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Beginnen wir mit einem kleinen Quiz: In der Bundesliga-Historie standen bisher 15 Mannschaften nach fünf Spielen mit fünf Niederlagen da. Wie viele davon landeten am Ende auch auf einem Abstiegsplatz? Zwölf vielleicht? Oder zehn? Nein, es sind überraschend wenige: Ganze fünf jener Mannschaften mussten am Ende auch den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Bei drei Punkten für einen Sieg lässt sich der Anschluss schnell wieder herstellen, zumindest theoretisch.
Das könnte als Mutmacher dienen für Borussia Mönchengladbach – die Fohlen sind in der aktuellen Saison als einzige noch ohne Punkte. Und auch der Blick in die eigene Historie zeigt, wie es gehen kann: 2015/16 startete Lucien Favre mit fünf Niederlagen und warf dann entnervt die Brocken hin. Es kam André Schubert – und der führte die Borussia noch sensationell in die Champions League.
Damals allerdings, und das gießt dann gehörig Wasser in den Wein, tummelten sich noch Spieler der Güteklasse Yann Sommer, Granit Xhaka, Lars Stindl und Thorgan Hazard am Niederrhein. Von dieser Qualität ist der aktuelle Kader weit entfernt. Die Champions League also sollte nicht eingeplant werden in Gladbach, viel wahrscheinlicher ist, dass das Motto lautet: Zittern bis zum Schluss. Die gern genommene Lösung Trainerwechsel ist ja bereits vollzogen, zumindest im ersten Spiel konnte Alexander Blessin der Mannschaft die Verunsicherung nicht austreiben.
Und die grundlegenden Probleme in der Kader-Architektur ohnehin nicht. Der Mannschaft fehlt die klare Achse, in der Hierarchie wie auf dem Platz. Das Abwehr- wie auch das Mittelfeldzentrum sind bislang nicht bundesligatauglich. Auf den Außenbahnen fehlen die Alternativen zur Stammformation. Und vorne? Da muss jeder Gladbacher jeden Tag dafür beten, dass Tim Kleindienst endlich wieder verlässlich auf dem Platz steht und an seine frühere Form anknüpft. Sonst wird die Borussia in dieser Saison ganz gewaltige Probleme bekommen.