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Gabriel Bortoleto: Früher bin ich mit Kimi Antonelli in Misano Tandem gefahren

Gabriel Bortoleto kennt Kimi Antonelli seit der Jugend: Heute kämpft sein Freund um den WM-Titel und Bortoleto verfolgt eigene Ziele

Gabriel Bortoleto: Früher bin ich mit Kimi Antonelli in Misano Tandem gefahren

Gabriel Bortoleto und Kimi Antonelli kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Damals fuhren sie in Misano gemeinsam Tandem und hatten Spaß auf Miet-Karts. Heute steht Antonelli kurz vor dem größten Erfolg seiner bisherigen Karriere: dem Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft. Bortoleto freut sich für seinen langjährigen Weggefährten - sieht dessen Erfolg aber nicht als Grund, ungeduldig zu werden.

"Es macht mich nicht ungeduldig, sondern noch hungriger, meine Ziele zu erreichen", erklärt Bortoleto in Mexiko. Antonelli sei ein außergewöhnliches Talent und habe sowohl in der Formel 1 als auch in den Nachwuchsserien seine Klasse bewiesen. Den möglichen WM-Titel habe er sich verdient. Zugleich verfolgt Bortoleto seine eigenen Ambitionen: Er will selbst so bald wie möglich um Siege und Meisterschaften kämpfen.

Von gemeinsamen Tandemfahrten zum WM-Kampf

Die beiden kennen sich bereits seit vielen Jahren. Als Bortoleto früher für Formel-4-Rennen nach Misano kam, verbrachte er dort auch Zeit mit Antonelli und anderen italienischen Freunden.

"Ich weiß nicht, ob er dort ein Haus hatte oder so, aber wir sind damals zusammen mit diesen Fahrrädern gefahren", erinnert sich Bortoleto. Gemeint waren Tandems, auf denen mehrere Freunde gemeinsam unterwegs sein konnten. Sie fuhren damit ins Zentrum und hatten einfach Spaß. Auch gemeinsame Sessions im Miet-Kart gehörten zu ihren Erinnerungen.

Heute sei es schön, einen Menschen, den er schon so lange kenne, auf der größten Bühne des Motorsports erfolgreich zu sehen. Antonelli erfülle sich damit den größten Traum eines Rennfahrers, sagt Bortoleto.

Warum Bortoleto seinen eigenen Weg betont

Dass Antonelli bereits um den WM-Titel fährt, während Bortoleto noch an seinem Weg nach vorn arbeitet, sieht der Brasilianer vor allem im unterschiedlichen Ausgangspunkt ihrer Karrieren begründet.

"Als Kimi in die Formel 1 kam, war es ein Team, das bereits an der Spitze kämpfte", erklärt Bortoleto. Er selbst sei dagegen mit Sauber zu einem Rennstall gestoßen, der in der Vorsaison Letzter der Konstrukteurs-WM geworden war. Ihm sei deshalb bewusst gewesen, wie viel Aufbauarbeit vor ihm und dem Team lag.

Fortschritte erkennt er dennoch: In jeder bisherigen Saison habe sich das Team nach vorn gearbeitet. Inzwischen sei es eines der stärkeren Teams im Mittelfeld. Zwar gebe es weiterhin Probleme und Bereiche, in denen Verbesserungen nötig seien, doch die Richtung stimme.

Sein Ziel bleibt, eines Tages selbst um Titel zu kämpfen - und das am liebsten gemeinsam mit Antonelli an der Spitze. Aus dem freundschaftlichen Verhältnis von früher könnte so irgendwann ein Duell um die größten Erfolge der Formel 1 werden.

Energie-Management als größte Lernaufgabe

Auch bei seiner persönlichen Entwicklung sieht Bortoleto noch Potenzial. Seit Beginn des aktuellen Reglements habe er sich schnell gezeigt und in vielen Rennen um den Einzug ins Q3 gekämpft. Besonders beim Umgang mit der Energie im Rennen müsse er sich aber weiter verbessern.

Das neue Energiemanagement beeinflusst, wann ein Fahrer angreift, wann er seine Energie spart und wann Geduld wichtiger ist als ein sofortiges Überholmanöver. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich das grundlegend verändert.

"Letztes Jahr hast du eine Gelegenheit sofort genutzt, weil du in der nächsten Kurve keine Probleme mit der Energieabgabe bekommen hättest", erklärt Bortoleto. Inzwischen müsse man viel genauer abwägen, wann ein Angriff sinnvoll sei und welche Folgen er für die folgenden Kurven habe.

Er sehe darin eine Herausforderung für das gesamte Fahrerfeld. Schließlich seien die Piloten über viele Jahre an eine andere Art des Rennfahrens gewöhnt gewesen. Bortoleto analysiere deshalb nach jedem Rennen seine Überholmanöver und schaue sich die Rennen erneut an, um zu erkennen, was er hätte besser machen können.

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