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Nach der vierten Bundesliga-Niederlage in sechs Spielen muss man dem VfB Stuttgart eine Krise attestieren. Immerhin: Nach dem 0:1 beim HSV am Samstag sparten die ambitionierten Schwaben nicht mit Selbstkritik.
In der Champions League läuft es für den VfB. Zwei Spiele, zwei Siege. Als eins von neun Teams der 36er-Mammutliga steht man mit der Maximalausbeute von sechs Punkten ganz weit vorne. Schlechter als Sebastian Hoeneß' Team stehen etwa der FC Bayern München, Borussia Dortmund oder Manchester City da.
In der Bundesliga jedoch ist der Wurm drin. Vier von sechs Spielen gingen verloren, drei der letzten vier. Das Programm mit Spielen gegen eben Bayern und den BVB war nicht ohne, man hat aber auch gegen die TSG Hoffenheim und nun gegen den HSV nichts geholt.
"Natürlich ist es schade, aber wir müssen uns eingestehen, dass wir gerade keine Spitzenmannschaft sind", sagte Nationalspieler Deniz Undav als Freund klarer Worte bei Sky. "Uns fehlt sehr viel von dem, was uns in den vergangenen zwei, drei Jahren ausgezeichnet hat."
Welche Dinge dies denn seien, wurde Stuttgarts Kapitän gefragt. "In den vergangenen Jahren haben wir solche Spiele noch gezogen und die Chancen reingemacht. Dieses Jahr fällt uns das schwer", erklärte Undav zum Spiel in Hamburg. "Vor allem in der zweiten Halbzeit bauen wir auch ab. Daran müssen wir wirklich arbeiten, um wieder nach oben zu kommen. Wenn nicht, wird es eine sehr, sehr harte Saison."
Gegen einen ersatzgeschwächten HSV hätte der VfB nicht verlieren müssen. Undav, der immer noch auf sein erstes Tor in der Bundesliga in dieser Spielzeit wartet, verzeichnete sieben Schüsse und kam allein auf einen xG-Wert von 0,61.
"Wir wollten gewinnen, hatten viele Chancen, wenn auch nicht die ganz krassen. Im Endeffekt müssen wir unentschieden spielen, dann kann keiner was sagen", fasste Undav zusammen. "Es war am Ende ein offener Schlagabtausch, den dürfen wir nicht zulassen. Aber es hilft nichts, wir müssen jetzt den Blick nach vorne richten."
Den Schlagabtausch entscheid der HSV für sich durch ein spätes Traumtor von Miro Muheim, der mit einem sehenswerten Schuss aus der Distanz traf und den Hanseaten nach dem Horrorstart mit drei Niederlagen und 0:12 Toren den dritten Sieg in Folge bescherte.
Wie Kapitän Undav und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth empfand auch VfB-Trainer Sebastian Hoeneß die Niederlage als "sehr bitter, weil ziemlich viel von unserem Plan aufgegangen ist, wenn ich mir die erste Hälfte anschaue. Wir haben keine größeren Chancen des HSV zugelassen. Wir hatten dann selbst genug Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Aber die Effizienz vor dem Tor war diesmal ein großer Faktor."
Beim Gegentor müsste sich seine Mannschaft "aber an die eigene Nase fassen", kritisierte der 44-Jährige, "weil wir den Konter, der zum 0:1 führt, nicht unterbinden."
Zum nächsten Spiel und zum nächsten Gegner wollte Hoeneß noch nichts Inhaltliches sagen. Nur so viel wollte er verraten: Es werde "ein großartiges Erlebnis" und seine Mannschaft werde "bereit sein".
Wenig verwunderlich freut sich der VfB auf das nächste Spiel. Das steigt in der Champions League und als Gast kommt Atletico Madrid ins Ländle. Königsklasse kann Stuttgart in diesem Herbst, in der Liga ist die Krise dagegen nicht wegzudiskutieren.