Zurück
Harry Kane gilt als Favorit auf den Ballon d’Or. Ex-Bayern-Trainer Felix Magath würde die Auszeichnung jedoch an einen ganz anderen Spieler vergeben.
Am Montagabend wird in London der Ballon d’Or 2026 vergeben – und aus Sicht des FC Bayern richtet sich der Fokus vor allem auf Harry Kane. Der Stürmer zählt nach einer herausragenden Saison zu den großen Anwärtern auf die prestigeträchtige Auszeichnung. Felix Magath würde den Preis allerdings überraschend nicht an den Bayern-Star vergeben.
Der frühere Trainer des deutschen Rekordmeisters hat eine ganz andere Nummer eins. Magath würde für Marc Cucurella stimmen. Der spanische Linksverteidiger steht bei Real Madrid unter Vertrag und gewann im Sommer mit Spanien die Weltmeisterschaft. Für Magath ist vor allem dessen Konstanz auf höchstem Niveau ausschlaggebend.
„Er ist weltklasse als linker Verteidiger, immer da, läuferisch stark und verliert so gut wie keinen Zweikampf“, erklärte Magath der BILD. Besonders beeindruckt zeigt sich der 73-Jährige auch davon, dass Cucurella nicht nur defensiv überzeugt: „Er macht seine Seite dicht und schaltet sich auch nach vorne ein. Er hatte großen Anteil am WM-Titel Spaniens.“
Bemerkenswert ist vor allem, dass Magath in seiner persönlichen Auswahl komplett auf Spieler des FC Bayern verzichtet. Das gilt insbesondere mit Blick auf Kane, der bei den Buchmachern aktuell als Favorit auf den Ballon d’Or gehandelt wird. Auch Michael Olise und Dayot Upamecano gehören zum Kreis der 30 Nominierten.
Magath setzt dagegen vollständig auf Spieler aus dem spanischen Weltmeisterteam. Auf Rang zwei seiner persönlichen Auswahl steht Rodri. Der Mittelfeldspieler sei für ihn der „Taktgeber im Mittelfeld der Spanier“ und sei bei der WM zurecht als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet worden.
Den dritten Platz vergibt Magath an Fabian Ruiz von Paris Saint-Germain. „Der dritte spanische Weltmeister in meiner Favoriten-Liste“, erklärte der frühere Bayern-Coach. Ruiz sei ein „starker Partner von Rodri“ und habe großen Anteil an der Balance und Stabilität im spanischen Spiel gehabt. Hinzu kommt aus Magaths Sicht der Champions-League-Triumph mit PSG.
Damit setzt Magath bei seiner Wahl deutlich andere Maßstäbe als viele Beobachter vor der Gala. Während sich die öffentliche Diskussion vor allem auf Kane, Kylian Mbappé und Lamine Yamal konzentriert, bewertet der frühere Bayern-Trainer insbesondere taktische Bedeutung, Defensivstärke und den Anteil am WM-Titel hoch.
Für Kane bleibt die tatsächliche Wahl davon unberührt. Über den Sieger haben die Wahlberechtigten längst abgestimmt. Die Entscheidung wird am Montagabend im London Palladium bekannt gegeben. Sollte Kane gewinnen, wäre er der erste Bayern-Profi seit Karl-Heinz Rummenigge im Jahr 1981, der den Ballon d’Or erhält.