Zurück
Boris Becker äußert sich kritisch über Alexander Zverevs Auftreten. Der Hamburger Tennisstar reagiert deutlich – und widerspricht auch beim Thema Fanzuspruch.
Der Hamburger Tennisprofi Alexander Zverev hat Aussagen von Boris Becker scharf zurückgewiesen. Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger hatte in einem "Spiegel"-Interview darüber gesprochen, warum Zverev aus seiner Sicht in Deutschland trotz seiner Erfolge nicht so beliebt erscheint.
"Ich glaube, dass er wie immer relativ viel Blödsinn erzählt. Ich weiß nicht, was bei ihm gerade vorgeht, aber ich habe so das Gefühl, dass er alles kommentieren muss, was ich mache", sagte Zverev nach seinem frühen Aus beim Mastersturnier in Paris. "Ich glaube, dass er momentan nach allem sucht, um mich ein bisschen runterzumachen. Kann er machen, ist seine Wahl."
Becker hatte unter anderem erklärt, er empfinde Zverev in deutschsprachigen Interviews häufig als schroff und abgehackt, "gegenüber Journalisten auch nicht gerade freundlich".
Auch Zverevs öffentliche Zurückhaltung zum Krieg in der Ukraine sprach Becker an. Diese könne er persönlich verstehen, sie komme allerdings nicht so gut an.
Der 29-jährige Hamburger reagierte darauf mit Unverständnis: "Ich fand komisch, dass er der Meinung ist, dass ich mich politisch äußern sollte. Warum auch immer." Er habe eine klare Meinung, sei aber nie danach gefragt worden. Politische Kommentare auf Instagram zu veröffentlichen, entspreche ihm nicht.
Zverev widersprach zudem Beckers Einschätzung, die Zuschauer seien bei seinen vergangenen drei Grand-Slam-Finals überwiegend aufseiten seiner Gegner gewesen. In Paris hätten nach seinem Eindruck etwa 70 Prozent der Fans ihn unterstützt, in Wimbledon gegen Jannik Sinner sei der Zuspruch ungefähr ausgeglichen gewesen. Lediglich in New York sei das Publikum erwartungsgemäß vor allem für den Amerikaner Ben Shelton gewesen.