flag
back Zurück
„Ich kann es nicht begreifen“: HSV-Frauen fallen erstmals auf einen Abstiegsplatz
Bei Carla Morich und Co. dominierte nach der HSV-Niederlage der Frust über das Ergebnis. Witters
Bei Carla Morich und Co. dominierte nach der HSV-Niederlage der Frust über das Ergebnis.
Witters

Nach dem 0:2 bei Bayer Leverkusen finden sich die HSV-Frauen auf Rang 13 wieder. Am Freitag folgt der brisante Heimspiel-Test gegen den Tabellenletzten Mainz.

Der bisherige Tabellenvorletzte 1. FC Nürnberg hatte am Samstagmittag ein Ausrufezeichen gesetzt und auswärts mit 4:0 beim SC Freiburg gewonnen. Die HSV-Frauen fanden im direkten Anschluss nicht die passende Antwort. Sie verloren mit 0:2 (0:0) bei Bayer 04 Leverkusen und finden sich erstmals in dieser Bundesliga-Saison auf einem direkten Abstiegsplatz wieder.

Pauline Machtens schüttelte nach dem Abpfiff mit ihrem Kopf. „Wir wollten defensiv stabiler stehen, das haben wir über weite Teile des Spiels gut hinbekommen und haben Leverkusen nicht viele Chancen gelassen“, stellte die HSV‑Mittelfeldspielerin etwas Positives heraus, war am DAZN-Mikrofon deshalb aber umso frustrierter über das Ergebnis: „Ich kann es gar nicht richtig begreifen, wie man hier mit einer 0:2-Niederlage nach Hause fahren muss. Super ärgerlich für uns.“

Der HSV verliert mit 0:2 bei Bayer Leverkusen

Nach dem spektakulären Aus im DFB-Pokal (3:4 n.V.) gab es am Samstag nur eine Änderung in der Startelf der Gäste: Für Jule Baum, die sich einen Kreuzbandriss zuzog, rückte Stammkeeperin Kinga Szemik zurück ins HSV‑Tor. Die 29-jährige Polin war bei einem Volleyversuch von Leverkusens Cornelia Kramer erstmals gefordert (21.). Die Werkself erwischte den besseren Start in die Partie, hatte auch einen gefährlichen Kopfball (33.).

Witters HSV-Spielerin Camilla Linberg (l.) verlor vor dem 0:1 den Ball. Witters

Die Hamburgerinnen, bei denen insbesondere Nigar Mirzaliyeva vieles abräumte, hatten in der Defensive aber oft ein Bein dazwischen und verteidigten kompakt. Exemplarisch war die grätschende Blockaktion von Magou Doucouré bei einem Schuss von Valentina Mädl (42.). Das Team von Rodolfo Cardoso lauerte auf Konter und hatte kurz vor der Pause beinahe Erfolg. Doch HSV-Stürmerin Melanie Brunnthaler scheiterte nach einem Steckpass von Machtens an Bayer-Torfrau Rafaela Borggräfe (45.). „Wenn wir den reinmachen, wird es ein ganz anderes Spiel“, mutmaßte die Kapitänin hinterher.

HSV-Spielerin Linberg verliert vor dem 0:1 leichtfertig den Ball

Nach dem Seitenwechsel wurde der Druck auf der anderen Seite zu groß. Den Kopfball von Sofie Zdebel (50.) und den Linksschuss von Maja Sternad (53.) überstand der HSV noch, dann leistete sich aber Offensivspielerin Camilla Linberg einen folgenschweren Fehler. Die Norwegerin ging im Anschluss an eine Klärungsaktion vor dem eigenen Strafraum ins Dribbling, verlor den Ball und blieb stehen. Leverkusen flankte und mit etwas Glück sprang der Ball vor die Füße von Angreiferin Kramer – und die traf zum 0:1 aus HSV-Sicht (58.). „Da waren wir nicht nah genug an der Gegenspielerin. Das sind die entscheidenden Momente, in denen man ein Spiel verliert“, haderte Machtens.

„Horrendes Abwehrverhalten“, meinte wiederum Kommentator Oliver Faßnacht, der die Defensivleistung von Cardosos Kickerinnen zuvor noch gelobt hatte. Doch die Hamburgerinnen begannen, kurzzeitig fahrig zu werden. Nach einem eigentlich aktiven Start in die zweite Hälfte setzte der Gegentreffer ihnen zu. Die eingewechselte Nikola Karczewska brachte nur ein Schüsschen zustande (66.), der Versuch mit links von Svea Stoldt war nicht fest genug (75.).

Jetzt wartet zu Hause der Abstiegskracher gegen Mainz 05

Linberg schoss in der wieder sehr viel besseren Schlussphase ans Außennetz (90.) und ein direkter Stoldt-Freistoß landete in den Armen von Borggräfe (90.+2). Stattdessen machte Bayer-Jokerin Lobke Loonen nach einem Konter den Deckel drauf und bestrafte die aufgerückten Gäste – das 0:2 und der Endstand (90.+5).

Das könnte Sie auch interessieren:

Es ist die fünfte Auswärtsniederlage für den HSV im fünften Bundesligaspiel in der Fremde. Es bleibt bei nur einem Saisonsieg, trotz des defensiven Fortschritts. Der Druck wächst, und am kommenden Freitag (18.30 Uhr) ist ein Dreier daheim eigentlich Pflicht. Dann kommt das bislang noch punktlose Schlusslicht Mainz 05 in den Volkspark. Die Hamburgerinnen haben sechs Zähler mehr auf dem Konto als der FSV – aber auch diese Ausbeute ist nach neun Partien zu wenig. Das Abrutschen auf Rang 13 ist der Beleg.