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Die Diskussionen um Manuel Neuer reißen nicht ab. Nach seinem folgenschweren Patzer beim 2:2 gegen den FC Augsburg steht der Kapitän des FC Bayern erneut in der Kritik. Mit mittlerweile 40 Jahren stellt sich zunehmend die Frage, wie lange der Weltmeister von 2014 noch auf höchstem Niveau spielen kann. Oliver Kahn hat dazu eine klare Meinung und warnt seinen ehemaligen Nachfolger vor einem unangenehmen Karriereende.
In der Sky-Sendung „Triple – der Hagedorn Fußballtalk“ äußerte sich der frühere Bayern-Vorstandschef ausführlich zur Situation des Münchner Schlussmanns.
„Ich kann jetzt niemandem etwas empfehlen, das kann der Mensch nur selbst entscheiden. Dinge wie: Wann höre ich auf, wann trete ich zurück? Du ersparst dir bestimmte Situationen“, erklärte Kahn.
Dabei verwies der 57-Jährige auch auf Neuers Teilnahme an der vergangenen Weltmeisterschaft, die sportlich enttäuschend verlaufen war.
Aus eigener Erfahrung weiß Kahn, wie schwierig die letzten Jahre einer langen Torwartkarriere sein können.
„Wenn man 36, 37, 38 wird – ich hab das selbst erlebt – braucht der Körper länger zur Regeneration. Es passiert hier und da mal ein Fehler“, erklärte der ehemalige Nationaltorhüter.
Dabei gehe es nicht ausschließlich um die körperliche Verfassung, sondern auch um die mentale Belastung. „Das Mentale, dieses ständige auf 100 Prozent laufen. Irgendwann kriegst du es nicht mehr hin, auch wenn du es willst. Dann kommst du in die Diskussion.“
Genau diese Situation sieht Kahn mittlerweile bei Neuer. Der Bayern-Keeper wird nach individuellen Fehlern zunehmend kritisch hinterfragt.
Für Kahn wäre es deshalb durchaus nachvollziehbar gewesen, wenn Neuer seine Karriere bereits zu einem früheren Zeitpunkt beendet hätte.
Besonders eindringlich wurde Kahn mit Blick auf das mögliche Ende von Neuers Karriere. „Man muss irgendwann für sich selber entscheiden: Was ist mir jetzt wichtiger. Meiner Leidenschaft so lange wie möglich weiterzugehen, wofür ich auch Verständnis habe. Oder aber, dass ich schon in dem Punkt abtrete, wo die Menschen sagen, der könnte doch noch zwei, drei Jahre machen.“
Der ehemalige Bayern-Kapitän befürchtet, dass Neuer den Zeitpunkt für einen selbstbestimmten Abschied verpassen könnte.
„Und irgendwann – und das sehe ich jetzt eben langsam kommen – ist es nicht mehr seine eigene Entscheidung, sondern die Entscheidung anderer. Und das brauchst du doch in so einer großen Karriere nicht.“
Neuers Vertrag beim FC Bayern läuft im Sommer 2027 aus. Ob der 40-Jährige anschließend noch eine weitere Saison anhängt, ist offen.
Zuletzt deutete vieles darauf hin, dass Neuer seine außergewöhnliche Karriere nach der laufenden Spielzeit beenden könnte. Eine endgültige Entscheidung hat der Torhüter allerdings noch nicht öffentlich verkündet.