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Lange stand ter Stegen im Schatten von Manuel Neuer. Dass der gebürtige Mönchengladbacher fast während seiner gesamten Karriere einen Torhüter vor der Nase hatte, der eine Ära prägte, war für ihn persönlich äußerst unglücklich. Aktuell hat ter Stegen aber den Status der Nummer eins inne. Das betonte auch Jürgen Klopp bei der Nominierung.
„Ter Stegen geht als Nummer eins in diese Spiele“, so der Bundestrainer. Als Erklärung für die Entscheidung sagte Klopp: „Marc-André spielt eine ganz tolle Saison in Amsterdam“. In 15 von 16 möglichen Spielen stand der Schlussmann bei Ajax zwischen den Pfosten. Lediglich im September gegen Willem II (5:1) erhielt er eine Verschnaufpause.
Weil ter Stegen in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, ist das ein wichtiges Zeichen. Nicht nur leistungstechnisch läuft es beim 34-Jährigen, auch sein Körper spielt mit. So lässt sich die Entscheidung von Klopp absolut nachvollziehen. Mit seiner Erfahrung kann ter Stegen einer Mannschaft im Umbruch die Stabilität mitgeben, die sie auf der Torhüterposition benötigt.
Bei Said El Mala sieht Klopp einen Aufwärtstrend, der ihm zusagt. Dass das Sturmjuwel der Geißböcke durch die verletzungsbedingten Ausfälle im FC-Angriff zuletzt eine etwas andere Rolle einnahm, gefällt dem Bundestrainer: „Er spielt in Köln eine leicht angepasste Position. Einem Jungen, der das Spielfeld nur aus einer Position gesehen hat, tut es sicher gut, das Spielfeld auch aus einer anderen Perspektive zu sehen, um dann den Fußball-IQ zu erhöhen. Das ist bei Said jetzt der Fall und das ist gut.“
Bei seinen beiden Einsätzen in der zurückliegenden Länderspielphase machte El Mala noch keinen guten Eindruck. Ihm fehlte die Bindung zum Spiel, hinzu kamen unglückliche Ballaktionen. Dass Klopp ihm trotzdem das Vertrauen ausspricht, zeigt, wie sehr er den Kölner schätzt.
Noch viel wichtiger ist dabei nicht der aktuelle Status des Jungprofis. „Said ist Said. Es ist wie bei Felix Nmecha: Man kann sich alles Mögliche noch vorstellen, was da noch alles kommt in der Zukunft“, gab Klopp zu Protokoll. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass der Coach El Mala bei der Transformation der Nationalmannschaft auf lange Sicht eine wichtige Rolle einräumt.
Im Sturm hatte Klopp die Qual der Wahl. Dass Niclas Füllkrug (33) mit dabei sein wird, war fast unausweichlich. Dafür hatte der Bremer eine viel zu gute Torquote. Auch die Nominierung von Kai Havertz (27) galt als gesichert. Bei Ebnoutalib war allerdings nicht klar, dass er zum Aufgebot gehört. Mit Ebnoutalibs Teamkollege Jonathan Burkardt (26), dem Mainzer Phillip Tietz (29) sowie Shootingstar Paris Brunner (20) von der AS Monaco standen treffsichere Alternativen zur Verfügung.
Deshalb darf sich Ebnoutalib durchaus jetzt schon als Gewinner betrachten. Das muss er jedoch in den Spielen gegen die Serben (13. November) und gegen die Niederländer (16. November) untermauern. Idealerweise mit einem oder gar mehreren Toren. Andernfalls könnte bei der nächsten Nominierung ein anderer Stürmer die Chance bekommen.
Bei seinem letzten DFB-Aufenthalt hinterließ Ebnoutalib einen bleibenden Eindruck bei Klopp: „Younes war eine große, positive Überraschung im ersten Camp. Wir haben ihn natürlich eingeladen, weil wir dachten, dass der Junge gut ist. Aber er hat es dann auch besser gemacht, als möglicherweise zu erwarten.“ Der Frankfurter Mittelstürmer biete ein „spannendes Paket“, auch wenn ihm ein Tor in den ersten beiden Spielen mit dem Adler auf der Brust noch verwehrt geblieben war.