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Irres Topspiel in Schottland: Hearts begehen "defensiven Selbstmord" gegen Mika Baurs Celtic bei Titelrevanche

Nur wenige Minuten fehlten Heart of Midlothian zum Meistertitel im vergangenen Mai. Doch zwei späte Celtic-Tore im "Endspiel" in Glasgow zerstörten den Traum des Underdogs. Der anschließende Platzsturm in Parkhead machte den Albtraum nur noch schlimmer.

Es war also Revanche angesagt an diesem Sonntag. Erstmals seit dem 16. Mai traf man wieder aufeinander, diesmal mit Celtic als Spitzenreiter und den Hearts als Verfolger, der die große Chance hatte, auf zwei Punkte an den Titelverteidiger heranzurücken.

Doch es kam ganz anders: Celtic mit Jung-Nationalspieler Mika Baur als Strippenzieher im zentralen Mittelfeld dominierte nach Belieben. Während die Hearts durchaus passabel nach vorne spielten und immer wieder zu Abschlüssen kamen, fanden sie defensiv mit einer völlig dysfunktionalen Mann-gegen-Mann-Verteidigung kein Mittel gegen die Hoops.

Kieran Tierney (7.) und Benjamin Nygren (10.) sorgten jeweils nach Baur-Ecken für eine ganz frühe Führung Celtics, ehe Meistermacher Callum Osmand mit einem Doppelschlag auf 4:0 stellte (36., 38.).

Laurent Mendy verkürzte zwar für die Gäste (41.), doch nach einem sehenswerten Solo mit anschließendem Chip über den Keeper sorgte Baur noch vor dem Halbzeitpfiff für das 5:1. Weil Hearts-Verteidiger Stephen Kingsley beim Rettungsversuch seinen Kollegen Jamie McCart auf der Linie anschoss, wurde der Treffer nicht dem deutschen Nationalspieler gutgeschrieben, sondern als Eigentor gewertet.

Wer ein Aufbäumen der Gäste erwartet hatte, wurde kurz nach dem Beginn der zweiten Halbzeit eines Besseren belehrt: Camilo Duran stellte auf 6:1 für Celtic (49.). Im Anschluss verflachte die Partie, bis Benjamin Nygren den 7:1-Endstand herstellte (83.).

Celtic v Heart of Midlothian - William Hill Premiership 2026/27

Wie fielen die Reaktionen auf Celtics Kantersieg aus?

Die Edinburgh Evening News sprach von "defensivem Selbstmord" und "Gastgeschenken" im Hinblick auf die Spielweise der Hearts. "Ein beschämender Nachmittag in Glasgow" für den Vizemeister, befand die Zeitung.

Celtic-Trainer Martin O'Neill erhielt dagegen Lob für seine Entscheidung, Osmand erstmals von Beginn an spielen zu lassen. Der 20-Jährige hatte seine Farben im Mai als Joker mit dem Assist zum 2:2 und dem Siegtreffer gegen die Hearts zum Meister gemacht, seither aber den Sprung in die erste Mannschaft noch nicht geschafft. Vor seinem Start am Sonntag standen in dieser Ligasaison ganze 28 Minuten verteilt auf zwei Kurzeinsätze für Osmand zu Buche.

"Martin O'Neill hat die großen Entscheidungen getroffen und Celtic hat im Celtic Park abgeliefert", urteilte Sky Sports Scotland. "Eine gnadenlose Leistung der Hoops, die an der Tabellenspitze auf vier Punkte davonziehen."

O'Neill selbst wertete das Ergebnis als "die perfekte Antwort auf die Enttäuschungen in Europa. Wir mussten heute ein Zeichen setzen, und die Jungs haben das mit Bravour getan. Was Callum Osmand angeht: Ich bin absolut begeistert von ihm. Seine Bewegung vor den Toren, sein Hunger - er hat heute gezeigt, warum wir so große Stücke auf ihn halten. Es war eine gnadenlose Offensivleistung des gesamten Teams."

Celtic v Heart of Midlothian - William Hill Premiership 2026/27

Was hat Neu-Nationalspieler Mika Baur gesagt?

Im Vorfeld hatte der 74-Jährige eindringlich vor den Hearts gewarnt und sie zu einem der Anwärter auf den Titel erklärt. "Ich glaube, sie haben das Zeug dazu, und ich denke, sie werden vielleicht die Ergebnisse der letzten Saison wiedergutmachen wollen." Seine Spieler nahmen die Worte des erfahrenen Trainers offenbar sehr ernst.

Baur sprach von einem "perfekten Nachmittag" und das "geklaute" Tor war ihm "am Ende egal". "Die Atmosphäre im Paradise war heute unglaublich. Wir wollten von der ersten Sekunde an Druck machen. Bei den Ecken wusste ich genau, wo die Jungs einlaufen. Und vor der Pause... ich habe einfach die Lücke gesehen und wollte den Ball über den Keeper chippen", sagte der 22-Jährige, der im Sommer von Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn zum Celtic FC gewechselt war und Anfang Oktober unter Bundestrainer Jürgen Klopp in der Nations League seine ersten beiden Einsätze als A-Nationalspieler gefeiert hatte.

Mit dem 7:1 distanzierte Celtic nicht nur Vizemeister Heart of Midlothian auf acht Punkte, sondern auch Erzrivale Glasgow Rangers, der am Samstag nur 2:2 beim Dundee FC gespielt hatte, auf vier Zähler.

Wie O'Neill anmerkte, zeigte seine Mannschaft eine gute Reaktion auf die 1:4-Klatsche in der Europa League am vergangenen Donnerstag bei Benfica in Lissabon.

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