbegrenzung gefahren bin und mich dadurch selbst in eine schlechte Position und unter mehr Druck gebracht habe", sagt er. "Das heute war also ideal. Ich bin eine komplett saubere Runde durchgefahren."

Der Italiener bedankt sich auch bei seinem Team für die Arbeit am Upgrade: "Wir haben wirklich hart an diesem Paket gearbeitet und versuchen immer noch, es vollends zu verstehen. Aber seit Singapur haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht."

Neues Mercedes-Paket macht Fortschritte

Die Poleposition ist auch ein wichtiges Signal für Mercedes, das nach dem enttäuschenden Auftritt in Malaysia die Wirkung seiner Updates genauer untersuchen musste. In Singapur fuhr George Russell deshalb mit einer älteren Spezifikation, um Vergleichsdaten zu sammeln. In Austin setzen nun beide Fahrer auf das neue Paket.

Wolff sieht Fortschritte, räumt aber ein, dass die Performance vor dem Qualifying schwer einzuschätzen gewesen sei. Aber: "Jetzt haben wir den Beweis auf der Stoppuhr, dass das Auto sehr gut sein kann. Wir müssen nur die Rahmenbedingungen herausfinden, warum das so ist", so der Österreicher.

Das ist für Antonelli in den USA aber nur Nebensache: Er kann am Sonntag jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte werden. Dafür muss er das Rennen gewinnen, während George Russell höchstens Neunter und Lewis Hamilton höchstens Fünfter werden dürfte.

Wolff will den Titelkampf ausblenden

Für Mercedes zählt zunächst aber nur das Rennen. Auf die Frage, wie das Team mit dem ersten Matchball umgehe, reagiert Wolff mit Humor und betonte, dass man sich nicht ablenken lassen wolle. "Darüber denken wir jetzt nicht nach", sagt er.

"Ich glaube, es ist wichtig, weil wir so viele Probleme gehabt haben in den letzten Rennen, dass wir da morgen wirklich einen guten Job machen." Ob ein Sieg realistisch sei, wisse er nicht: "Die Ferraris sind so stark gewesen und Red Bull in dem heißen Wetter. Und er muss einfach die Punkte machen."

Sollte der Titel in Texas noch nicht feststehen, sieht er weitere Chancen in Mexiko und Brasilien: "Und wenn das so geschieht und er nicht ausfällt, dann wird das in seine Richtung gehen."

Antonelli will sich ebenfalls nicht von der Möglichkeit ablenken lassen. "Wir hatten heute Morgen ein Meeting mit Bono (Renningenieur Peter Bonnington; Anm. d. Red.) und haben beschlossen, einfach Spaß zu haben und stets dieselbe Einstellung an den Tag zu legen, die ich das ganze Jahr über hatte", sagt er.

"Ein Rennen nach dem anderen, bei jedem Rennwochenende einfach das Beste geben und dann werden wir sehen."

Er richtet seinen Blick erst einmal auf den Start gegen Verstappen. "Wir haben die Pole, also werden wir morgen versuchen zu gewinnen. Aber Max war sehr schnell und auch Isack hat im Qualifying einen unglaublichen Job gemacht", sagt er.

"Wir werden versuchen, einen guten Start zu erwischen, und hoffentlich führen wir das Feld dann in Kurve 1 an. Danach versuchen wir, das Tempo zu diktieren, auch wenn es extrem eng werden wird."

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