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2025 zog Mitja Borgelt als 16-Jähriger von Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen nach Spanien. Klar, dass der deutsche Nachwuchsrennfahrer damit nur ein Ziel verfolgt – die Motorrad-Weltmeisterschaft, am liebsten die Moto2‑WM. Seitdem lebt er in der Nähe von Murcia und besucht dort auch die Schule, welche vergleichbar mit deutschen Gymnasien ist.
Nachdem er im vorigen Jahr den Alpe-Adria-Cup in der Klasse Superstock 600 gewonnen hatte, stieg er in diesem Jahr in die sogenannte Stock European Championship ein, welche eine von vier Klassen im Rahmen der FIM MotoJunior World Championship ist. In dieser wird noch mit der R6 und vergleichbaren Modellen gefahren.
Der Kern der FIM MotoJunior World Championship ist die Moto3 Junior World Championship, aus der die Moto3-WM-Teams für 2026 sage und schreibe elf hoffnungsvolle Nachwuchstalente des 2025er-Jahrgangs rekrutierten. Zudem werden die Moto2 European Championship (ebenfalls ein potenzieller WM-Pool), der Moto4 European Cup und die besagte Stock European Championship unter dem Dach der MotoJunior überwiegend auf der iberischen Halbinsel ausgetragen.
Nach sieben Läufen wurde Mitja Borgelt in der «Stock» unter den meist an die 30 Piloten (teilweise darüber) punktgleich mit dem Tabellenachten Gesamtneunter. Sein Highlight war ein Podestplatz bei der Vorschlussrunde im spanischen Aragón. Inmitten einer sechsköpfigen Spitzengruppe brauste er als Dritter über den Zielstrich.
«In dem Rennen ist mal echt alles zusammengekommen, und es war auch ein bisschen Glück dabei. Aber mir ist dabei auch alles sehr leicht gefallen», erklärte der inzwischen 17-Jährige nach dem Saisonfinale. Zu seinem Saisonfazit befragt, meinte er: «Ich bin extrem zufrieden, denn es lief nicht immer gut. Das Jahr hat so schwierig wie noch nie in meiner Karriere angefangen.»
Damit bezog er sich auf die unbefriedigende Situation in einem spanischen Team beim Saisonauftakt in Barcelona, infolgedessen er den zweiten Lauf ausließ und ab der dritten Station im kleinen familieneigenen Team Ravenol Motorsport by planam an den Start ging. «Nachdem wir wieder privat dabei waren, hat alles gut funktioniert. Wir haben uns konstant gesteigert und konnten sogar aufs Podium fahren. Das war etwas, mit dem ich nie gerechnet hätte. Insgesamt habe ich mehr erreicht, als was ich mir vorher hätte vorstellen können.»
Hervorzuheben ist seine fahrerische Entwicklung übers Jahr. Dazu war es ein guter Schachzug, seinen Lebensmittelpunkt nach Spanien zu verlagern, weil dort für Rennfahrer bedeutend bessere Bedingungen herrschen und sich vielfältige Möglichkeiten bieten. «Da kann man echt gut an seiner Karriere arbeiten. Ich habe über den Sommer mit meinem Trainer sehr intensiv bis ans Limit trainiert. Dementsprechend habe ich fahrerisch gute Fortschritte gemacht.»
Auch die gewählte Rennserie und -klasse war rückblickend die richtige Wahl, um weiterzukommen. «Wahrscheinlich geht es nächstes Jahr in die gleiche Meisterschaft. Mit dann noch besseren Ergebnissen will ich mal schauen, wie es danach weitergehen kann.»
Als mögliche Fernziele nennt der Teenager die Moto2-WM oder alternativ dazu die Supersport-WM.
Mitja Borgelt saß mit vier Jahren zum ersten Mal auf einem Motorrad, mit sieben bestritt er beim Motocross seine ersten Rennen. Nach einem Jahr war damit schon wieder Schluss. Mit elf Jahren ging es beim Mini-Bike auf Asphalt wieder los, womit die Sache auch konkreter wurde. Bei seinen ersten Kinderrennen auf Kartbahnen waren seine Erfolge noch überschaubar, doch mit dem Wechsel auf größere Motorräder und Strecken stellten sich schnell welche ein. Im deutschen Yamaha-R3-Cup wurde er 2022 auf Anhieb Vize-Meister, obwohl er wegen des Mindestalters von 13 Jahren erst ab dem zweiten Saisonrennen mitmachen durfte.
Ebenso 2023, als er in die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) aufstieg und in der Klasse IDM Supersport 300 wegen seines dafür noch zu geringen Alters wieder erst verspätet mitmachen durfte. Das war letztlich egal, denn nachdem er sich noch vor Saisonmitte bei einem Sturz einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen hatte, war dieses Rennjahr ohnehin vorzeitig beendet.
Im darauffolgenden Jahr ging es für ihn im Yamaha R3 World Cup weiter, der im Rahmen europäischer Läufe zur Superbike-WM ausgetragen wird. Bei sechsmal zwei Rennen fuhr er achtmal in die Punkteränge und landete in der Endabrechnung mit Rang 15 in der Mitte des Klassements.
2025 wechselte er dann vom kleinen 321-ccm-Motorrad auf eine 600er und bestritt den Alpe-Adria-Cup. Mit Erfolg, denn von den ebenfalls zwölf Saisonrennen gewann er zwei und stand zudem sechs weitere Male auf dem Podest. Das bedeutete schlussendlich den Gesamtsieg in der Klasse Superstock 600.
Bedanken möchte sich Mitja Borgelt noch bei seinen Unterstützern, den Firmen Schraubwerker, Ravenol, planam, Motorrad Tellenbrock, Nolan und Frey Daytona.