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"Schlimmer kann es nicht werden": Acosta nach "Desaster" am Katar-Freitag
"Schlimmer kann es nicht werden": Acosta nach "Desaster" am Katar-Freitag

Dass der Lusail International Circuit in Katar nicht die Paradestrecke für ihn sein würde, das hatte Pedro Acosta bereits vor der Anreise zu seinem drittletzten Rennwochenende in KTM-Diensten geahnt. Dass es für ihn auf der Strecke aber so kommen würde wie am Freitag passiert, damit hatte er nicht gerechnet.

Im Auftakttraining bei Tageslicht lief es für Acosta noch vernünftig. Er schloss die 45-minütige Session als Viertschnellster ab und war damit einmal mehr bestplatzierter KTM-Fahrer. Ganz anders stellte sich das Bild im 60-minütigen Training am Abend dar. Acosta erlebte eigener Aussage zufolge ein "komplettes Desaster", schloss im Ergebnis nur auf P14 ab und hat damit den Q2-Direkteinzug für Samstag verpasst.

Im Gegensatz dazu ist sowohl Tech3-KTM-Pilot Enea Bastianini auf P6 als auch Acostas Teamkollege im Werksteam, nämlich Brad Binder auf P10, der direkte Einzug ins zweite Qualifying-Segment für Samstag gelungen. Acosta hat nach dem Abend-Training vor allem eines im Kopf, und das sind Fragezeichen.

Pedro Acosta

Mit frischem Soft langsamer als mit gebrauchtem Medium: Acosta am Freitag

Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images

"Ich hatte mir schon ausgemalt, dass es hier zäh werden können. Tatsächlich aber ist etwas total Seltsames passiert. Mit dem Medium-Hinterreifen hatte ich eine gute Pace und es ist mir auch eine schnelle Runde gelungen. Mit dem frischen Soft-Reifen aber war die Zeitattacke ein komplettes Desaster", rätselt Acosta.

Nachgefragt, ob er eine Vermutung habe, was schiefgelaufen sein könnte, antwortet der KTM-Star: "Ich hatte einfach überhaupt keinen Grip. Auch beim Bremsen war die Reifen-Performance alles andere als gut. Das Seltsame dabei: Selbst mit einem Medium, der 10 bis 12 Runden drauf hatte, war es besser als mit einem frischen Soft."

Mit Blick auf den Samstag läuft Acosta nun Gefahr, zum ersten Mal überhaupt in seiner seit 2024 laufenden MotoGP-Karriere in einem Qualifying von seinem Teamkollegen geschlagen zu werden. In seiner Rookie-Saison, damals bei Tech3-GasGas, hatte Acosta seinen spanischen Landsmann Augusto Fernandez als Teamkollege. Seit er zur Saison 2025 ins KTM-Werksteam befördert wurde, ist Brad Binder sein Teamkollege.

Bis einschließlich des vergangenen Wochenendes in Malaysia hat Acosta in seinen insgesamt 60 MotoGP-Qualifyings eine weiße Weste, da er jedes Mal schneller war als sein Teamkollege. Angesichts des Trainingsergebnisses vom Freitag in Katar mit Binder auf P10 und ihm selber auf P14 könnte Acostas perfekte Bilanz einen ersten Kratzer bekommen, zumal er sich durch das Q1-Segment kämpfen muss.

In eben diesem Q1-Segment treten an diesem Wochenende aufgrund des kompletten Yamaha-Boykotts zwar nur acht Piloten an. Zu diesen acht aber zählen drei Ducati-Fahrer (Fermin Aldeguer, Franco Morbidelli, Iker Lecuona), außerdem unter anderem Honda-Werkspilot Luca Marini.

Pedro Acosta

Für das Qualifying in Katar muss Acosta seinen Helm schon für Q1 aufziehen

Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images

"Das Wichtigste ist es jetzt, die Dinge morgen zum Besseren zu wenden. Schlimmer als heute kann es nicht werden", sagt Acosta. Seine Hoffnung in diesem Zusammenhang: "Bastianini und Brad [Binder] haben ein paar gute Runden hingelegt. Mal sehen, ob ich ihnen ein bisschen näherkommen kann."

Der für ihn unerklärliche Einbruch mit dem weichen Hinterreifen am Abend war für Acosta der größte Schock am Freitag in Lusail, aber nicht das einzige Problem. Im Auftakttraining bei Tageslicht musste er seine Werks-KTM kurz vor Ende der Session mit technischem Defekt abstellen.

Was von außen betrachtet wie ein trocken gefahrener Tank aussah, entpuppte sich als etwas anderes. "Es war ein Elektronik-Problem", sagt Acosta. Und als er gebeten wird, dies zu präzisieren, weil "Elektronik-Problem" im Grunde vieles heißen kann, antwortet er nur: "Das war es. Eine weitere Erklärung gibt es nicht."