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"Kane macht all das, was eigentlich nicht seine Aufgabe ist": Ex-Profi sieht Probleme auf den FC Bayern in der Champions League zukommen

In der Debatte um Harry Kanes Rolle beim FC Bayern hat sich auch Ex-FCB-Profi Dietmar Hamann zu Wort gemeldet. Er sieht die Umtriebigkeit des Torjägers kritisch.

In seiner Kolumne für Sky schrieb Hamann mit Blick auf das 2:2 der Münchener in der Champions League gegen Arsenal und die anschließende Debatte, die Bundestrainer Jürgen Klopp in seinem Halbzeit-Interview losgetreten hatte: "Jürgen Klopp hat in einem Interview gesagt, er verstehe die Rolle von Harry Kane in Bayerns Spiel nicht. Ich weiß nicht, ob Klopp es als Kritik gemeint hat. Ich habe das schon einmal erklärt: Kane macht all das, was eigentlich nicht seine Aufgabe ist. Und Vincent Kompany hat letztes Jahr schon gesagt, es wäre ihm recht, wenn Kane häufiger im gegnerischen Strafraum wäre."

Klopp hatte sich verwundert gezeigt, dass Stürmer Kane im Duell mit den Gunners teils extrem weit in der eigenen Hälfte zu finden war. Er meinte Richtung DAZN-Reporter Daniel Herzog: "Sie haben gerade gesagt: 'Harry Kane ist heute überall.' Das finde ich mit Ball völlig in Ordnung. Aber wenn ich Harry Kane in der letzten Linie stehen sehe und zwar nicht im tiefen Block, sondern im Mittelfeldpressing, dann ..." Weiter führte er den Gedanken nicht aus, meinte jedoch auch: "Aber ich bin nicht der Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen. Aber abschließend dahinter gestiegen bin ich immer noch nicht."

Allerdings zeigte Kane gegen Arsenal eine überragende Leistung. Er netzte per Elfmeter und lieferte per Traumpass den Assist zu Alphonso Davies' zwischenzeitlichem Ausgleichstreffer. Kane führte sogar einen Abstoß aus und wurde später als 'Man of the Match' ausgezeichnet.

Für Hamann ergibt sich durch Kanes ständiges Zurückfallenlassen allerdings auf hohem Niveau ein Problem: "Die Frage ist: Kannst du den nötigen Druck auf die gegnerische Defensive erzeugen, wenn du einen Stürmer hast, der sich größtenteils im Mittelfeld und in der Abwehr aufhält? Saibari war gegen Arsenal auch nicht oft in der Spitze, und dann hat vorne einfach Präsenz gefehlt. In der Bundesliga mag das gehen, aber ob es international funktioniert, weiß ich nicht."

Insgesamt attestierte der Ex-Nationalspieler seinem ehemaligen Klub gegen den Vorjahresfinalisten aus London eine "ordentliche" Leistung. Ein großes Manko sei dabei das Fehlen des gesperrten Michael Olise gewesen. "Wenn ein Team wie Arsenal dich presst, ist es umso wichtiger, dass du Spieler hast, die unter Druck den Ball behaupten", erklärte Hamann. "Olise befreit die Bayern immer wieder aus solchen Situationen. Selbst wenn er zwei Spieler gegen sich hat, ist er immer in der Lage, sich zu behaupten, und irgendwo steht dann ein Teamkollege frei."

Wo steht der FC Bayern in der CL-Tabelle?

Die Bayern stehen nach drei Partien nun bei fünf Zählern. Der Tabelle der CL-Ligaphase belegen sie den 14. Platz. Als nächstes haben sie das schwierige Auswärtsspiel bei Atletico Madrid vor der Brust.

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Getty Images

Hamann rechnet nicht damit, dass der FCB es schafft, direkt das Ticket für die K.o.-Runde zu lösen: "Auch wenn Paris Saint-Germain in den letzten beiden Jahren zweimal in die Playoffs musste, und am Ende dennoch die Champions League gewonnen hat: Der Vorteil, einen der ersten acht Plätze und damit die direkte Qualifikation für das Achtelfinale zu erreichen, ist auch wegen des Heimrechts im Rückspiel nicht unerheblich. Ich glaube aber nicht, dass die Bayern unter die ersten Acht kommen."

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